32. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

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Mio. €

31.12.2011

31.12.2012

Rückstellungen für Pensionen (Direktzusagen)

568

560

Rückstellungen für mittelbare Zusagen

301

326

Rückstellungen für Abfertigungsleistungen

81

80

Rückstellungen für betriebliche Höherversorgung

5

5

Rückstellungen für betriebliche Altersversorgung

955

971

Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen

73

76

 

1.028

1.047

Die Rückstellungen für betriebliche Altersversorgung beinhalten größtenteils leistungsorientierte Ansprüche aus unmittelbaren Zusagen (Direktzusagen) und gegenüber externen Versorgungsträgern (Unterstützungskassen in Deutschland und Pensionsfonds oder Versicherungen im Ausland). Das Vermögen der externen Träger dient ausschließlich der Finanzierung der Pensionsansprüche und ist als Planvermögen unter IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) qualifiziert. Die Versorgungsleistungen sind gemäß den jeweiligen Leistungsplänen einkommens- und dienstzeitbezogen; daneben werden dienstzeitbezogene Versorgungsleistungen auf der Grundlage von Festbeträgen gewährt.

Im Folgenden werden die wichtigsten Altersversorgungspläne beschrieben.

Deutschland

Bei den wesentlichen Plänen ist ein monatlich zahlbares Ruhegeld vorgesehen. Dieses ist entweder betragsmäßig festgelegt oder ergibt sich aus der Beschäftigungsdauer. In einzelnen Fällen ist eine Anrechnung beziehungsweise Begrenzung durch Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung vorgesehen. Außerdem bestehen Anwartschaften auf Witwen- und Witwerrenten.

Niederlande

In den Niederlanden gibt es einen leistungsorientierten Pensionsplan, der zusätzlich zu Altersleistungen auch Leistungen bei Invalidität und Tod vorsieht. Die Höhe der Leistungen bemisst sich am jeweiligen ruhegeldfähigen Einkommen pro Dienstjahr.

Vereinigtes Königreich

Im Juli 2012 hat die METRO GROUP das Großhandelsgeschäft im Vereinigten Königreich an die Booker Group PLC veräußert. Die Pensionsverpflichtungen waren nicht Gegenstand des Verkaufs. Seit dem Zeitpunkt der Veräußerung bestehen nur noch unverfallbare Anwartschaften und laufende Renten aus der bei der METRO GROUP verbrachten Dienstzeit. Die erreichten Anwartschaften sind aufgrund gesetzlicher Vorschriften gemäß Inflation anzupassen.

Italien

In Italien erhalten Arbeitnehmer Zahlungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, unabhängig vom Grund für die Beendigung. Zum 1. Januar 2007 ist ein Rentenreformgesetz in Kraft getreten, mit dem die betriebliche und die individuelle Altersvorsorge gefördert werden sollen. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind verpflichtet, die ab Inkrafttreten auflaufenden Mitarbeiterguthaben an den neu eingerichteten staatlichen Fonds zu transferieren.

Belgien

Es gibt sowohl Altersrenten- als auch Kapitalzusagen, deren Höhe sich nach der Dienstzeit und dem Entgelt bemisst. Darüber hinaus werden Abfertigungsleistungen im Falle der Arbeitslosigkeit nach Vollendung des 58. Lebensjahres gezahlt.

Die genannten Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach den einschlägigen Prinzipien des IAS 19 bewertet. Grundlage der Bewertungen sind die rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes.

Die folgenden durchschnittlichen Annahmen wurden für die versicherungsmathematische Bewertung herangezogen:

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31.12.2011

31.12.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

%

Euro-
raum

Deutsch-
land

Nieder-
lande

Ver-
einigtes
König-
reich

Euro-
raum

Deutsch-
land

Nieder-
lande

Ver-
einigtes
König-
reich

Rechnungszins

5,20

5,13

5,70

5,10

3,40

3,35

3,60

4,50

Inflationsrate

1,98

2,00

2,00

2,20

2,00

2,00

2,00

1,90

Rententrend

1,90

2,00

1,35

2,20

1,89

2,00

1,40

2,00

Einkommenstrend

2,29

2,15

2,50

2,21

2,09

2,50

Erwarteter Ertrag aus Planvermögen

4,39

4,36

4,60

5,50

Die Mitarbeiterfluktuation ist betriebsspezifisch ermittelt und alters-/dienstzeitabhängig berücksichtigt. In Deutschland beträgt die durchschnittliche Fluktuation 3,10 Prozent (Vorjahr 3,10 Prozent).

Den versicherungsmathematischen Bewertungen liegen länderspezifische Sterbetafeln zugrunde. Bei den deutschen Konzernunternehmen basieren die Berechnungen auf den Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, die um aktuelle Erkenntnisse aus der deutschen Rentenversicherung modifiziert wurden.

Der Fair Value des Planvermögens verteilt sich prozentual wie folgt auf die einzelnen Vermögenswertkategorien:

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%

31.12.2011

31.12.2012

Festverzinsliche Wertpapiere

51

49

Aktien, Fonds

18

21

Immobilien

18

17

Sonstige Vermögenswerte

13

13

 

100

100

Für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 findet eine überarbeitete Fassung des IAS 19 (siehe Kapitel „Erläuterungen zu Grundlagen und Methoden des Konzernabschlusses“) Anwendung. Eine Änderung besteht darin, dass zukünftig nur noch ein Nettozinsaufwand in Höhe des Rechnungszinses auf die gebildete Rückstellung zu ermitteln ist. Daher ist der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen keine für die Ermittlung des Jahresaufwands notwendige Annahme mehr und entfällt daher als Angabe zum Stichtag 31. Dezember 2012.

Im Planvermögen sind von der METRO GROUP genutzte Immobilien in Höhe von 137 Mio. € (Vorjahr 137 Mio. €) enthalten.

Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen beträgt im Berichtsjahr 89 Mio. € (Vorjahr 45 Mio. €).

Der Finanzierungsstatus, der sich aus dem Saldo von Anwartschaftsbarwert und Fair Value des Planvermögens ergibt, hat sich in den vergangenen 5 Jahren wie folgt entwickelt:

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Mio. €

31.12.
2008

31.12.
2009

31.12.
2010

31.12.
2011

31.12.
2012

Anwartschaftsbarwert

1.827

1.944

2.026

2.008

2.472

Planvermögen

–845

–870

–936

–977

–1.029

Finanzierungsstatus

982

1.074

1.090

1.031

1.443

Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden der Pläne

–3

2

–13

–3

–5

Erfahrungsbedingte Anpassungen der Vermögenswerte der Pläne

–82

13

38

2

48

Für das Geschäftsjahr 2013 (9 Monate) werden Arbeitgeberzahlungen an externe Versorgungsträger in Höhe von 19 Mio. € erwartet.

Die Veränderungen des Anwartschaftsbarwerts sowie des Planvermögens von externen Versorgungseinrichtungen ergeben sich wie folgt:

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Mio. €

2011

2012

Anwartschaftsbarwert

 

 

Stand 1.1.

2.026

2.008

Zinsaufwand

98

99

Dienstzeitaufwand

37

37

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

–5

–11

Plankürzungen/Abgeltungen

0

–1

Plankosten

0

0

Rentenzahlungen

–125

–128

Versicherungsmathematische Gewinne (–)/Verluste (+)

–29

468

Veränderung Konsolidierungskreis

0

–5

Währungseffekte

6

5

Stand 31.12.

2.008

2.472

 

 

 

Veränderungen des Planvermögens

 

 

Stand 1.1.

936

977

Erwarteter Ertrag aus Planvermögen

43

41

Plankosten

–1

–1

Rentenzahlungen

–77

–78

Beiträge von Arbeitgebern

55

28

Beiträge der Teilnehmer des Plans

12

14

Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-)

2

48

Veränderung Konsolidierungskreis

0

–5

Währungseffekte

7

5

Stand 31.12.

977

1.029

 

 

 

Finanzierungsstand

 

 

Anwartschaftsbarwert nicht fondsfinanziert

738

899

Anwartschaftsbarwert ganz oder teilweise fondsfinanziert

1.270

1.573

Zwischensumme

2.008

2.472

Fair Value des Planvermögens

–977

–1.029

Stand 31.12.

1.031

1.443

Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-)

–203

–616

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand

–6

–1

Aufgrund der Begrenzung nach IAS 19.58 (b) nicht als Vermögenswert erfasster Betrag

0

0

Bilanzierte Erstattungsansprüche nach IAS 19.104A

0

0

Nach lokalen Kriterien bewertete Verpflichtungen

2

2

Bilanzierte Vermögenswerte nach IAS 19.58

131

143

Rückstellung für betriebliche Altersversorgung Stand 31.12.

955

971

Den Rückstellungen für betriebliche Altersversorgung in Höhe von 971 Mio. € (Vorjahr 955 Mio. €) stehen Aktivwerte für mittelbare Zusagen im Wesentlichen im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden und in Belgien in Höhe von 143 Mio. € (Vorjahr 131 Mio. €) gegenüber.

Die Pensionsaufwendungen aus unmittelbaren und mittelbaren Zusagen der betrieblichen Altersversorgung setzen sich wie folgt zusammen:

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Mio. €

2011

2012

1

Darin verrechnet: von Mitarbeitern geleistete Beiträge

Zinsaufwand auf Anwartschaftsbarwert

98

99

Erwarteter Ertrag aus Planvermögen

–43

–41

Erfasste versicherungsmathematische
Gewinne (–)/Verluste (+)

11

7

Dienstzeitaufwand1

28

25

Plankürzungen

0

–1

Asset-Limitierung

0

0

Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand

–4

–6

 

90

83

Zusätzlich zum Aufwand aus leistungsorientierten Pensionszusagen wurden für beitragsorientierte Versorgungszusagen Aufwendungen für Zahlungen an externe Versorgungsträger im Geschäftsjahr in Höhe von 53 Mio. € (Vorjahr 50 Mio. €) berücksichtigt.

Die Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Jubiläums- und Sterbegeldern, Gehaltsfortzahlungen im Todesfall sowie Altersteilzeitvereinbarungen. Für die Verpflichtungen aus Altersteilzeit wurden Rückstellungen in Höhe von 18 Mio. € (Vorjahr 21 Mio. €) gebildet. Die korrespondierenden Aufwendungen belaufen sich auf 4 Mio. € (Vorjahr 3 Mio. €).

Die Verpflichtungen werden auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten bewertet. Die hierfür herangezogenen Bewertungsparameter sind grundsätzlich identisch mit denen der betrieblichen Altersversorgung.