Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2012 erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im vorliegenden Konzernabschluss kamen erstmals diejenigen vom IASB überarbeiteten, ergänzten sowie neu herausgegebenen Bilanzierungsstandards und Interpretationen zur Anwendung, die im Geschäftsjahr 2012 für die METRO AG verpflichtend waren:

IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards)

Durch die Änderung „Ausgeprägte Hochinflation und Abschaffung fester Zeitpunkte für erstmalige Anwender“ wurde klargestellt, wie IFRS-Erstanwender vorgehen müssen, falls ihre funktionale Währung vor der IFRS-Umstellung hochinflationär war. Zudem wurde das in der vorherigen Fassung festgelegte IFRS-Umstellungsdatum (1. Januar 2004) gestrichen.

Da der IFRS 1 nur für IFRS-Erstanwender relevant ist, war die METRO AG von dieser Änderung nicht betroffen.

IAS 12 (Ertragsteuern)

Für Unternehmen, die als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zum Fair Value bewerten, wurde durch die Änderung „Latente Steuern: Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte“ des IAS 12 die widerlegbare Vermutung eingeführt, dass bei diesen Immobilien die Realisierung des Buchwerts durch Veräußerung erfolgt. Falls diese Vermutung nicht widerlegt wird, werden die latenten Steuern mit dem Steuersatz ermittelt, der für den erwarteten Veräußerungszeitpunkt voraussichtlich gelten wird.

Für den Konzernabschluss der METRO AG war diese Änderung des IAS 12 nicht relevant, da als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zum Fair Value bewertet werden.

IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben)

Ein übertragener finanzieller Vermögenswert ist gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) nur dann auszubuchen, wenn das Unternehmen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an dem finanziellen Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen abgibt. Falls die wesentlichen Chancen und Risiken weder weitergegeben werden noch beim Unternehmen verbleiben, ist für die Ausbuchung entscheidend, ob das Unternehmen die Verfügungsmacht über den zu übertragenden finanziellen Vermögenswert abgibt. Falls dies nicht geschieht, ist der finanzielle Vermögenswert nach Maßgabe des anhaltenden Engagements des Unternehmens weiter zu erfassen.

Die Änderung „Angaben – Übertragungen von finanziellen Vermögenswerten” des IFRS 7 erweitert die Angabepflichten für übertragene finanzielle Vermögenswerte, die die Ausbuchungskriterien nicht vollständig erfüllen. Darüber hinaus resultieren aus der Änderung neue Angabepflichten für übertragene finanzielle Vermögenswerte, die ausgebucht wurden, bei denen das Unternehmen aber über ein anhaltendes Engagement verfügt.

Diese bei der METRO AG ab dem 1. Januar 2012 anzuwendende Änderung hatte keine Auswirkung auf den vorliegenden Konzernabschluss.

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Standard/ Interpretation

Titel

Anwendungs-
beginn
gemäß IFRS1

Anwendung bei METRO AG ab2

Genehmigt durch EU3

1

Ohne vorzeitige Anwendung

2

Voraussetzung: Genehmigung zur Anwendung (Endorsement) durch die EU ist erfolgt

3

Stand: 31. Dezember 2012

4

Offizieller deutscher Titel noch nicht bekannt – daher eigene Übersetzung

5

Anwendung erst zum 1. Oktober aufgrund der Geschäftsjahresumstellung

6

Für Unternehmen in der EU erfolgt die Anwendung erst ab dem 1. Januar 2014; Anwendung bei der METRO AG zum 1. Oktober aufgrund der Geschäftsjahresumstellung

IFRS 1

Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards (Änderung: Darlehen der öffentlichen Hand4)

01.01.2013

01.01.2013

Nein

IFRS 7

Finanzinstrumente: Angaben (Änderung: Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten)

01.01.2013

01.01.2013

Ja

IFRS 7

Finanzinstrumente: Angaben (Änderung: Verpflichtender Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 9 und Übergangsangaben)

01.01.2015

01.10.20155

Nein

IFRS 9

Finanzinstrumente (Phase 1: Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten)

01.01.2015

01.10.20155

Nein

IFRS 9

Finanzinstrumente (Änderung: Verpflichtender Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 9 und Übergangsangaben)

01.01.2015

01.10.20155

Nein

IFRS 10

Konzernabschlüsse

01.01.2013

01.10.20146

Ja

IFRS 10

Konzernabschlüsse (Änderung: Übergangsvorschriften4)

01.01.2013

01.10.20146

Nein

IFRS 10

Konzernabschlüsse (Änderung: Investmentgesellschaften4)

01.01.2014

01.10.20145

Nein

IFRS 11

Gemeinschaftliche Vereinbarungen

01.01.2013

01.10.20146

Ja

IFRS 11

Gemeinschaftliche Vereinbarungen (Änderung: Übergangsvorschriften4)

01.01.2013

01.10.20146

Nein

IFRS 12

Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

01.01.2013

01.10.20146

Ja

IFRS 12

Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (Änderung: Übergangsvorschriften4)

01.01.2013

01.10.20146

Nein

IFRS 12

Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (Änderung: Investmentgesellschaften4)

01.01.2014

01.10.20145

Nein

IFRS 13

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

01.01.2013

01.01.2013

Ja

IAS 1

Darstellung des Abschlusses (Änderung: Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses)

01.07.2012

01.01.2013

Ja

IAS 19

Leistungen an Arbeitnehmer (Überarbeitung)

01.01.2013

01.01.2013

Ja

IAS 27

Einzelabschlüsse (Überarbeitung sowie Umbenennung im Rahmen der Einführung von IFRS 10)

01.01.2013

01.10.20146

Ja

IAS 27

Einzelabschlüsse (Änderung: Investmentgesellschaften4)

01.01.2014

01.10.20145

Nein

IAS 28

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (Überarbeitung sowie Umbenennung im Rahmen der Einführung von IFRS 11)

01.01.2013

01.10.20146

Ja

IAS 32

Finanzinstrumente: Darstellung (Änderung: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten)

01.01.2014

01.10.20145

Ja

IFRIC 20

Abraumbeseitigungskosten während der Produktionsphase im Tagebau

01.01.2013

01.01.2013

Ja

Diverse

Verbesserungen der IFRS (2009–2011)

01.01.2013

01.01.2013

Nein

Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2012 noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Vom IASB wurde eine Reihe weiterer Bilanzierungsstandards und Interpretationen neu verabschiedet beziehungsweise überarbeitet, die von der METRO AG im Geschäftsjahr 2012 noch nicht umgesetzt wurden, da sie entweder noch nicht zwingend anzuwenden waren oder noch nicht von der Europäischen Kommission zur Anwendung genehmigt wurden.

IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer)

Gemäß der derzeitigen Regelung des IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) besteht für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen ein Wahlrecht, diese entweder sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung, erfolgsneutral im Eigenkapital oder nach der sogenannten Korridormethode zu erfassen. Bei der METRO AG wird derzeit die Korridormethode angewandt, nach der versicherungsmathematische Gewinne und Verluste nur so weit erfasst werden, wie ihr nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster, kumulierter Betrag den höheren Wert aus 10 Prozent des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung oder 10 Prozent des Planvermögens übersteigt.

Im Juni 2011 wurde vom IASB eine überarbeitete Fassung des IAS 19 veröffentlicht. Den Kern dieser Überarbeitung bildet die Abschaffung des Wahlrechts für die Behandlung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten (zum Beispiel aufgrund von Zinssatzänderungen). Zukünftig ist für diese nur noch die sofortige Erfassung im Eigenkapital (Sonstiges Ergebnis) zulässig. Die im Eigenkapital angesammelten Beträge verbleiben dort und werden auch in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt. Demzufolge bleibt die Gewinn- und Verlustrechnung zukünftig dauerhaft frei von Effekten aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten. Eine weitere Änderung besteht darin, dass zukünftig für die Ermittlung der Erträge aus dem Planvermögen der gleiche Zinssatz verwendet wird wie für die Diskontierung der Planverpflichtungen. Zusätzlich wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand künftig ebenfalls vollständig in der Periode der dazugehörigen Planänderungen erfolgswirksam erfasst. Darüber hinaus werden die Angabepflichten zu Pensionsplänen erweitert.

Der geänderte IAS 19 ist erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden. Falls die Änderung schon im Geschäftsjahr 2012 umzusetzen gewesen wäre, hätte dies zu einer Veränderung der Gewinnrücklagen um –616 Mio. € (Vorjahr –203 Mio. €) – exklusive des gegenläufigen Effekts aus latenten Steuern – und einer entsprechenden Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen geführt, basierend auf der Höhe der am 31. Dezember 2012 bestehenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste. Weitere wesentliche Auswirkungen aufgrund der Erstanwendung des geänderten IAS 19 werden nicht erwartet.

IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung)

Gemäß IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten saldiert ausgewiesen, sofern die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind: Zum einen muss das Unternehmen zum Stichtag einen unbedingten Rechtsanspruch auf die Saldierung haben. Zum anderen muss es in seiner Absicht liegen, entweder den Ausgleich auf einer Nettobasis durchzuführen oder zeitgleich den finanziellen Vermögenswert zu verwerten und die finanzielle Verbindlichkeit zu begleichen. Durch die Änderung „Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten“ des IAS 32 wurde konkretisiert, wann diese Bedingungen als erfüllt gelten. Insbesondere wurden Kriterien für das Vorliegen eines unbedingten Rechtsanspruchs festgelegt.

Die Änderung des IAS 32 ist für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden. Dies bedeutet, dass die Änderung aufgrund der Geschäftsjahresumstellung von der METRO AG erstmals in dem am 1. Oktober 2014 beginnenden Geschäftsjahr 2014/15 umgesetzt wird. Derzeit werden hieraus keine wesentlichen Effekte für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der METRO AG erwartet.

IFRS 9 (Finanzinstrumente – Phase 1: Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten)

Durch den neuen Standard IFRS 9 (Finanzinstrumente) sollen in Zukunft die derzeitigen Regelungen des IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten ersetzt werden. Die Entwicklung des IFRS 9 erfolgt in 3 Phasen, von denen bislang nur die 1. Phase „Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten“ abgeschlossen wurde. Des Weiteren sind die Phasen „Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten“ sowie „Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen“ geplant.

Der bislang veröffentlichte Stand des IFRS 9 enthält daher ausschließlich die Resultate der 1. Phase „Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten“. Im Rahmen dieser 1. Phase werden die 4 Bewertungskategorien des IAS 39 zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten auf 2 reduziert – Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und Bewertung zum Fair Value. Die Einordnung in diese beiden Kategorien erfolgt auf Grundlage der Eigenschaften der vertraglich festgelegten Cashflows des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts sowie des Geschäftsmodells, mit dem das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert. Aufgrund dieser Kriterien dürfen Eigenkapitalinstrumente in Zukunft lediglich zum Fair Value bewertet werden. Zudem ist eine Fair-Value-Option wie nach IAS 39 gemäß IFRS 9 für finanzielle Vermögenswerte nur noch erlaubt, falls hierdurch Ansatz- oder Bewertungsinkonsistenzen (Accounting Mismatches) vermieden werden können.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Regelfall zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten werden hingegen zum Fair Value bilanziert. Des Weiteren besteht auch für finanzielle Verbindlichkeiten eine Fair-Value-Option. Bei Ausübung dieser Option sind allerdings in Zukunft diejenigen Fair-Value-Änderungen, die aus einer Bonitätsänderung des Unternehmens selbst resultieren, erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen, während andere Änderungen erfolgswirksam berücksichtigt werden.

Da der IFRS 9 in der vorliegenden Fassung nach heutigem Stand voraussichtlich erst zum 1. Januar 2015 anzuwenden sein wird, was durch die Geschäftsjahresumstellung zu einer Erstanwendung bei der METRO AG in dem am 1. Oktober 2015 beginnenden Geschäftsjahr 2015/16 führen würde, kann derzeit noch keine Aussage zu den möglichen Effekten getroffen werden.

IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen)

Die neuen Standards IFRS 10, 11 und 12 beinhalten geänderte Regeln für die Konzernrechnungslegung. IFRS 10 (Konzernabschlüsse) führt neue Vorgaben für die Abgrenzung des Konsolidierungskreises ein. Durch diesen werden die bisherigen Regelungen zu Konzernabschlüssen des IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse – in Zukunft nur noch Einzelabschlüsse) und des SIC-12 (Konsolidierung – Zweckgesellschaften) ersetzt. Die wesentlichste Änderung durch IFRS 10 besteht in der Einführung eines einheitlichen Begriffs der Beherrschung. Damit in Zukunft Beherrschung vorliegt, müssen 3 Kriterien erfüllt sein: Der Investor hat die Möglichkeit, das Beteiligungsunternehmen zu beherrschen; aus dieser Beherrschung erhält der Investor variable Zuflüsse; die Beherrschung kann der Investor nutzen, um die Höhe der variablen Rückflüsse zu beeinflussen.

IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) regelt die Bilanzierung von Sachverhalten neu, bei denen mehrere Parteien die gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ausüben. Hierdurch werden der IAS 31 (Anteile an Gemeinschaftsunternehmen) und der SIC‑13 (Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen) ersetzt sowie der IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen – zukünftig: Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) angepasst. Für Gemeinschaftsunternehmen wird das derzeit durch IAS 31 gewährte Wahlrecht zur Quotenkonsolidierung abgeschafft. In Zukunft sind diese ausschließlich gemäß der Equity-Methode zu bilanzieren, die weiterhin den Vorgaben des IAS 28 folgt. Da die METRO AG die Möglichkeit der Quotenkonsolidierung nicht in Anspruch genommen hat, ergeben sich aus dieser Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der METRO AG. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten weist jedes der Partnerunternehmen gemäß IFRS 11 seinen Anteil an den gemeinschaftlich gehaltenen Vermögenswerten sowie den gemeinschaftlich entstandenen Verbindlichkeiten in der eigenen Bilanz aus. Analog zeigt es den eigenen Anteil aus den mit der gemeinschaftlichen Tätigkeit verbundenen Umsatzerlösen, Erträgen und Aufwendungen in seiner Gewinn- und Verlustrechnung.

Mit dem neuen IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) werden die Angabepflichten zu Beteiligungen an anderen Unternehmen stark ausgeweitet. Zukünftig sind detaillierte Informationen für Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen, konsolidierte Zweckgesellschaften (sogenannte strukturierte Unternehmen) und für alle nicht konsolidierten Zweckgesellschaften, zu denen Beziehungen bestehen, erforderlich.

Der Erstanwendungszeitpunkt für die neuen Standards IFRS 10, 11 und 12 sowie die Änderungen der Standards IAS 27 und 28 ist der 1. Januar 2013. Allerdings wurde in der Genehmigung zur Anwendung (Endorsement) der EU der Anwendungsbeginn für börsennotierte Unternehmen innerhalb der EU auf den 1. Januar 2014 verschoben. Daher erfolgt die erstmalige Anwendung durch die METRO AG aufgrund der Geschäftsjahresumstellung in dem am 1. Oktober 2014 beginnenden Geschäftsjahr 2014/15. Von der Erstanwendung der genannten Standards werden keine bedeutenden Auswirkungen auf den Konzernabschluss der METRO AG erwartet.

Die erstmalige Anwendung der übrigen in der Tabelle aufgeführten Standards und Interpretationen wird nach derzeitiger Einschätzung zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

Geänderter Ausweis

Kommissionsumsätze

Grundsätzlich werden Umsatzerlöse in Höhe der erzielten Verkaufspreise beziehungsweise des Fair Values der verkauften Waren und Dienstleistungen ausgewiesen. Ein Unternehmen muss für diese Art der Darstellung den maßgeblichen Chancen und Risiken ausgesetzt sein, die mit dem Verkauf der Güter oder mit der Erbringung der Dienstleistungen einhergehen. Andernfalls ist der Umsatz lediglich in Höhe der Provision zu zeigen, die ein Unternehmen dann als Vermittler erhält. IAS 18 (Umsatzerlöse) enthält Indikatoren, die auf einen Ausweis des Umsatzes ausschließlich in Höhe der Provision hindeuten können. Die METRO GROUP hat beginnend mit dem 1. Quartal 2012 die Interpretation dieser Indikatoren geändert und den Ausweis von bestimmten Transaktionen in der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst, um eine bessere Vergleichbarkeit mit anderen Handelsunternehmen, insbesondere mit Blick auf die EBIT-Marge, zu ermöglichen. Dabei werden Umsatzerlöse aus diesen Geschäften nur noch in Höhe der Provision ausgewiesen, ohne einen korrespondierenden Wareneinsatz zu zeigen. Der Rohertrag und das EBIT sind vom geänderten Ausweis hingegen nicht betroffen. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden die Umsatzerlöse sowie die Umsatzkosten der Vorperiode für das Jahr 2011 um jeweils –776 Mio. € adjustiert. Bei den in der Segmentberichterstattung gezeigten Außenumsätzen sind hiervon METRO Cash & Carry mit –34 Mio. €, Real mit –198 Mio. €, Galeria Kaufhof mit –331 Mio. € sowie das Segment Sonstige mit –213 Mio. € betroffen.

Zusammensetzung des Netto-Betriebsvermögens

Die Definition des Netto-Betriebsvermögens wurde im 1. Quartal 2012 um abgegrenzte Umsätze sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit Kundentreueprogrammen, abgegrenzte Umsätze aus dem Verkauf von Gutscheinen und Rückstellungen für Rückgaberechte erweitert. Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von übrigen Anlagewerten, die bisher in den „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ bilanziert waren, werden zukünftig aus der Definition ausgeschlossen. Die Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von übrigen Anlagewerten werden analog zu den Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Immobilien innerhalb der Kapitalflussrechnung dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zugewiesen.

Die Definitionsänderungen wirken sich auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und den Cashflow aus Investitionstätigkeit aus. In der Kapitalflussrechnung wurde das Jahr 2011 als Vergleichsperiode in den Positionen „Veränderung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen“ um –40 Mio. €, „Veränderung des Netto-Betriebsvermögens“ um 6 Mio. €, „Sonstiges“ um –19 Mio. € und „Investitionen in Sachanlagen (ohne Finanzierungs-Leasing)“ um 54 Mio. € angepasst.

Im Zuge des Ausschlusses der Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von übrigen Anlagewerten aus der Definition des Netto-Betriebsvermögens wurden auch die Vorjahreszahlen in der Bilanz zum 31. Dezember 2011 adjustiert. Die Umgliederung hat eine Verminderung der „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ und einen korrespondierenden Anstieg der Position „Übrige Verbindlichkeiten“ in den „Sonstigen finanziellen und anderen Verbindlichkeiten“ (kurzfristig) um 53 Mio. € zum 31. Dezember 2011 zur Folge.

Andienungsrechte von nicht beherrschenden Gesellschaftern

Im Geschäftsjahr 2012 wurde die bilanzielle Behandlung von nicht beherrschenden Gesellschaftern gewährten Andienungsrechten harmonisiert. Bislang wurden die Verbindlichkeiten aus Andienungsrechten innerhalb der Bilanzposition „Sonstige finanzielle und andere Verbindlichkeiten“ entweder unter der Position „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ oder unter den „Übrigen Verbindlichkeiten“ ausgewiesen. Ab diesem Geschäftsjahr werden sie einheitlich unter den „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ gezeigt. Im Vorjahr wurden entsprechend 315 Mio. € aus den „Übrigen Verbindlichkeiten“ in die „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ umgegliedert. Dies führte auch zu einer Reduzierung der Segmentschulden des Vorjahrs im Segment Sonstige um 246 Mio. € und im Segment METRO Cash & Carry um 69 Mio. €, da die „Übrigen Verbindlichkeiten“ in die Segmentschulden eingerechnet werden, die „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ jedoch nicht. In diesem Zusammenhang wurde klargestellt, dass die Verbindlichkeiten aus sämtlichen Andienungsrechten von nicht beherrschenden Gesellschaftern in Höhe von 347 Mio. € (Vorjahr 389 Mio. €) in den „Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten“ nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten, sondern erfolgsneutral zum Fair Value angesetzt sind. Die Bewertung erfolgt nach anerkannten Bewertungsverfahren (Level 3 in der Fair-Value-Hierarchie).

Umgliederungen

Um der Zugehörigkeit zum normalen Verlauf des Geschäftszyklus Rechnung zu tragen, wurden abgegrenzte Umsätze sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit Garantien und Kundentreueprogrammen aus den langfristigen in die kurzfristigen Schulden umgegliedert. Die Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2011 wurden entsprechend angepasst, wobei die langfristige Position „Sonstige finanzielle und andere Verbindlichkeiten“ („Passiver Rechnungsabgrenzungsposten“) um 154 Mio. € reduziert und die gleichnamige kurzfristige Position entsprechend erhöht wurde. Aus den „Sonstigen Rückstellungen“ (langfristig) wurden 15 Mio. € umgegliedert in die kurzfristige Position „Rückstellungen“. Zusätzlich wurden innerhalb der „Sonstigen finanziellen und anderen Verbindlichkeiten“ (kurzfristig) 172 Mio. € von der Position „Übrige Verbindlichkeiten“ in den „Passiven Rechnungsabgrenzungsposten“ verschoben.

Geänderte Bezeichnungen und neue Positionen

Geänderte Bezeichnung in der Gewinn- und Verlustrechnung

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde der Posten „Einstandskosten der verkauften Waren” in „Umsatzkosten” umbenannt. Dadurch soll deutlich gemacht werden, dass hierin inzwischen auch Aufwendungen enthalten sind, die nicht als Einstandskosten der verkauften Waren anzusehen sind, wie beispielsweise Kosten im Rahmen von Garantieverlängerungen. Die Zusammensetzung des Postens wurde nicht geändert.

Geänderte Bezeichnungen in der Bilanz

In der Bilanz wurde innerhalb der Aktiva die Position „Finanzielle Vermögenswerte“ umbenannt in „Finanzanlagen“ und die Position „Sonstige Forderungen und Vermögenswerte“ in „Sonstige finanzielle und andere Vermögenswerte“. Innerhalb der Passiva wurde der Name der Position „Finanzielle Schulden“ geändert in „Finanzschulden“. Zusätzlich wird die Position „Sonstige Verbindlichkeiten“ ab dem Geschäftsjahr 2012 „Sonstige finanzielle und andere Verbindlichkeiten“ genannt. Alle Umbenennungen erfolgten jeweils bei den gleichnamigen lang- und kurzfristigen Positionen. Die Namensänderungen sollen verdeutlichen, dass auch in den vorher „Sonstige Forderungen und Vermögenswerte“ sowie „Sonstige Verbindlichkeiten“ benannten Positionen zum Teil finanzielle Vermögenswerte beziehungsweise finanzielle Schulden enthalten sind.

Neue Position in der Bilanz

Da die Beträge der unter Anwendung der Equity-Methode erfassten Beteiligungen im Berichtsjahr wesentlich wurden, erfolgt der Ausweis im vorliegenden Konzernabschluss erstmals in der separaten Bilanzposition „Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen“. Vorher waren diese in der Position „Finanzanlagen“ (bis 2011 „Finanzielle Vermögenswerte“ benannt) enthalten.

Korrektur von Vorjahreswerten

Zukünftig zu erwartende Leasingzahlungen (nominal)

Im Geschäftsjahr 2011 wurden in den „Zukünftig zu erwartenden Leasingzahlungen (nominal)“ vereinzelt zu hohe zukünftige Zahlungen von fremden Dritten abgebildet. Dies führte zu einer Anpassung der Vorjahreswerte im Laufzeitband bis 1 Jahr um –22 Mio. €, 1 bis 5 Jahre um –54 Mio. € und über 5 Jahre um –84 Mio. €.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eine intensive Vertragsanalyse hat zu dem Ergebnis geführt, dass aus verschiedenen Sachverhalten finanzielle Verpflichtungen resultieren, die zu den „Abnahmeverpflichtungen/ Bestellobligo“ innerhalb der „Sonstigen finanziellen Verpflichtungen“ zählen. Daher wurde der Wert für das Jahr 2011 um 141 Mio. € adjustiert.

Geschäftsjahresumstellung im Jahr 2013

Im Jahr 2013 wird die METRO AG das Ende ihres Geschäftsjahres auf den Stichtag 30. September anstatt 31. Dezember umstellen. Zum Übergang ist das Geschäftsjahr 2013 ein 9-monatiges Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2013 bis zum 30. September 2013. Das folgende Geschäftsjahr 2013/14 ist wieder ein reguläres 12-monatiges Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014.