Finanzergebnis und Steuern

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Mio. €

2011

2012

Betriebliches Ergebnis EBIT

2.113

1.391

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

1

2

Sonstiges Beteiligungsergebnis

41

15

Zinsertrag/-aufwand (Zinsergebnis)

–580

–562

Übriges Finanzergebnis

–102

–36

Finanzergebnis

–640

–581

Ergebnis vor Steuern EBT

1.473

810

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

–732

–709

Periodenergebnis

741

101

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich im Wesentlichen aus dem Zinsergebnis von –562 Mio. € (Vorjahr –580 Mio. €) und dem übrigen Finanzergebnis von –36 Mio. € (Vorjahr –102 Mio. €) zusammen. Das Zinsergebnis verbesserte sich im Wesentlichen durch geringere Zinsaufwendungen. Das übrige Finanzergebnis verbesserte sich um 66 Mio. € auf –36 Mio. €. Dies resultiert vor allem aus der Verbesserung des Gesamtergebnisses aus Wechselkurseffekten sowie Bewertungsergebnissen von Sicherungsgeschäften und Sicherungszusammenhängen um 39 Mio. €. Dies ist überwiegend eine Folge der Entwicklung einiger osteuropäischer Währungen und der damit verbundenen Wechselkurseffekte und Sicherungsgeschäfte.

Weitere Angaben zum Finanzergebnis sind im Konzernanhang unter den Nummern 6 bis 8 „Sonstiges Beteiligungsergebnis“, „Zinsertrag/Zinsaufwand“ und „Übriges Finanzergebnis“ enthalten.

Steuern

Der Rückgang an gezahlten beziehungsweise geschuldeten Steuern ist im Wesentlichen auf die im Vorjahr abgeschlossenen steuerlichen Betriebsprüfungen sowie eine steuerpflichtige Immobilientransaktion des Vorjahres zurückzuführen, bei der Immobilien in eine Fondsstruktur eingebracht wurden. Die latenten Steuern entwickelten sich gegenläufig, was maßgeblich aus der Fortschreibung temporärer Differenzen resultierte. Im Vorjahr standen dieser Fortschreibung überproportionale latente Steuererträge aus der oben genannten Immobilientransaktion gegenüber, die sich im laufenden Jahr aufgrund der Veräußerung von Fondsanteilen aufwandswirksam umgekehrt haben.

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Mio. €

2011

2012

Gezahlte bzw. geschuldete Steuern

741

528

davon Deutschland

(174)

(161)

davon international

(567)

(367)

davon Steueraufwand/-ertrag der laufenden Periode

(639)

(516)

davon Steueraufwand/-ertrag aus Vorperioden

(102)

(12)

Latente Steuern

–9

181

davon Deutschland

(50)

(101)

davon international

(–59)

(80)

 

732

709

Der effektive Steuersatz betrug im Berichtsjahr 87,48 Prozent (Vorjahr 49,71 Prozent). Bereinigt um Sonderfaktoren liegt die Konzernsteuerquote bei 49,42 Prozent (Vorjahr 43,47 Prozent).

Weitere Erläuterungen zu Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Konzernanhang unter der Nummer 10 „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ enthalten.

Periodenergebnis und Ergebnis je Aktie

Das Periodenergebnis 2012 liegt mit 101 Mio. € 640 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres. Nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter verbleibt ein auf die Aktionäre der METRO AG entfallendes Periodenergebnis von 3 Mio. € (Vorjahr 631 Mio. €).

Das Periodenergebnis enthält Sonderfaktoren in Höhe von 615 Mio. € (Vorjahr 238 Mio. €). Das um diese Sonderfaktoren bereinigte Periodenergebnis beträgt somit 717 Mio. € (Vorjahr 979 Mio. €).

Die METRO GROUP erzielte im Geschäftsjahr 2012 ein Ergebnis je Aktie von 0,01 € (Vorjahr 1,93 €). Der Berechnung war im Geschäftsjahr 2012 wie im Vorjahr eine gewichtete Anzahl von 326.787.529 Aktien zugrunde zu legen. Auf diese Aktienanzahl wurde das den Aktionären zustehende Periodenergebnis von 3 Mio. € verteilt. Ein Verwässerungseffekt aus sogenannten potenziellen Aktien war weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr gegeben.

Das Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren lag bei 1,89 € (Vorjahr 2,63 €).

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Veränderung

 

 

 

 

 

 

 

 

2011

2012

Absolut

%

1

Nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter

Periodenergebnis

Mio. €

741

101

–640

–86,3

Den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zuzurechnendes Periodenergebnis

Mio. €

110

98

–12

–10,8

Den Anteilseignern der METRO AG zuzurechnendes Periodenergebnis

Mio. €

631

3

–628

–99,5

Ergebnis je Aktie (unverwässert = verwässert)1

1,93

0,01

–1,92

–99,5

Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren1

2,63

1,89

–0,74

–27,9

EBIT after Cost of Capital (EBITaC)

Die Leistungsstärke der METRO GROUP zeigt sich in ihrer Fähigkeit, den Unternehmenswert durch Wachstum und operative Effizienz kontinuierlich zu steigern und dabei das Geschäftsvermögen optimal einzusetzen. Um eine nachhaltige Wertsteigerung sicherzustellen, setzt die METRO GROUP seit dem Jahr 2000 wertorientierte Kennzahlen zur Steuerung ein. Seit 2009 ermitteln wir den Wertbeitrag mit der Kennzahl EBITaC (EBIT after Cost of Capital). Ein positiver Wertbeitrag ist erreicht, wenn das Ergebnis vor Zinsen und Steuern über den Kapitalkosten, die für die Finanzierung des durchschnittlich gebundenen Geschäftsvermögens erforderlich sind, liegt.

EBITaC = EBIT1 – Kapitalkosten

           = EBIT1 – (Geschäftsvermögen x WACC)

1 Sonderfaktoren grundsätzlich über 4 Jahre periodisiert

Die Verwendung der Kennzahl EBITaC ermöglicht es der METRO GROUP, sich auf die wesentlichen und vom Management beeinflussbaren Treiber des operativen Geschäfts zu konzentrieren: wertsteigerndes Wachstum, Steigerung der operativen Effizienz und Optimierung der Kapitalbindung. Wertsteigerndes Wachstum wird durch die Strategie der METRO GROUP erreicht, sich in den bestehenden Märkten auf Umsatzsteigerungen auf vergleichbarer Fläche zu konzentrieren, das stationäre Geschäft durch neue Absatzkanäle wie Online-Handel und Belieferungsservice gezielt zu ergänzen sowie die Expansion in ausgewählten Ländern zu beschleunigen. Daneben hat die METRO GROUP auch über das Effizienz- und Wertsteigerungsprogramm Shape 2012 hinaus im operativen und administrativen Bereich Maßnahmen zur Steigerung der operativen Effizienz sowie zur Optimierung des Kapitaleinsatzes erfolgreich umgesetzt.

Die Kapitalkosten stellen die erwartete Entlohnung der Investoren für das zur Verfügung gestellte Kapital und das eingegangene Anlagerisiko vor Steuern dar. Sie werden ermittelt, indem das durchschnittlich gebundene Geschäftsvermögen mit dem gewichteten Kapitalkostensatz vor Steuern (WACC, Weighted Average Cost of Capital) multipliziert wird.

Der Kapitalkostensatz vor Steuern entspricht der von den Kapitalgebern geforderten Mindestrendite auf das eingesetzte Kapital. Er spiegelt die gesamten Kosten des eingesetzten Kapitals wider und setzt sich demnach aus dem Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz zusammen. Im Jahr 2012 lag der Kapitalkostensatz der METRO GROUP vor Steuern bei 9,6 Prozent. Dieser ergibt sich grundsätzlich aus den segmentspezifischen Kapitalkostensätzen, die mit dem Geschäftsvermögen gewichtet werden.

Das Geschäftsvermögen stellt das zu verzinsende Vermögen dar. Es setzt sich aus dem Segmentvermögen zuzüglich der operativen Kasse und abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie weiterer operativer Verbindlichkeiten und passiver Rechnungsabgrenzungsposten zusammen. Dabei stellen wir auf Durchschnittswerte auf Basis von Quartalsbilanzen ab, um auch unterjährige Entwicklungen des Geschäftsvermögens in die Kalkulation einfließen zu lassen. Die Neudefinition des Nettobetriebsvermögens sowie die damit einhergehenden bilanziellen Umgliederungen sind im Geschäftsvermögen reflektiert.

Sonderfaktoren werden bei der Berechnung des EBITaC grundsätzlich linear über 4 Jahre periodisiert im Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) berücksichtigt. Da die entsprechenden positiven EBIT-Wirkungen zum großen Teil zeitverzögert zu den Aufwendungen entstehen, verbessert sich durch Periodisierung dieser Sonderfaktoren die Darstellung der operativen Performance. Kurzfristige Sondereinflüsse wirken sich dadurch nicht in vollem Umfang auf das Ergebnis der Periode des Auftretens aus. Die Periodisierung trägt außerdem dazu bei, dass langfristig wertsteigernde Entscheidungen nicht aufgrund von kurzfristig negativen Ergebniseffekten unterlassen werden.

Die Ergebnisse der Analyse des EBITaC werden unter anderem zur Steuerung des Portfolios der METRO GROUP sowie zur Allokation der Investitionsmittel eingesetzt. Entscheidend bei der Allokation ist die mittel- und langfristige Auswirkung auf die Wertschaffung. Das wesentliche Kriterium für alle Investitionen innerhalb der METRO GROUP ist daher der Barwert der zukünftigen Wertbeiträge. Um auch steuerliche Gesichtspunkte bei der Entscheidung über die zukünftige Expansion zu berücksichtigen, werden in diesen Fällen die Wertbeiträge nach Steuern kalkuliert. Als weitere Kriterien zur Beurteilung von Investitionsprojekten werden insbesondere der Discounted Cashflow sowie die Amortisationsdauer als liquiditätsorientierte Kennzahlen verwendet. Im Zuge einer stärkeren Priorisierung bei der Zuteilung der Investitionsmittel werden neben der strategischen Relevanz insbesondere Rentabilitätskennziffern bezogen auf die eingesetzten Mittel zur Beurteilung alternativer Investitionsprojekte als zusätzliche Entscheidungsgrundlage herangezogen.

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Mio. €

20111

2012

Delta

1

Vorjahr vergleichbar gerechnet

2

Die Wirkung der Sonderfaktoren wird über 4 Jahre verteilt

EBIT vor Sonderfaktoren

2.372

1.976

–396

EBIT nach Periodisierung von Sonderfaktoren2

2.111

1.628

–483

 

 

 

 

Geschäftsvermögen

16.358

16.305

–53

Vorsteuer–WACC

9,6 %

9,6 %

Kapitalkosten

–1.567

–1.563

4

EBITaC

544

65

–479

Das EBIT 2012 lag nach Periodisierung der Sonderfaktoren aus den Vorjahren (2009: 343 Mio. €, 2010: 204 Mio. €, 2011: 259 Mio. €) sowie nach Berücksichtigung der periodisierten Einmalaufwendungen aus dem Jahr 2012 in Höhe von 585 Mio. € bei 1.628 Mio. €. Bei einem durchschnittlichen Geschäftsvermögen in Höhe von 16.305 Mio. € betrugen die Kapitalkosten 1.563 Mio. €. Trotz der makroökonomischen Herausforderungen und verstärkter Preisinvestitionen, die zu einem deutlichen EBIT-Rückgang geführt haben, setzte die METRO GROUP im Jahr 2012 ihr Geschäftsvermögen somit erfolgreich ein und erzielte ein positives EBITaC in Höhe von 65 Mio. €.