Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften

Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im vorliegenden Konzernabschluss kamen erstmals diejenigen vom IASB überarbeiteten, ergänzten sowie neu herausgegebenen Bilanzierungsstandards und Interpretationen zur Anwendung, die im Rumpfgeschäftsjahr 2013 für die METRO AG verpflichtend waren:

IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben)

Seit dem 1. Januar 2013 ist die Änderung „Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten“ des IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) anzuwenden. Hiernach sind Angaben zu Verrechnungsrechten und damit verwandte Vereinbarungen offenzulegen, um über ihre Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu informieren, sowie Abschlüsse nach IFRS und US-GAAP vergleichbar zu machen. Die Offenlegungspflicht umfasst sowohl saldierte Finanzinstrumente als auch solche nicht saldierte Finanzinstrumente, die einer durchsetzbaren Globalaufrechnungsvereinbarung oder einer vergleichbaren Vereinbarung unterliegen.

Eine tabellarische Darstellung der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen, findet sich unter Nummer 38 „Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten“.

IFRS 13 (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert)

Der neue Standard IFRS 13 stellt einheitliche Vorgaben auf, wie Fair Values zu ermitteln sind. Lediglich für IAS 17 (Leasingverhältnisse) und IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütungen) gibt es weiterhin separate Regelungen. In welchen Fällen zum Fair Value bewertet werden muss oder der Fair Value im Anhang anzugeben ist, wird allerdings weiterhin in dem jeweiligen themenbezogenen IFRS geregelt.

Nach IFRS 13 ist der Fair Value als Preis definiert, der durch den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt werden würde beziehungsweise der gezahlt werden müsste, um eine Schuld zu übertragen. Hierfür sieht der Standard ein dreistufiges Hierarchiesystem vor, das bezüglich der Abhängigkeit von beobachtbaren Marktpreisen abgestuft ist. Sofern es einen Unterschied zwischen Angebots- und Nachfragepreis gibt, wird der zur Bewertung geeignetste Preis angesetzt. Sofern nicht anders angegeben, wird der Mittelwert aus Angebots- und Nachfragepreis verwendet.

Die Erstanwendung des IFRS 13 im aktuellen Rumpfgeschäftsjahr führte bei der METRO AG zu keinen wesentlichen Abweichungen bei der Ermittlung von Fair Values.

IAS 1 (Darstellung des Abschlusses)

Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 wurde erstmals die Änderung „Darstellung von Posten des Sonstigen Ergebnisses“ des IAS 1 umgesetzt. Diese gibt vor, dass in der Überleitung vom Perioden- zum Gesamtergebnis die Posten des Sonstigen Ergebnisses dahingehend unterteilt werden müssen, ob sie in Zukunft bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden oder ob sie dauerhaft im Eigenkapital verbleiben. Zusätzlich müssen für diese beiden neuen Kategorien des Sonstigen Ergebnisses die jeweiligen Steuereffekte gesondert dargestellt werden.

IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer)

Seit dem 1. Januar 2013 ist der überarbeitete IAS 19 verpflichtend anzuwenden. In diesem wurde das bislang bestehende Wahlrecht für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen abgeschafft, nach welchem diese entweder sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung, erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis oder nach der sogenannten Korridormethode erfasst werden durften. Mit der Überarbeitung des IAS 19 ist für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste nur noch die sofortige erfolgsneutrale Erfassung im Sonstigen Ergebnis zulässig. Die im Eigenkapital angesammelten Beträge verbleiben dort und werden auch in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt. Demzufolge bleibt die Gewinn- und Verlustrechnung zukünftig dauerhaft frei von Effekten aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten. Da von der METRO AG bisher die Korridormethode angewandt wurde, führte dies zu einem Methodenwechsel. Eine weitere Änderung besteht darin, dass zukünftig für die Ermittlung der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen der gleiche Zinssatz verwendet wird wie für die Diskontierung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand künftig ebenfalls vollständig in der Periode der dazugehörigen Planänderungen erfolgswirksam erfasst.

Gemäß den Übergangsvorschriften erfolgt die Erstanwendung des überarbeiteten IAS 19 bei der METRO AG retrospektiv. In der Bilanz wurden entsprechend der Höhe der am jeweiligen Stichtag bestehenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, welche gemäß der Korridormethode bislang außerhalb der Bilanz mitgeführt wurden, die Gewinnrücklagen zum 31. Dezember 2012 um –627 Mio. €, zum 30. September 2012 um –586 Mio. € sowie zum 1. Januar 2012 um –203 Mio. € erfolgsneutral angepasst (einschließlich der auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallenden Beträge, exklusive des gegenläufigen Effekts aus latenten Steuern). Korrespondierend wurden die Rückstellungen zum 31. Dezember 2012 um +471 Mio. €, zum 30. September 2012 um +437 Mio. € sowie zum 1. Januar 2012 um +155 Mio. € beziehungsweise die Aktivwerte aus Pensionen zum 31. Dezember 2012 um –140 Mio. €, zum 30. September 2012 um –138 Mio. € sowie zum 1. Januar 2012 um –49 Mio. € angepasst. Der Bilanzgewinn wurde zum 31. Dezember 2012 um +12 Mio. €, zum 30. September 2012 um +5 Mio. € sowie zum 1. Januar 2012 um –1 Mio. € geändert.

Darüber hinaus mussten Anpassungen in der Gewinn- und Verlustrechnung für 12M 2012 und 9M 2012 vorgenommen werden. Durch die ergebniswirksame Ausbuchung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands wurden die allgemeinen Verwaltungskosten um 4 Mio. € für 12M 2012 sowie um 2 Mio. € für 9M 2012 gesenkt, was zu einer entsprechenden Erhöhung des EBIT führte. Infolge der Ausbuchung der in 12M 2012 und 9M 2012 vorgenommenen Amortisation von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sanken die Zinsaufwendungen um 8 Mio. € für 12M 2012 sowie um 7 Mio. € für 9M 2012. Zusätzlich stiegen die Zinserträge aufgrund der Anwendung des Rechnungszinssatzes der Pensionsverpflichtung auf das Planvermögen um 7 Mio. € für 12M 2012 sowie um 5 Mio. € für 9M 2012. Insgesamt ergab sich somit eine Erhöhung des Finanzergebnisses um 15 Mio. € für 12M 2012 sowie um 12 Mio. € für 9M 2012. Korrespondierend wurde ein rechnerischer Steueraufwand von 5 Mio. € für 12M 2012 sowie von 7 Mio. € für 9M 2012 berücksichtigt.

Wäre der IAS 19 nicht überarbeitet worden, hätte dies zu folgenden Auswirkungen geführt: Zum 30. September 2013 wären die Pensionsrückstellungen um 374 Mio. €, das EBIT um 1 Mio. € und das Finanzergebnis um 114 Mio. € geringer ausgefallen. Desweiteren wären die Aktivwerte aus Pensionen um 109 Mio. € und die Gewinnrücklagen um 627 Mio. € (exklusive des gegenläufigen Effekts aus latenten Steuern) höher angesetzt worden.

Verbesserungen der IFRS (2009–2011)

Darüber hinaus waren die „Verbesserungen der IFRS (2009–2011)“ erstmals ab dem 1. Januar 2013 anzuwenden. Diese hatten allerdings keinen wesentlichen Einfluss auf den vorliegenden Konzernabschluss.

Weitere IFRS-Änderungen

Zusätzlich zu den aufgeführten Änderungen sind zum IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards) die Änderung „Darlehen der öffentlichen Hand“ sowie die Interpretation IFRIC 20 (Abraumbeseitigungskosten während der Produktionsphase im Tagebau) zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten. Da diese jedoch nur für IFRS-Erstanwender beziehungsweise im Tagebau tätige Unternehmen relevant sind, hatten diese Änderungen keine Auswirkungen für die METRO AG.

Veröffentlichte, aber im Rumpfgeschäftsjahr 2013 noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Vom IASB wurde eine Reihe weiterer Bilanzierungsstandards und Interpretationen neu verabschiedet beziehungsweise überarbeitet, die von der METRO AG im Rumpfgeschäftsjahr 2013 noch nicht umgesetzt wurden, da sie entweder noch nicht zwingend anzuwenden waren oder noch nicht von der Europäischen Kommission zur Anwendung genehmigt wurden.

  Download XLS (26 kB)

Standard/ Interpre­tation

Titel

Anwendungs-
beginn
gemäß IFRS1

Anwendung bei METRO AG ab2

Genehmigt durch EU3

1

Ohne vorzeitige Anwendung

2

Voraussetzung: Genehmigung zur Anwendung (Endorsement) durch die EU ist erfolgt

3

Stand: 30. September 2013

4

Anwendung erst zum 1. Oktober aufgrund der Geschäftsjahresumstellung

5

Für Unternehmen in der EU erfolgt die Anwendung erst ab dem 1. Januar 2014; Anwendung bei der METRO AG zum 1. Oktober aufgrund der Geschäftsjahresumstellung

6

Offizieller deutscher Titel noch nicht bekannt – daher eigene Übersetzung

IFRS 7

Finanzinstrumente: Angaben (Änderung: Verpflichtender Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 9 und Übergangsangaben)

1.1.2015

1.10.20154

Nein

IFRS 9

Finanzinstrumente (Phase 1: Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten)

1.1.2015

1.10.20154

Nein

IFRS 9

Finanzinstrumente (Änderung: Verpflichtender Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 9 und Übergangsangaben)

1.1.2015

1.10.20154

Nein

IFRS 10

Konzernabschlüsse

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IFRS 10

Konzernabschlüsse (Änderung: Übergangsleitlinien)

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IFRS 10

Konzernabschlüsse (Änderung: Investmentgesellschaften6)

1.1.2014

1.10.20144

Nein

IFRS 11

Gemeinschaftliche Vereinbarungen

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IFRS 11

Gemeinschaftliche Vereinbarungen (Änderung: Übergangsleitlinien)

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IFRS 12

Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IFRS 12

Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (Änderung: Übergangsleitlinien)

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IFRS 12

Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (Änderung: Investmentgesellschaften6)

1.1.2014

1.10.20144

Nein

IAS 27

Einzelabschlüsse (Überarbeitung sowie Umbenennung im Rahmen der Einführung von IFRS 10)

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IAS 27

Einzelabschlüsse (Änderung: Investmentgesellschaften6)

1.1.2014

1.10.20144

Nein

IAS 28

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (Überarbeitung sowie Umbenennung im Rahmen der Einführung von IFRS 11)

1.1.2013

1.10.20145

Ja

IAS 32

Finanzinstrumente: Darstellung (Änderung: Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten)

1.1.2014

1.10.20144

Ja

IAS 36

Wertminderung von Vermögenswerten (Änderung: Angaben zum erzielbaren Betrag bei nicht finanziellen Vermögenswerten6)

1.1.2014

1.10.20144

Nein

IAS 39

Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (Änderung: Novationen von Derivaten und Fortsetzung der Sicherungsbilanzierung6)

1.1.2014

1.10.20144

Nein

IFRIC 21

Abgaben6

1.1.2014

1.10.20144

Nein

IFRS 9 (Finanzinstrumente – Phase 1: Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten)

Durch den neuen Standard IFRS 9 (Finanzinstrumente) sollen in Zukunft die derzeitigen Regelungen des IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten ersetzt werden. Die Entwicklung des IFRS 9 erfolgt in drei Phasen, von denen bislang nur die erste Phase „Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten“ abgeschlossen wurde. Des Weiteren sind die Phasen „Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten“ sowie „Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen“ geplant.

Der bislang veröffentlichte Stand des IFRS 9 enthält daher ausschließlich die Resultate der ersten Phase „Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten“. Im Rahmen dieser ersten Phase werden die vier Bewertungskategorien des IAS 39 zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten auf zwei reduziert – Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und Bewertung zum Fair Value. Die Einordnung in diese beiden Kategorien erfolgt auf Grundlage der Eigenschaften der vertraglich festgelegten Cashflows des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts sowie des Geschäftsmodells, mit dem das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte steuert. Aufgrund dieser Kriterien dürfen Eigenkapitalinstrumente in Zukunft lediglich zum Fair Value bewertet werden.

Wertänderungen von finanziellen Vermögenswerten bewertet zum Fair Value sind grundsätzlich erfolgswirksam zu erfassen. Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht jedoch ein unwiderrufliches Wahlrecht, bei erstmaligem Ansatz die Fair-Value-Änderungen erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis zu erfassen. Zudem ist eine Fair-Value-Option wie nach IAS 39 gemäß IFRS 9 für finanzielle Vermögenswerte nur noch erlaubt, falls hierdurch Ansatz- oder Bewertungsinkonsistenzen (Accounting Mismatches) vermieden werden können.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Regelfall zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten werden hingegen zum Fair Value bilanziert. Des Weiteren besteht auch für finanzielle Verbindlichkeiten eine Fair-Value-Option. Bei Ausübung dieser Option sind allerdings in Zukunft diejenigen Fair-Value-Änderungen, die aus einer Bonitätsänderung des Unternehmens selbst resultieren, erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis zu erfassen, während andere Änderungen erfolgswirksam berücksichtigt werden.

Da der IFRS 9 in der vorliegenden Fassung nach heutigem Stand voraussichtlich erst zum 1. Januar 2015 anzuwenden sein wird, was durch die Geschäftsjahresumstellung zu einer Erstanwendung bei der METRO AG in dem am 1. Oktober 2015 beginnenden Geschäftsjahr 2015/16 führen würde, kann derzeit noch keine Aussage zu den möglichen Effekten getroffen werden.

IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen)

Die neuen Standards IFRS 10, 11 und 12 beinhalten geänderte Regeln für die Konzernrechnungslegung. IFRS 10 (Konzernabschlüsse) führt neue Vorgaben für die Abgrenzung des Konsolidierungskreises ein. Durch diesen werden die bisherigen Regelungen zu Konzernabschlüssen des IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse – in Zukunft nur noch Einzelabschlüsse) und des SIC–12 (Konsolidierung – Zweckgesellschaften) ersetzt. Die wesentlichste Änderung durch IFRS 10 besteht in der Einführung eines einheitlichen Begriffs der Beherrschung. Damit in Zukunft Beherrschung vorliegt, müssen drei Kriterien erfüllt sein. Zum einen hat der Investor Bestimmungsmacht über das Beteiligungsunternehmen. Das bedeutet, dass es dem Investor aufgrund bestehender Rechte möglich ist, die maßgeblichen Tätigkeiten, also diejenigen Tätigkeiten, welche die wirtschaftlichen Erfolge des Beteiligungsunternehmens signifikant beeinflussen, zu bestimmen. Zum anderen trägt der Investor das Risiko beziehungsweise hat das Recht, an variablen wirtschaftlichen Erfolgen des Beteiligungsunternehmens und kann des Weiteren seine Bestimmungsmacht nutzen, um die Höhe der variablen Rückflüsse zu beeinflussen.

IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) regelt die Bilanzierung von Sachverhalten neu, bei denen mehrere Parteien die gemeinschaftliche Führung über ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Joint Operation) ausüben. Hierdurch werden der IAS 31 (Anteile an Gemeinschaftsunternehmen) und der SIC-13 (Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen) ersetzt sowie der IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen – zukünftig: Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) angepasst. Für Gemeinschaftsunternehmen wird das derzeit durch IAS 31 gewährte Wahlrecht zur Quotenkonsolidierung abgeschafft. In Zukunft sind diese ausschließlich gemäß der Equity-Methode zu bilanzieren, die weiterhin den Vorgaben des IAS 28 folgt. Da die METRO AG die Möglichkeit der Quotenkonsolidierung nicht in Anspruch genommen hat, ergeben sich aus dieser Änderung keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der METRO AG. Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten weist jedes der Partnerunternehmen gemäß IFRS 11 seinen Anteil an den gemeinschaftlich gehaltenen Vermögenswerten sowie den gemeinschaftlich entstandenen Verbindlichkeiten in der eigenen Bilanz aus. Analog weist es den eigenen Anteil aus den mit der gemeinschaftlichen Tätigkeit verbundenen Umsatzerlösen, Erträgen und Aufwendungen in seiner Gewinn- und Verlustrechnung aus.

Mit dem neuen IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) werden die Angabepflichten zu Beteiligungen an anderen Unternehmen stark ausgeweitet. Zukünftig sind detaillierte Informationen für Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen, gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen, konsolidierte Zweckgesellschaften (sogenannte strukturierte Unternehmen) und für alle nicht konsolidierten Zweckgesellschaften, zu denen Beziehungen bestehen, erforderlich.

Der Erstanwendungszeitpunkt für die neuen Standards IFRS 10, 11 und 12 sowie die Änderungen der Standards IAS 27 und 28 ist der 1. Januar 2013. Allerdings wurde in der Genehmigung zur Anwendung (Endorsement) der EU der Anwendungsbeginn für börsennotierte Unternehmen innerhalb der EU auf den 1. Januar 2014 verschoben. Daher erfolgt die erstmalige Anwendung durch die METRO AG aufgrund der Geschäftsjahresumstellung in dem am 1. Oktober 2014 beginnenden Geschäftsjahr 2014/15. Von der Erstanwendung der genannten Standards werden keine bedeutenden Auswirkungen auf den Konzernabschluss der METRO AG erwartet.

IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung)

Gemäß IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten saldiert ausgewiesen, sofern die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind: Zum einen muss das Unternehmen zum Stichtag einen unbedingten Rechtsanspruch auf die Saldierung haben. Zum anderen muss es in seiner Absicht liegen, entweder den Ausgleich auf einer Nettobasis durchzuführen oder zeitgleich den finanziellen Vermögenswert zu verwerten und die finanzielle Verbindlichkeit zu begleichen. Durch die Änderung „Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten“ des IAS 32 wurde konkretisiert, wann diese Bedingungen als erfüllt gelten. Insbesondere wurden Kriterien für das Vorliegen eines unbedingten Rechtsanspruchs festgelegt.

Die Änderung des IAS 32 ist für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden. Dies bedeutet, dass die Änderung aufgrund der Geschäftsjahresumstellung von der METRO AG erstmals in dem am 1. Oktober 2014 beginnenden Geschäftsjahr 2014/15 umgesetzt wird. Derzeit werden hieraus keine wesentlichen Effekte für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der METRO AG erwartet.

Die erstmalige Anwendung der übrigen in der Tabelle aufgeführten Standards und Interpretationen wird nach derzeitiger Einschätzung zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

Geänderter Ausweis

Andienungsrechte von nicht beherrschenden Gesellschaftern

Im Geschäftsjahr 2012 wurde die bilanzielle Behandlung von nicht beherrschenden Gesellschaftern gewährten Andienungsrechten harmonisiert. Bislang wurden die Verbindlichkeiten aus Andienungsrechten innerhalb der Bilanzposition „Sonstige finanzielle und andere Verbindlichkeiten“ entweder unter der Position „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ oder unter den „Übrigen Verbindlichkeiten“ ausgewiesen. Seit dem vierten Quartal 2012 werden sie einheitlich unter den „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ gezeigt. Da die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2012 nach der alten Logik berichtet wurden, erfolgte eine entsprechende retrospektive Anpassung. Dabei wurden zum 30. September 2012 aus den „Übrigen Verbindlichkeiten“ 309 Mio. € in die „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ umgegliedert. Dies führte auch zu einer Reduzierung der Segmentschulden zum 30. September 2012 im Segment Sonstige um 250 Mio. € und im Segment METRO Cash & Carry um 59 Mio. €, da die „Übrigen Verbindlichkeiten“ in die Segmentschulden eingerechnet werden, die „Verbindlichkeiten gegenüber konzernfremden Gesellschaftern“ jedoch nicht, da letztere nicht Teil des operativen Ergebnisses (EBIT) sind und somit nicht zu den Segmentschulden zählen.

Vorzugsaktien

Zum 1. Januar 2013 hat die METRO AG die bisherige Erfassung der aus der Ausgabe von Vorzugsaktien erhaltenen Beträge teilweise im Eigenkapital und teilweise im Fremdkapital aufgegeben. Die Vorzugsaktien, wie sie von der METRO AG ausgegeben werden, erfüllen nicht die Definition von Fremdkapital nach IAS 32, da die Zahlung einer Vorzugsdividende von einem entsprechenden Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung abhängt und eine Nachzahlungspflicht unschädlich für eine Eigenkapitalklassifizierung ist. Diese Auffassung wird durch die herrschende Meinung bestätigt. Seit dem Rumpfgeschäftsjahr 2013 werden daher die Vorzugsaktien der METRO AG als reine Eigenkapitalinstrumente behandelt. Ein entsprechender Betrag in Höhe von 7 Mio. € wurde aus den „sonstigen finanziellen und anderen Verbindlichkeiten“ (langfristig) in die „Kapitalrücklage“ umgebucht. Aufgrund der fehlenden Wesentlichkeit unterblieb eine retrospektive Anpassung.

Geänderte Bezeichnungen und neue Positionen

Geänderte Bezeichnung in der Gewinn- und Verlustrechnung

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde der Posten „Ergebnis aus assoziierten Unternehmen“ in „Ergebnis aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen“ umbenannt. Dadurch soll deutlich werden, dass auch Ergebnisse aus Gemeinschaftsunternehmen in dieser Position enthalten sind.

Neue Position in der Bilanz

Da die Beträge der unter Anwendung der Equity-Methode erfassten Beteiligungen im Berichtsjahr 2012 wesentlich wurden, erfolgt der Ausweis seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 in der separaten Bilanzposition „Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen“.

Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen

Nutzungsdauer von Immobilien bei Galeria Kaufhof

Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 wurden die Nutzungsdauern der Galeria Kaufhof Immobilien erhöht. Die neuen Nutzungsdauern liegen zwischen 30 und 50 Jahren. Im Rumpfgeschäftsjahr verminderten sich die Abschreibungsaufwendungen dadurch um 10,1 Mio. €. Ausgehend von dem heutigen Immobilienbestand von Galeria Kaufhof wird sich in den Folgejahren ein um 13,5 Mio. € geringerer Aufwand für Abschreibungen ergeben.