Künftige Branchensituation und Entwicklung der METRO GROUP

METRO Cash & Carry

Die Entwicklung im Selbstbedienungsgroßhandel ist an die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gekoppelt. Wir erwarten, dass die wirtschaftliche Schwächephase in der ersten Jahreshälfte 2013 anhalten wird. Für die zweite Jahreshälfte rechnen wir mit einer allmählichen Erholung, die sich 2014 fortsetzen wird. Dabei fällt die Entwicklung sowohl zwischen den Regionen als auch innerhalb der einzelnen Wirtschaftsräume unterschiedlich aus. Wir gehen davon aus, dass sich dieser uneinheitliche Verlauf auch in der Entwicklung des Cash-and-Carry-Segments widerspiegeln wird.

In Deutschland und in Westeuropa erwarten wir vor dem Hintergrund der Finanz- und Schuldenkrise keine wesentlichen Wachstumsimpulse für den Selbstbedienungsgroßhandel. Bei Lebensmitteln sollte das Nachfragevolumen in etwa das Niveau der Vorjahre erreichen. Preissteigerungen können sich positiv auf die Umsatzentwicklung auswirken. Die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln werden zumindest 2013 aller Voraussicht nach leicht rückläufig sein. Abhängig von der wirtschaftlichen Lage wird sich der negative Trend 2014 gegebenenfalls umkehren. In Ländern, die besonders von der Eurokrise betroffen sind, wird es voraussichtlich zu einer moderat negativen Entwicklung des Cash-and-Carry-Segments kommen. In den weniger stark betroffenen Ländern Westeuropas gehen wir für die Jahre 2013 und 2014 von stabilen oder leicht steigenden Umsätzen im Selbstbedienungsgroßhandel aus.

Für den Selbstbedienungsgroßhandel in der Region Osteuropa erwarten wir für 2013 und 2014 eine Fortsetzung des Wachstums. Positiv wird sich neben Preissteigerungen, die oberhalb des westeuropäischen Niveaus liegen, aller Voraussicht nach auch eine höhere Nachfrage auswirken. In Russland und der Türkei wird sich das Cash-and-Carry-Segment bei weiterhin guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv entwickeln. Demgegenüber gehen wir für Griechenland bei einem anhaltend negativen Konjunkturverlauf davon aus, dass die Umsätze 2013 erneut leicht zurückgehen werden. Ab 2014 sind – abhängig von einer konjunkturellen Erholung – wieder Zuwächse möglich.

In Asien werden die Umsätze im Selbstbedienungsgroßhandel auch 2013 und 2014 steigen. Das Cash-and-Carry-Segment verzeichnet in dieser Region unverändert sehr hohe Zuwachsraten, die oberhalb von denen des modernen Lebensmitteleinzelhandels liegen. Die Branche ist in der Region weiterhin vielfach nur einem schwachen Wettbewerb durch andere moderne Formate ausgesetzt. Entsprechend bieten die klassischen Händler, die eine wichtige Kundengruppe für Selbstbedienungsgroßhändler darstellen, unverändert ein großes Potenzial. Wir erwarten, dass dieses Kundensegment auch durch eine Lockerung des Verbots direkter Investitionen ausländischer Handelsketten in Indien sehr bedeutend bleibt.

METRO Cash & Carry wird die internationale Expansion 2013 und 2014 fortsetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei unverändert auf den Wachstumsregionen Asien und Osteuropa.

Real

Die Nachfrage nach Lebensmitteln wird vorrangig vom unmittelbaren Bedarf bestimmt. Entsprechend unterliegt der Lebensmitteleinzelhandel nur in vergleichsweise geringem Maß konjunkturellen Schwankungen. Daher gehen wir davon aus, dass das Nachfragevolumen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel 2013 und 2014 auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Dies gilt auch für den Fall, dass sich die Eurokrise stärker auf die deutsche Wirtschaft und den deutschen Arbeitsmarkt auswirkt als von Experten aktuell prognostiziert.

Wachstumsimpulse für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel sind 2013 und 2014 lediglich durch positive Preiseffekte zu erwarten, die primär auf hohe Rohstoffpreise zurückzuführen sind. Der Anstieg wird sich dabei in etwa auf dem Niveau von 2012 bewegen. Entsprechend gehen wir für 2013 und 2014 davon aus, dass der deutsche Lebensmitteleinzelhandel auf dem Niveau von 2012 wächst.

Media-Saturn

Der Elektrofachhandel ist verglichen mit anderen Einzelhandelsbranchen überdurchschnittlich vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld abhängig. Da die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den Ländern 2013 und 2014 aller Voraussicht nach weiterhin sehr unterschiedlich ausfallen, wird sich der Elektrofachhandel erneut regional uneinheitlich entwickeln.

Für Deutschland wird für 2013 ein Umsatzwachstum im Elektrofachhandel erwartet. Diese Einschätzung teilen sowohl die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) als auch der Branchenverband BITKOM. Die Experten gehen davon aus, dass sowohl die Umsätze mit Unterhaltungselektronik als auch die mit Informations- und Kommunikationstechnologie steigen werden. Die Nachfrage nach Fernsehern wird nach Meinung der Fachleute 2013 die Rekordmarke des Vorjahres, die bei mehr als 10 Millionen verkauften Geräten lag, wieder erreichen. Mit einer steigenden Nachfrage ist außerdem zum Beispiel bei Tablet-PCs und Smartphones zu rechnen. Für 2014 erwarten wir, dass von den Olympischen Winterspielen und von der Fußball-Weltmeisterschaft – wie in der Vergangenheit – Wachstumsimpulse ausgehen werden, die zu einer positiven Nachfrageentwicklung beitragen.

In Westeuropa steht die Branche 2013 und 2014 in vielen Ländern unverändert unter dem Eindruck negativer konjunktureller Voraussetzungen. Insbesondere für die Eurokrisenstaaten, wie beispielsweise Italien, Spanien und Portugal, gehen wir 2013 weiterhin von einer schwachen Marktentwicklung aus. Nach einer Bodenbildung könnte die Branche ab 2014 wieder in eine positive Richtung tendieren. Für die übrigen Länder Westeuropas rechnen wir für 2013 und 2014 hingegen mit einem stabilen bis positiven Umsatzverlauf. Ähnlich wie in Deutschland dürften sich die beiden genannten großen Sportereignisse 2014 auch in Westeuropa positiv auswirken. Ungeachtet dessen ist die Prognose zur Branchenentwicklung im Elektrofachhandel mit hohen Unsicherheiten verbunden, da weiterhin große Unsicherheiten bezüglich des Konjunkturverlaufs bestehen.

In Osteuropa erwarten wir für 2013 und 2014 ebenfalls eine uneinheitliche Entwicklung im Elektrofachhandel. Für Russland und die Türkei gehen wir sowohl für 2013 als auch für 2014 von einem weiteren Wachstum der Branche aus. Impulse hierfür kommen in diesen beiden Ländern von einer fortgesetzten Expansion zur Erschließung des bislang nicht erschlossenen Marktpotenzials. Zudem erwarten wir für Russland im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen in Sotschi für 2014 eine starke Belebung der Nachfrage. Demgegenüber ist für die Länder Osteuropas, in denen die konjunkturellen Rahmenbedingungen negativ sind, mit einer unverändert rückläufigen Branchenentwicklung zu rechnen. Dies gilt insbesondere für Griechenland.

Regionenübergreifend wird der Vertrieb über das Internet in den beiden kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen und Marktanteile zulasten des stationären Elektrofachhandels gewinnen. Mehrkanalanbieter wie Media Markt und Saturn können von dieser Entwicklung profitieren, indem sie die Vorteile beider Vertriebswege optimal kombinieren. Media Markt und Saturn werden die Verknüpfung beider Vertriebswege in weiteren Ländern vorantreiben, um die eigene Marktposition weiter auszubauen.

Galeria Kaufhof

Die Entwicklung von Galeria Kaufhof wird davon abhängig sein, inwieweit sich die Eurokrise 2013 negativ auf die Wirtschaft und die Konsumstimmung in Deutschland auswirkt. Ab der zweiten Jahreshälfte 2013 wird sich die Wirtschaftslage voraussichtlich wieder aufhellen. Vom privaten Konsum dürften dann positive Impulse für den Einzelhandel ausgehen, von denen auch Galeria Kaufhof profitieren wird. Dieser Trend wird 2014 noch anhalten.

Die schwächere Entwicklung des Warenhaussegments im Vergleich zum Einzelhandel wird sich nach unseren Erwartungen auch 2013 und 2014 weiter fortsetzen. Einerseits ist dies darauf zurückzuführen, dass die Branche den Abbau von Überkapazitäten weiter fortsetzen wird. Andererseits bleibt der Wettbewerbsdruck, der sich aus dem weiterhin schnell wachsenden Distanzvertrieb über das Internet ergibt, unverändert hoch und wird auf zusätzliche Warengruppen übergreifen. Um diesem Wettbewerb erfolgreich standhalten zu können, ist zusätzlich zu einer klaren Positionierung im Filialgeschäft eine optimale Verzahnung des stationären Angebots mit dem Internetvertrieb erforderlich. Als Konzept- und Systemführer im Warenhaussegment hat Galeria Kaufhof diese Verknüpfung bereits erfolgreich auf den Weg gebracht. Entsprechend wird sich die Vertriebslinie nach unserer Einschätzung in den beiden kommenden Jahren besser entwickeln als der vergleichbare Wettbewerb.