Künftige gesamtwirtschaftliche Situation

Die Weltwirtschaft befand sich Anfang 2013 weiterhin in einer Schwächephase, die voraussichtlich über die erste Jahreshälfte hinweg andauern wird. Grundsätzlich ist dieser Verlauf für alle wichtigen Wirtschaftsregionen zu erwarten – allerdings in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität.

Die Lage in der Eurozone hat sich aufgrund der 2012 ergriffenen Maßnahmen der Länder und der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas stabilisiert. Insgesamt haben sich dadurch die Risiken aus der Staatsschuldenkrise leicht verringert. Die Anpassungen zum Abbau der Staatsverschuldung dauern jedoch an. Das belastet kurz- bis mittelfristig die wirtschaftlichen Perspektiven. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit auf neue Rekordwerte angestiegen und eine Trendumkehr ist kurzfristig nicht in Sicht. Dies wird 2013 erneut vor allem die Kaufkraft und die Konsumnachfrage belasten. Für die Länder der Eurozone wird ein schwieriges Jahr erwartet, insbesondere für Griechenland sowie die ebenfalls stark verschuldeten Peripherieländer Italien, Portugal und Spanien. Nach dem wirtschaftlichen Rückgang im vergangenen Jahr erwarten wir übereinstimmend mit den meisten Wirtschaftsforschungsinstituten eine Entwicklung am Rande der Stagnation. Dabei ist nach einem schwachen ersten Halbjahr voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer allmählichen wirtschaftlichen Aufhellung zu rechnen.

Positive Signale für die Weltwirtschaft kommen wieder einmal aus China. Die Volksrepublik verzeichnete im Berichtsjahr zwar das schwächste Wirtschaftswachstum seit 1999. Aber die chinesische Regierung konnte die Wirtschaft durch verstärkte Infrastrukturinvestitionen erfolgreich anschieben. In der Folge legte die chinesische Industrie Anfang 2013 so stark zu wie zuletzt 2011. Gleichzeitig zogen auch die Preise wieder an. Insgesamt ist zu erwarten, dass China der Weltwirtschaft 2013 wieder etwas stärkere Wachstumsimpulse geben kann. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass die nach wie vor existierende Blase in der Bauwirtschaft durch die Konjunkturpolitik der Regierung ein weiteres Mal vergrößert wird.

Allenfalls leicht positive Effekte auf die Weltwirtschaft sind von den USA zu erwarten, die ihren konjunkturellen Erholungsprozess weiter fortsetzen. Der Etatstreit um die sogenannte Fiskalklippe konnte Ende 2012 vorläufig beigelegt werden. Bei einer Nichteinigung wären verschiedene Steuersenkungen automatisch ausgelaufen sowie staatliche Ausgabenkürzungen in Kraft getreten. Dies hätte sich stark negativ auf die Wirtschaft ausgewirkt. Insgesamt bleiben die Staatverschuldung und die Haushaltspolitik der USA im weiteren Jahresverlauf aber ein Risikofaktor.

Insgesamt erwarten wir, dass das Wachstum der Weltwirtschaft 2013 nach 2,3 Prozent im Vorjahr leicht auf rund 2,5 Prozent zulegen wird. Für 2014 rechnen wir damit, dass sich die langsame Erholung fortsetzt. Diese Tendenz wird jedoch maßgeblich vom Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa beeinflusst. Aufgrund der insgesamt weiter unterdurchschnittlichen Wirtschaftsdynamik erwarten wir für 2013 keinen wesentlichen Inflationsdruck. Die Entwicklung des Handels wird jedoch belastet durch die weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die von anhaltenden Maßnahmen zum Abbau der Staatsverschuldung und einer hohen Arbeitslosigkeit geprägt sein werden. Die Branche dürfte sich daher insbesondere in Europa nur unwesentlich besser entwickeln als 2012. Ein dynamisches Wachstum erwarten wir lediglich erneut für die asiatischen Schwellenländer, die sich gegenüber der Schwächephase der Weltwirtschaft weiterhin vergleichsweise robust zeigen.

Deutschland

Deutschland konnte sich 2012 der Krise in den Euroländern nicht mehr entziehen. In der Folge entwickelte sich die Wirtschaft im vierten Quartal rückläufig. Die Schwächephase wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2013 noch andauern. Konjunkturelle Frühindikatoren deuten aber bereits auf eine Erholung hin. Für das Gesamtjahr rechnen wir allerdings nur mit einem schwachen Wachstum in der Größenordnung von 0,5 Prozent (Vorjahr 0,7 Prozent).

Die positive Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts hat in der zweiten Jahreshälfte 2012 deutlich an Schwung verloren. Angesichts der zwischenzeitlichen Schwächephase der deutschen Wirtschaft erwarten wir, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2013 wieder leicht ansteigt. Insgesamt wird sie sich aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau bewegen.

Die verschlechterten Rahmenbedingungen belasten auch den privaten Konsum und den Handel. Ein positiver Impuls geht hingegen von den verfügbaren Einkommen aus, die voraussichtlich auch 2013 steigen werden. Insgesamt rechnen wir daher mit einem im Vergleich zu 2012 nur leicht niedrigeren nominalen Handelswachstum. Preisbereinigt ist voraussichtlich von einer rückläufigen Entwicklung auszugehen.

Trotz Abschwächung steht die deutsche Wirtschaft im europäischen Vergleich weiterhin gut da. Sie profitiert nach wie vor von einer – im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten der EU – guten wirtschaftlichen Verfassung und anhaltend hohen Wettbewerbsfähigkeit. Wir erwarten daher, dass sich die im Jahresverlauf wieder einsetzende wirtschaftliche Dynamik 2014 fortsetzen wird.

Westeuropa

Die Entwicklung in Westeuropa wird auch 2013 von der Staatsschuldenkrise geprägt sein. Trotz einer leichten Stabilisierung innerhalb der Eurozone ist im Zuge der Maßnahmen zum Abbau der Staatsverschuldung immer wieder mit Rückschlägen zu rechnen. Hinzu kommt, dass sich viele Länder Westeuropas zu Jahresbeginn immer noch in einer Rezession befanden. Die Arbeitslosigkeit lag auf Rekordniveau und die staatlichen Sparmaßnahmen belasteten Wirtschaft und Verbraucher. Im Jahresverlauf ist angesichts der sich kurzfristig negativ auswirkenden Anpassungen nur eine leichte Erholung zu erwarten. Für den gesamten Wirtschaftsraum Westeuropa rechnen wir für 2013 nach dem Rückgang im Vorjahr bestenfalls mit einer Stagnation. Dabei werden sich die stark von der Schuldenkrise betroffenen Peripherieländer und die robusteren Kernländer erneut uneinheitlich entwickeln. Für die Krisenländer Italien, Portugal und Spanien rechnen wir auch 2013 mit einer rückläufigen Wirtschaftsleistung. Für die meisten anderen Länder Westeuropas erwarten wir nur ein geringes Wachstum unterhalb von 1 Prozent.

Auch die privaten Konsumausgaben und die Handelsbranche dürften stagnieren, nachdem sich beide 2012 rückläufig entwickelt hatten. Rekordarbeitslosigkeit und die Belastung der Kaufkraft durch staatliche Eingriffe gehen in Westeuropa einher mit einem eingetrübten Konsumklima. All das dürfte die private Nachfrage ein weiteres Jahr belasten.

Osteuropa

Von der Schwäche Westeuropas sind die Volkswirtschaften Osteuropas ebenfalls betroffen, da beide Regionen eng miteinander verflochten sind. So hat die Staatsschuldenkrise in Westeuropa auch die osteuropäische Exportwirtschaft deutlich belastet; die ausländischen Direktinvestitionen gingen zurück. Die wirtschaftliche Entwicklung Osteuropas wird deshalb vor allem von einer möglichen Erholung Westeuropas abhängen. Dabei sind die Wachstumsaussichten der Länder mit hoher Auslandsverschuldung deutlich verhaltener als die von Staaten mit moderaten Außenständen. Insgesamt zeichnet sich die Entwicklung – ähnlich wie in Westeuropa – durch hohe Heterogenität aus. Für die gesamte Region erwarten wir für 2013 erneut einen Zuwachs oberhalb von 2 Prozent, nachdem die Wirtschaft bereits 2012 um 2 Prozent zugelegt hatte. Insgesamt wird das Wachstum damit weiter hinter den Steigerungsraten der Vorkrisenjahre zurückbleiben. Die Region weist aber ebenso wie Asien weiterhin hohes wirtschaftliches Potenzial auf. Daher erwarten wir, dass Osteuropa mittelfristig wieder eine hohe Wirtschaftsdynamik entfalten wird.

Unter den großen Volkswirtschaften wird Russland voraussichtlich auch 2013 wieder das höchste Wirtschaftswachstum in Osteuropa aufweisen, gefolgt von der Türkei, die sich nach einem vergleichsweise schwachen Jahr langsam wieder erholt. Für beide Länder erwarten wir ein Wachstum oberhalb von 3 Prozent. Für Polen rechnen wir mit einem Wachstum in einer Größenordnung von 2 Prozent. Das Land kann sein Potenzial damit weiterhin nicht ausschöpfen. Gleiches gilt für Rumänien und Bulgarien; beide Länder werden aber mit einer Rate von knapp 2 Prozent voraussichtlich wieder etwas stärker als im Vorjahr wachsen. Tschechien und Ungarn werden 2013 mit einem Wachstum von unter 1 Prozent nur leicht zulegen. In beiden Ländern ging die Wirtschaftsleistung 2012 zurück. Schlusslicht bleibt Griechenland, dessen Wirtschaft sich 2013 das sechste Jahr in Folge rückläufig entwickeln wird. Verbunden mit der langsam einsetzenden Erholung in der zweiten Jahreshälfte wird das Wirtschaftswachstum 2014 in Osteuropa im Durchschnitt voraussichtlich oberhalb der Zuwachsraten von 2013 liegen.

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft wächst die Verbrauchernachfrage in Osteuropa überdurchschnittlich. Der Handel wird 2013 voraussichtlich in einer ähnlichen Größenordnung zulegen können wie im Vorjahr. Insgesamt wird dabei eine leichte Angleichung stattfinden: Länder mit starkem Handelswachstum wie Russland und die Ukraine werden aller Erwartung nach das Wachstumstempo nicht ganz halten können; dagegen wird die Wirtschaft in Ländern wie Rumänien und Tschechien, die sich 2012 noch schwach entwickelt haben, langsam an Fahrt aufnehmen.

Asien/Afrika

In den asiatischen Schwellenländern erwarten wir nach einer spürbaren Abschwächung im Berichtsjahr für 2013 und 2014 wieder eine etwas größere Wachstumsdynamik. Hoffnungsträger ist dabei erneut China, das bereits Anfang 2013 hohe Zuwächse in der Produktion verzeichnete und insgesamt wieder auf Wachstumskurs zu sein scheint – mit den bereits genannten Risiken. Nach einer Zunahme um 7,8 Prozent im Jahr 2012 ist für 2013 wieder mit einem Wirtschaftswachstum oberhalb von 8 Prozent zu rechnen. Auch Vietnam und Indien werden – nach einer teilweise deutlichen Verlangsamung im Vorjahr – 2013 und 2014 wieder etwas an Tempo zulegen; die Dynamik bleibt aber weiterhin unterhalb des Niveaus der Vorkrisenjahre.

Die privaten Konsumausgaben folgen der Entwicklung des Wirtschaftswachstums. Nach einer teilweise deutlich geringeren Steigerung im Berichtsjahr wird es 2013 und 2014 wieder zu höheren Zunahmen kommen. Diese werden jedoch – wie die Wirtschaft insgesamt – nicht an die Wachstumsraten der vergangenen Jahre heranreichen. Im Handel hingegen lassen sich in China, Indien und Vietnam voraussichtlich auch 2013 und 2014 wieder nominale Wachstumsraten in teilweise 2-stelliger Größenordnung erzielen.

In Japan wird der in der zweiten Jahreshälfte 2012 begonnene Abschwung zunächst weiter anhalten. Trotz eines umfangreichen Konjunkturpakets sowie einer zu erwartenden Aufhellung des Konjunkturklimas in der zweiten Jahreshälfte 2013 wird das Wachstum voraussichtlich hinter dem des Vorjahres zurückbleiben. Der Handel wird sich dabei in diesem gesättigten Markt ein weiteres Jahr unterdurchschnittlich entwickeln. Auch für 2014 erwarten wir aufgrund der strukturellen Probleme des Landes kein wesentlich höheres Wachstum als 2013.

Die wirtschaftliche Dynamik in Ägypten wird voraussichtlich auch 2013 durch die nach wie vor bestehende politische Unsicherheit beeinträchtigt werden. Insgesamt erwarten wir aber eine allmähliche Erholung der wirtschaftlichen Lage.

Aufbauend auf unserem Ausblick zur Wirtschafts- und Handelsentwicklung gibt der folgende Abschnitt einen Überblick über die Folgen in einzelnen Branchen sowie für unsere Vertriebslinien.