Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft hat sich 2012 äußerst schwach entwickelt. Der konjunkturelle Abschwung, der bereits in der zweiten Hälfte des Vorjahres begonnen hatte, setzte sich im Berichtsjahr fort beziehungsweise verstärkte sich in vielen Ländern sogar noch. Insgesamt ist die globale Wirtschaftsleistung lediglich um 2,3 Prozent gewachsen (Vorjahr 2,7 Prozent). Wichtigster Belastungsfaktor war die Schulden- und Vertrauenskrise im Euroraum. Die prekäre Situation der öffentlichen Haushalte in einigen Industrieländern führte zu anhaltender Unsicherheit auf den Finanzmärkten und wirkte sich negativ auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen aus. Infolgedessen bewegten sich mehrere Länder West- und Osteuropas im Berichtsjahr in oder am Rande einer Rezession.

Die schwache Konjunktur, verbunden mit staatlichen Sparmaßnahmen zur Stabilisierung der Staatshaushalte, beeinträchtigte die verfügbaren Einkommen und die Kaufkraft der Verbraucher. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union auf neue Rekordwerte an. Nach 9,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2011 lag die Arbeitslosigkeit in der EU zum Ende des Berichtsjahres bei 10,7 Prozent. In der Folge trübte sich in vielen Ländern das Konsumklima – ausgehend von einem ohnehin niedrigen Niveau – weiter ein.

Im Zuge dessen schwächte sich auch die Wirtschaftsdynamik in den Schwellenländern insgesamt ab. Dies galt auch für die asiatischen Märkte, wenngleich die Region 2012 erneut das stärkste Wachstum von allen Wirtschaftsräumen verzeichnete. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den Industrieländern konnten die asiatischen Schwellenländer jedoch nicht kompensieren.

Trotz des fortgesetzten Abschwungs der Weltwirtschaft haben die Verbraucherpreise 2012 wieder vergleichsweise stark zugelegt. Grund war der erneute Anstieg der Rohstoffpreise für Energie und Nahrungsmittel, wenngleich sie die Rekordwerte von Anfang 2011 nicht erreichten. Das hohe Niveau führte dazu, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Verlauf des Berichtsjahres nur langsam abschwächte. Insgesamt lag die Inflation zwar unterhalb der des Vorjahres. Aber in vielen Ländern stiegen die Preise für Nahrungsmittel 2012 sogar noch einmal stärker als 2011. In den Schwellenländern, in denen die Nahrungsmittelausgaben einen hohen Anteil am verfügbaren Einkommen ausmachen, führte dies zu erheblichen Belastungen für die Verbraucher.