Nachhaltigkeitsmanagement

Wirtschaftliches Wachstum ist langfristig nur im Einklang mit einem verantwortlichen Handeln gegenüber Gesellschaft und Umwelt möglich: Von diesem Prinzip der Nachhaltigkeit sind wir fest überzeugt. Deshalb haben wir im Berichtsjahr eine Nachhaltigkeitsvision erarbeitet, die uns als konzernweit gültige Grundlage für die langfristige Weiterentwicklung der METRO GROUP sowie als Orientierungsrahmen für unser Nachhaltigkeitsmanagement dient. Vor allem aber definiert sie unser Verständnis von Nachhaltigkeit.

METRO GROUP. Wir bieten Lebensqualität.

FÜR UNSERE KUNDEN – indem wir sie unter fortlaufender Verbesserung unserer Prozesse weltweit vor Ort mit sicheren Qualitätsprodukten versorgen. Und mit Gütern, die sozial verantwortlich sowie umwelt- und ressourcenschonend erzeugt, verarbeitet und verwertet werden. So sichern wir unsere Zukunft.

FÜR UNSERE MITARBEITER – indem wir sie jederzeit respektieren, schützen, fördern und vertrauensvolle Beziehungen zu ihnen aufbauen. So gestalten wir ein attraktives Arbeitsumfeld.

FÜR ALLE MENSCHEN, DIE FÜR UNS ARBEITEN – indem wir unser Geschäft gerecht und verantwortungsbewusst betreiben und für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen sorgen. So leben wir Verantwortung in der Lieferkette.

FÜR DIE GESELLSCHAFT – indem wir die Umwelt schonen, natürliche Ressourcen bewahren und unsere Klimawirkung minimieren. So helfen wir, die Grundlage für den Handel von morgen zu sichern.

Organisationsstruktur

Zentrales Organ des Nachhaltigkeitsmanagements ist unser Nachhaltigkeitsrat. Er integriert alle relevanten Konzernfunktionen und -bereiche. Um die Abstimmungsprozesse zu optimieren, haben wir Anfang 2012 Anpassungen innerhalb des Gremiums vorgenommen.

Der Nachhaltigkeitsrat besteht aus 2 Mitgliedern des Vorstands der METRO AG sowie aus jeweils einem Mitglied der Geschäftsführung der Vertriebslinien und von METRO PROPERTIES. Außerdem gehören dem Gremium Vertreter der Konzernbereiche Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeit der METRO AG an. Der Nachhaltigkeitsrat leitet Richtlinien, Standards und Strategien aus der Nachhaltigkeitsvision ab, formuliert Ziele und definiert Kennzahlen für die Erfolgsmessung. Ihm stehen 4 Arbeitsgruppen zur Seite. Ihre Aufgabe ist es, den Zielvorgaben entsprechend Maßnahmen zu entwickeln, Projektgruppen zu bilden, die Umsetzung zu verfolgen und die Fortschritte an den Rat zu berichten. Als Schnittstelle fungiert dabei ein vorbereitender Ausschuss. Er stellt sicher, dass Aufgaben an die Arbeitsgruppen weitergegeben und die Ergebnisse gebündelt berichtet werden.

Für die operative Umsetzung der Maßnahmen sind die Vertriebslinien und Gesellschaften der METRO GROUP verantwortlich. Unterstützung erhalten sie dabei von eigens ernannten Nachhaltigkeitsvertretern. Sie bauen darüber hinaus sukzessive eigene Systeme für das Nachhaltigkeitsmanagement auf, um die Steuerung weiter zu optimieren.

Handlungsfelder des Nachhaltigkeitsmanagements

Unser Nachhaltigkeitsengagement umfasst 4 Handlungsfelder, die innerhalb der gesamten METRO GROUP gelten:

  • Lieferkette und Produkte
  • Energie- und Ressourcenmanagement
  • Mitarbeiter und Soziales
  • Gesellschaftspolitik und Stakeholder-Dialog

Diese Handlungsfelder decken die gesamte Wertschöpfungskette und unsere Berührungspunkte mit der Gesellschaft ab. Sie verdeutlichen, wo unser Einfluss auf nachhaltigkeitsrelevante Prozesse am größten ist.

Um die strategische Umsetzung unserer Vision zu überprüfen und zu verdeutlichen, geben wir an dieser Stelle Auskunft zu den im Rahmen der Lageberichterstattung wesentlichen Kennzahlen für Nachhaltigkeit, den sogenannten Sustainable Development Key Performance Indicators (SD-KPIs).

Lieferkette und Produkte

Unser Kerngeschäft ist es, Verbraucher und Gewerbetreibende mit hochwertigen und sicheren Gütern zu versorgen. Mit vielfältigen Maßnahmen nehmen wir dabei Einfluss auf Herstellungs- und Arbeitsbedingungen. Im Fokus stehen beispielsweise der verantwortungsbewusste Umgang mit Rohstoffen, die sorgfältige Auswahl von Erzeugern und Lieferanten sowie die Ausgestaltung unserer Sortimente mit Produkten, die ressourcenschonend und sozial verantwortlich erzeugt, verarbeitet, vertrieben und verwertet werden. Wir haben den Anspruch, die Rückverfolgbarkeit bei der Nutzung von Ressourcen und bei der Beschaffung von Produkten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sicherzustellen. Mit Richtlinien für den nachhaltigen Einkauf, der Ausweitung unseres Engagements für faire Arbeitsbedingungen und der Kontrolle von Sozial- und Qualitätsstandards stärken wir unsere Beschaffungswege und verbessern die Qualität und Nachhaltigkeit unserer Produkte.

Sozialaudits bezogen auf Eigenimporte durch MGB Hongkong

Sozialaudits bezogen auf Eigenimporte durch MGB Hong Kong (Grafik)

Faire und sozial gerechte Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

Die Einhaltung von Sozialstandards entlang der gesamten Lieferkette ist unerlässlich. Daher haben wir in unseren Leitlinien die Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) verankert. Des Weiteren befolgen wir die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD). Unsere Lieferanten sind vertraglich dazu verpflichtet, Menschenrechte zu wahren und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Wir unterstützen sie unter anderem dabei, die Anforderungen der Business Social Compliance Initiative (BSCI), die wir vor mehr als 10 Jahren mitgegründet haben, oder äquivalenter Standards umzusetzen. Die BSCI zielt darauf ab, grundlegende Menschenrechte in der Produktions- und Lieferkette zu wahren. Um die Einhaltung zu gewährleisten, fordern wir entsprechende Audits bei unseren Lieferanten. Alle Lieferanten für Nicht-Lebensmittel, die über unsere Tochtergesellschaft MGB Hongkong in die EU liefern, wurden entsprechend auditiert, 62 Prozent haben 2012 dieses Audit mit gut bestanden. Lieferanten, die dieses Niveau noch nicht erreichen, begleiten wir auf Wunsch in ihrem Entwicklungsprozess bis zur Erfüllung der Anforderungen. Bis 2015 wollen wir zudem Lieferanten von Nicht-Lebensmitteln, die über lokale Importeure bezogen werden, in ein BSCI- oder äquivalentes Sozialstandardsystem einbeziehen.

Lebensmittelqualität und -sicherheit

Für ihre Eigenmarken tragen unsere Vertriebslinien unmittelbar Verantwortung. Unternehmenseigene Richtlinien gewährleisten ein umfassendes Qualitätsmanagement. Dazu zählt die Lieferantenbewertung nach internationalen Standards der Global Food Safety Initiative (GFSI) – so bildet der Nachweis der Einhaltung eines durch die GFSI anerkannten Standards zu Lebensmittelsicherheit einen Pflichtbestandteil aller Vertragsbeziehungen für unsere Eigenmarkenlieferanten. Darüber hinaus erfolgen regelmäßige analytische und sensorische Kontrollen der Produkte, koordiniert beziehungsweise durchgeführt von der unternehmenseigenen Qualitätssicherung wie auch durch externe Prüflabore. Innerhalb des Reklamationsmanagements werden Hinweise von Verbrauchern dazu genutzt, Produkte und Prozesse weiterzuentwickeln. Das vorbeugende Krisenmanagement flankiert diese Prozesse. Dort werden Medienberichte über kritische Situationen übergreifend ausgewertet, Maßnahmen abgeleitet und zum Schutz der Verbraucher in die Prozesse eingebaut. Ziel ist es, mögliche Unregelmäßigkeiten schnellstmöglich zu erkennen und so beste Qualität und Produktsicherheit zu garantieren. Einen hundertprozentigen Schutz gegen menschliches Fehlverhalten oder gar betrügerische Handlungen kann gleichwohl auch ein nach dem neuesten Stand der Technik arbeitendes Verfahren der Qualitätssicherung nicht garantieren. Kommt es trotz umfangreicher Kontrollen dennoch zu Produktauffälligkeiten, stellt das Team des Qualitätsmanagements durch die sofortige Einleitung und Durchführung von Maßnahmen sicher, dass betroffene Produkte aus dem Verkauf genommen und Verbraucher transparent informiert werden. Die einschlägigen internen Verfahrensvorschriften gelten in vollem Umfang für Eigenmarken und die Sortimente im Frischebereich, wie Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse.

Ausbau der Lieferantenqualifizierung

Lokale Hersteller und Erzeuger sind für uns wichtige Partner, denn von ihnen beziehen wir einen Großteil der Lebensmittel in unseren Märkten. Mit selbst entwickelten Trainings und etablierten Qualifizierungsprogrammen unterstützen wir Lieferanten in Entwicklungs- und Schwellenländern dabei, den hohen Qualitätsstandards gerecht zu werden. Im Rahmen von strategischen Partnerschaften mit internationalen Entwicklungsorganisationen wie der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO), der International Finance Corporation (IFC) oder der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) schulen wir lokale Erzeuger und Lieferanten von frischen Lebensmitteln. Im Berichtsjahr haben wir Trainings für mehr als 60 Lieferanten in Russland, der Ukraine und Indien durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Fragen der Lebensmittelsicherheit und -hygiene, der Lagerhaltung, des Transports und der Verarbeitung. Die Schulungen helfen den Teilnehmern, die Anforderungen der Global Food Safety Initiative (GFSI) zu erfüllen und sich so für eine international anerkannte Zertifizierung zu qualifizieren. Die Programme können dazu beitragen, die Nachernteverluste der Erzeuger um bis zu 40 Prozent zu reduzieren, das Volumen ihrer marktfähigen Waren zu steigern und ihre Einkommenssituation zu verbessern.

Ökologisch und sozial zertifizierte Produkte

Mit unserem Sortiment kommen wir auch den Kundenerwartungen hinsichtlich ökologisch und sozial verträglicher Produkte nach. Dazu zählen beispielsweise Artikel aus fairem Handel oder Lebensmittel, die mit dem europäischen Bio-Siegel gekennzeichnet sind. Im Berichtsjahr betrug der Umsatz unserer Vertriebslinien in Deutschland mit nach EU-Bioverordnung zertifizierten Produkten insgesamt knapp 50 Mio. €.

Darüber hinaus bieten unsere Vertriebslinien ihren Kunden in vielen Warengruppen ein breites Angebot besonders umweltfreundlich und sozial verträglich hergestellter Produkte. Dazu zählen beispielsweise

  • effiziente Elektrogeräte mit Energielabels von A+ bis A+++,
  • Schreibwaren nach den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) oder des Blauen Engels,
  • Naturkosmetik und
  • Textilien aus Biobaumwolle oder aus Baumwolle gemäß „Cotton made in Africa“-Standard.

Die METRO GROUP baut derzeit ein System zur Nachverfolgung der Umsätze dieser Produkte auf.

Erzeugnisse aus verantwortlich geführter Fischerei und Aquakultur

Die METRO GROUP bekennt sich zu den Prinzipien einer bestandserhaltenden und umweltverträglichen Fischerei. Bereits 2002 haben wir als erstes Handelsunternehmen in Deutschland Eigenmarkenprodukte mit dem Siegel des Marine Steward- ship Council (MSC) für Wildfisch angeboten. Es signalisiert, dass ein Erzeugnis aus verantwortlich geführter Fischerei stammt. Mittlerweile bieten unsere Vertriebslinien eine große Zahl MSC-zertifizierter Marken- und Eigenmarkenartikel. 2012 umfasste unser nachhaltiges Fischsortiment in Deutschland 78 MSC-zertifizierte Eigenmarkenartikel und 658 Markenartikel. Damit wurde ein Umsatz von rund 54 Mio. € erwirtschaftet. Weiterhin unterstützen wir die Entwicklung des ASC-Siegels (Aquaculture Stewardship Council) für Zuchtfisch. Ähnlich wie das MSC-Siegel soll es Verbraucher bei ihrer Kaufentscheidung für nachhaltige Lebensmittel unterstützen. Erste ASC-Produkte sind bereits in unseren Märkten erhältlich.

Energie- und Ressourcenmanagement

Energie und natürliche Ressourcen sind die Basis für unser Kerngeschäft. Ihr Einsatz hat jedoch Auswirkungen auf Umwelt und Klima. In den Bereichen der Wertschöpfungskette, die wir unmittelbar beeinflussen können, übernehmen wir deshalb Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz. Dazu zählen die Lagerung und Kühlung von Produkten, der Transport sowie der Betrieb unserer Märkte und Verwaltungsstandorte weltweit. Auf diese Weise begegnen wir auch den steigenden Kosten für Energie und Ressourcen.

Mit unserem Energie- und Ressourcenmanagement wollen wir zum einen die klimarelevanten Emissionen aus unserem Geschäftsbetrieb verringern. Bis 2020 streben wir an, unsere Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche um 20 Prozent gegenüber 2011 zu reduzieren. Dafür arbeiten wir gezielt an einer effizienteren Energienutzung. Zum anderen wollen wir unseren Ressourcenverbrauch minimieren. Dabei konzentrieren wir uns vor allem darauf, unseren Papierverbrauch sowie die Emissionen durch die Nutzung von Kältemitteln zu senken.

Erhöhte Energieeffizienz

Um Energie- und Effizienzmaßnahmen gezielt planen, umsetzen und kontrollieren zu können, nutzen unsere Vertriebslinien sogenannte Smart-Metering-Systeme. Damit lässt sich der Strom-, Gas- und Heizölverbrauch eines Standorts kontinuierlich und somit verbrauchsgerecht messen. Mittlerweile sind 95 Prozent aller Märkte und Filialen der METRO GROUP mit diesen Systemen ausgestattet.

Energie – Stromverbrauch und Wärmeenergieverbrauch
in kWh je m2 Verkaufsfläche

Energie – Stromverbrauch und Wärmeenergieverbrauch (Grafik)

Der Großteil unseres Energiebedarfs entfällt auf die Beleuchtung sowie die Heiz- und Kühltechnik. Um den Verbrauch weiter zu reduzieren, haben METRO Cash & Carry sowie Galeria Kaufhof den Austausch von Leuchtstoffröhren gegen LED-Leuchten mit geringerem Energieverbrauch fortgeführt. Eine weitere effektive Maßnahme ist die Abdeckung von Tiefkühltruhen und Kühlregalen mit Schiebetüren. METRO Cash & Carry hat darüber hinaus deutschlandweit Energiesparlüfter in alle Kühlmöbel eingebaut. Dadurch hat unsere Vertriebslinie den Strombedarf ihrer deutschen Großmärkte 2012 um mehr als 3.000 MWh gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Der Energieverbrauch für Strom und Wärme betrug im Berichtsjahr 433 kWh pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Im Vergleich zu 2011 konnten wir den Verbrauch um 3,4 Prozent senken.

Energy Awareness Programme

Durch umweltbewusstes Verhalten können unsere Mitarbeiter entscheidend dazu beitragen, Energie einzusparen. Aus diesem Grund hat zum Beispiel METRO Cash & Carry im Berichtsjahr das sogenannte Energy Awareness Programme (EAP) erarbeitet. Es soll Mitarbeiter dazu motivieren, Energie effizienter einzusetzen. Zudem erhält jeder Standort ein konkretes Reduktionsziel. Start des Programms ist im März 2013. Insgesamt hat sich METRO Cash & Carry das Ziel gesetzt, den Energieverbrauch bis August 2013 gegenüber 2011 um 5 Prozent und bis 2015 um 18 Prozent zu reduzieren.

Neues Klimaschutzziel und Klimabilanz

Der Nachhaltigkeitsrat der METRO GROUP hat 2012 ein neues Klimaschutzziel beschlossen: Wir werden unsere spezifischen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Wert für 2011 reduzieren. Das heißt, wir verringern die Emissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche von 323 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Jahr auf 258 Kilogramm CO2-Äquivalente. Das Klimaschutzziel ist Teil unserer konzernweiten Klimabilanz, die wir seit 2008 veröffentlichen. Um eine höhere Transparenz in der Datenerhebung sowie eine bessere Vergleichbarkeit zu schaffen, haben wir das Berichtswesen 2011 erweitert. Diese Anpassung machte die Überarbeitung unseres 2008 gesetzten Klimaziels erforderlich.

Im Berichtsjahr verursachte die METRO GROUP pro Quadratmeter Verkaufsfläche 315 Kilogramm CO2-Äquivalente. Damit sanken unsere Emissionen konzernweit um 8 Kilogramm pro Quadratmeter Verkaufsfläche gegenüber 2011. Das entspricht 2,5 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Maßnahmen zur Energieeinsparung zurückzuführen.

Klimaziel – Treibhausgas-Emissionen in kg CO2 (CO2-Äquivalent)
je m2 Verkaufsfläche

Klimaziel – Treibhausgas-Emissionen (Grafik)

1 Wir haben im Jahr 2011 den Umfang der erfassten Emissionsquellen verändert. Für die Jahre vor 2011 liegen jedoch Primärdaten teilweise nicht vor. Das Berichtsjahr 2010 wird daher ohne die Emissionen aus Dienstwagen, teilweise die Vorkettenemissionen und Netzverluste bei direkten und indirekten Energiequellen und die Kältemittelverluste bei Klimakälte berichtet.

Optimierungsbedarf sehen wir vor allem bei Emissionen, die aus dem Verlust von Kältemitteln entstehen. In den kommenden Jahren wollen wir eine deutliche Senkung der Nachfüllrate erreichen. Neben einer technischen Kampagne zur Reduktion der Leckageraten ist im Neubau und Remodelling vermehrt die Verwendung natürlicher Kältemittel angedacht.

Basis für unsere Berichterstattung sind der Standard des GHG (Greenhouse Gas) Protocol und der Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard. Es werden die Emissionen aller Vertriebslinien und Servicegesellschaften sowie der Verwaltungen berücksichtigt. Insgesamt beziehen wir 19 verschiedene Emissionsquellen ein.

Mithilfe des 2011 eingeführten gruppenweiten Carbon Intelligence System erfassen wir den Energieverbrauch und andere wesentliche Umweltwirkungen in nahezu allen Märkten und Warenhäusern, den Verwaltungen und Lagern. Da mehr als 95 Prozent der Emissionen nach Scope 1 und Scope 2 auf erfassten Daten beruhen, ist die Qualität der ermittelten Angaben hoch. Weniger als 5 Prozent gehen auf Hochrechnungen beziehungsweise Schätzungen zurück. Wir berichten die Gesamtwirkung aller wesentlichen Treibhausgasemissionen in Form von CO2-Äquivalenten.

Seit 2011 prüft und bescheinigt die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Korrektheit unserer Klimabilanz.

Klimabilanz – alle erfassten Emissionsquellen

Klimabilanz – alle erfassten Emissionsquellen (Grafik)

Mitarbeiter und Soziales

Ein Unternehmen, das Mehrwert für die Kunden schaffen will, benötigt motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, die diesen Anspruch in der Praxis einlösen. Deshalb ist das Engagement für unsere Belegschaft ein Schwerpunkt unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Mit vorausschauenden Personalkonzepten sichern wir langfristig den Bedarf an Mitarbeitern, insbesondere an Fach- und Führungskräften. Wir bieten Entwicklungsmöglichkeiten und ein attraktives Arbeitsumfeld, das durch Vielfalt und Wertschätzung geprägt ist. So stärken wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber und investieren in die Zukunft unseres Unternehmens.

Die Personalpolitik der METRO GROUP sowie die wesentlichen Kennzahlen werden im Konzernlagebericht in Kapitel "Mitarbeiter" beschrieben.

Gesellschaftspolitik und Stakeholder-Dialog

Als eines der führenden internationalen Handelsunternehmen beteiligt sich die METRO GROUP auch am wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Diskurs. Dabei setzen wir auf einen transparenten Dialog mit unseren Anspruchsgruppen. Wir wollen außerdem unserer Verantwortung als guter Unternehmensbürger gerecht werden. Zu den Schwerpunkten unseres gesellschaftlichen Engagements gehören die Einhaltung von Verhaltenskodizes und Grundsätzen der Unternehmensführung, der regelmäßige Austausch und die Berichterstattung zu gesellschaftlichen Themen sowie gemeinnütziges Engagement in Form von Spenden- und Sponsoringaktivitäten.

Vertiefende Informationen und weitere Kennzahlen zum Thema Nachhaltigkeit finden sich im METRO GROUP Nachhaltigkeitsbericht 2012, der dem Geschäftsbericht beiliegt, sowie auf unserer Internetseite unter der Rubrik Nachhaltigkeit. Der Nachhaltigkeitsbericht wurde in diesem Jahr erstmals auf Basis der Global Reporting Initiative (GRI) Sustainability Reporting Guidelines erstellt. Er entspricht gemäß der nach GRI vorgesehenen Selbsteinschätzung den Anforderungen des GRI-Levels B.