Ergänzende Angaben für die METRO AG (gemäß HGB)

Überblick über das Rumpfgeschäftsjahr 2013 und Prognose der METRO AG

Die METRO AG ist als Management-Holding der METRO GROUP hinsichtlich des Geschäftsverlaufs, der Lage sowie der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken maßgeblich von der Entwicklung der METRO GROUP abhängig.

Angesichts der Holding-Struktur ist – abweichend von der konzernweiten Betrachtung – die wichtigste Steuerungsgröße der METRO AG im Sinne des DRS 20 der handelsrechtliche Jahresüberschuss.

Geschäftsverlauf der METRO AG

Der Geschäftsverlauf der METRO AG ist wesentlich geprägt von der Entwicklung und dem Ausschüttungsverhalten ihrer Beteiligungen. Der Abschluss der METRO AG nach handelsrechtlichen Vorschriften dient als Ausschüttungsbemessungsgrundlage. Im Folgenden sind die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz der METRO AG nach HGB dargestellt. Den Angaben zum Berichtsstichtags 30. September 2013 werden jeweils die Werte des vorangegangenen Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2012 gegenübergestellt.

Ertragslage der METRO AG und Gewinnverwendung

Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. September 2013 nach HGB

  Download XLS (23 kB)

Mio. €

12M 2012

9M 2013

Beteiligungsergebnis

783

347

Finanzergebnis

–124

–101

Sonstige betriebliche Erträge

559

389

Personalaufwand

–147

–89

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

–54

–26

Sonstige betriebliche Aufwendungen

–483

–296

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

534

224

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

–34

0

Sonstige Steuern

–2

1

Jahresüberschuss

498

225

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr

21

22

Einstellungen in Gewinnrücklagen

–170

–110

Bilanzgewinn

349

137

Die METRO AG weist im Rumpfgeschäftsjahr ein Beteiligungsergebnis in Höhe von 347 Mio. € gegenüber 783 Mio. € im Vorjahr aus. Diese Ergebnissituation der Berichtsperiode über einen Neun-Monats-Zeitraum ist deutlich beeinflusst durch das Fehlen der positiven Ergebnisbeiträge des Weihnachts- und Jahresendgeschäfts.

In den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von 478 Mio. € (12M 2012: 476 Mio. €) sind mittelbar neben Verlusten des Rumpfgeschäftsjahres aus den inländischen Aktivitäten der Vertriebslinien METRO Cash & Carry und Real auch Ergebnisse von in Vorjahren entstandenen und im Berichtszeitraum vereinnahmten Gewinnen von ausländischen Cash-and-Carry-Gesellschaften enthalten. Weiterhin enthält diese Position Gewinne aus dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts der Vertriebslinie Real. Im Vorjahr waren in dieser Position Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Marktaustritt von Media Markt in China enthalten.

Die Erträge aus Beteiligungen ohne Gewinnabführungsvertrag in Höhe von 147 Mio. € (12M 2012: 589 Mio. €) resultieren im Wesentlichen aus Ausschüttungen von Servicegesellschaften des Konzerns sowie aus unmittelbaren Beteiligungen der METRO AG an ausländischen Cash-and-Carry-Gesellschaften.

Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 wurden auf Basis von Gewinnabführungsverträgen Verluste in Höhe von 138 Mio. € (12M 2012: 25 Mio. €) übernommen. Diese Verluste resultieren aus den Aktivitäten der Vertriebslinie Galeria Kaufhof sowie aus dem Bereich der Konzern-Immobilien-Servicegesellschaften im Rumpfgeschäftsjahr.

Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen resultieren mit 75 Mio. € aus den internationalen Cash-and-Carry-Aktivitäten sowie mit 65 Mio. € aus dem internationalen Bereich des Lebensmitteleinzelhandels.

Das Finanzergebnis beläuft sich auf –101 Mio. € (12M 2012: –124 Mio. €).

Die METRO AG agiert im Rahmen des Verrechnungspreissystems als sogenannter Franchise-Geber für die Vertriebslinie METRO Cash & Carry. Die Leistungserbringung besteht hauptsächlich in der Überlassung und Weiterentwicklung von Geschäftskonzepten, Softwareanwendungen und Holdingdienstleistungen. Um diese Leistungen erbringen zu können, werden insbesondere IT-Dienstleistungen von METRO SYSTEMS erworben, die sich innerhalb der sonstigen Aufwendungen und Abschreibungen niederschlagen. Die Leistungsverrechnung erfolgt durch Berechnung einer fremdvergleichskonformen Vergütung. Die METRO AG hat im Rumpfgeschäftsjahr 2013 den nationalen und internationalen operativen Gesellschaften der Vertriebslinie METRO Cash & Carry eine sogenannte Franchise-Gebühr in Höhe von insgesamt 222 Mio. € (12M 2012: 374 Mio. €) in Rechnung gestellt. Die Franchise-Gebühr selbst ist ein in Abhängigkeit von der Nutzung der offerierten Leistungen berechneter Prozentsatz vom Umsatz und Ergebnis der operativen Gesellschaft. Diese, an Tochterunternehmen berechneten Franchise-Gebühren, reduzieren sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des kürzeren Abrechnungszeitraums sowie der fehlenden Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus dem Weihnachts- und Jahresendgeschäft im Rumpfgeschäftsjahr.

Die Erträge aus Verwaltungsleistungen für Tochterunternehmen sind angestiegen, da in der Berichtsperiode in größerem Umfang Aufwendungen aus Zentralfunktionen und Projekten der METRO AG an die Vertriebslinien berechnet wurden.

Aus der Summe aller sonstigen betrieblichen Erträge, sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen der METRO AG ergab sich insgesamt ein Ergebnisanstieg gegenüber dem Vorjahr um 45 Mio. € auf 67 Mio. € zum Stichtag.

Im Durchschnitt der drei Quartale des Rumpfgeschäftsjahres 2013 beschäftigte die METRO AG 940 (12M 2012: 970) Mitarbeiter. Teilzeitbeschäftigte und Aushilfen wurden auf Vollzeitkräfte umgerechnet. Die Personalaufwendungen betragen 89 Mio. € (12M 2012: 147 Mio. €). Neben den Effekten aus dem kürzeren Berichtszeitraum des Rumpfgeschäftsjahres führten geringere Abfindungsleistungen zu diesem Rückgang der Personalaufwendungen.

Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 225 Mio. € (12M 2012: 498 Mio. €) und liegt damit leicht oberhalb der zu Beginn der Berichtsperiode abgegebenen Prognose für das Rumpfgeschäftsjahr 2013.

Nach Einstellung von 110 Mio. € in die Gewinnrücklagen weist die Gesellschaft einen Bilanzgewinn von 137 Mio. € gegenüber 349 Mio. € im Jahr 2012 aus.

Zur Verwendung des Bilanzgewinns schlägt der Vorstand der METRO AG der Hauptversammlung vor, den ausgewiesenen Bilanzgewinn von 137 Mio. € in voller Höhe in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

Finanzlage der METRO AG

Zahlungsmittelflüsse

Zahlungsmittelflüsse ergaben sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aus Finanzierungsvorgängen mit Unternehmen der METRO GROUP. Kurzfristige, zum Ende des Geschäftsjahres aus den Vertriebslinien bereitgestellte Geldanlagen betragen zum Stichtag 739 Mio. € (12M 2012: 2.088 Mio. €). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert überwiegend aus der Tatsache, dass im Vorjahreswert zum 31. Dezember 2012 die Einnahmen aus den umsatzstarken Tagen des Weihnachts- und Jahresendgeschäfts enthalten waren.

Kapitalstruktur

Passiva

  Download XLS (23 kB)

Mio. €

31.12.2012

30.9.2013

Eigenkapital

 

 

Gezeichnetes Kapital

835

835

Stammaktien

828

828

Vorzugsaktien

7

7

(Bedingtes Kapital)

(128)

(128)

Kapitalrücklage

2.558

2.558

Gewinnrücklagen

2.146

2.256

Bilanzgewinn

349

137

 

5.888

5.786

Rückstellungen

375

326

Verbindlichkeiten

6.918

4.948

Rechnungsabgrenzungsposten

7

6

 

13.188

11.066

Die Passivseite der Bilanz besteht mit 5.786 Mio. € (12M 2012: 5.888 Mio. €) aus Eigenkapital und mit 5.280 Mio. € (12M 2012: 7.300 Mio. €) aus Rückstellungen, Verbindlichkeiten sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Stichtag 52,3 Prozent gegenüber 44,6 Prozent im Vorjahr. Die Rückstellungen betragen zum Berichtsstichtag 326 Mio. € (12M 2012: 375 Mio. €). Im Bereich der Verbindlichkeiten aus Anleihen ergab sich ein Rückgang um 205 Mio. € auf 2.881 Mio. €, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich leicht auf 465 Mio. € (12M 2012: 425 Mio. €). Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierte sich der Bestand auf 1.491 Mio. € (12M 2012: 3.156 Mio. €). Dieser Rückgang resultiert hauptsächlich aus geringeren, von den Vertriebslinien zum Stichtag kurzfristig bereitgestellten Mitteln. Die sonstigen Verbindlichkeiten liegen zum Stichtag mit 97 Mio. € um 146 Mio. € unter dem Vorjahresbestand von 243 Mio. €.

Vermögenslage der METRO AG

Aktiva

  Download XLS (23 kB)

Mio. €

31.12.2012

30.9.2013

Anlagevermögen

 

 

Immaterielle Vermögensgegenstände

41

18

Sachanlagen

3

2

Finanzanlagen

8.552

8.375

 

8.596

8.395

Umlaufvermögen

 

 

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

2.488

1.919

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

2.088

739

 

4.576

2.658

Rechnungsabgrenzungsposten

16

13

 

13.188

11.066

Die Aktiva betragen zum Stichtag insgesamt 11.066 Mio. € und sind überwiegend mit 8.375 Mio. € durch Finanzanlagen, mit 1.577 Mio. € durch Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie mit 739 Mio. € durch Guthaben bei Kreditinstituten geprägt. Die Finanzanlagen verminderten sich gegenüber dem Vorjahr um 177 Mio. € und stellen nun 75,7 Prozent der Bilanzsumme dar. Dieser insgesamt zu verzeichnende Rückgang resultiert im Wesentlichen mit 140 Mio. € aus Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Weiterhin wirkte sich die Rückführung von langfristigen konzerninternen Darlehen mit einem Rückgang in Höhe von 90 Mio. € aus. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen weisen gegenüber dem Vorjahr eine Verminderung in Höhe von 515 Mio. € auf – diese Position spiegelt den kurzfristigen Finanzierungsbedarf der Konzerngesellschaften zum Stichtag wider und repräsentiert 14,3 Prozent der gesamten Aktiva.

Die Position Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.349 Mio. € auf 739 Mio. €. Dieser Rückgang resultiert überwiegend aus geringeren, von den Vertriebslinien zum Stichtag kurzfristig bereitgestellten Mitteln. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahreswert hohe Anteile der umsatzstarken Verkaufstage aus dem Weihnachts- und Jahresendgeschäft enthalten waren.

Risikosituation der METRO AG

Da die METRO AG unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittel- und unmittelbare Investitionen in die Beteiligungsunternehmen weitgehend mit den Unternehmen der METRO GROUP verbunden ist, ist die Risikosituation der METRO AG wesentlich von der Risikosituation der METRO GROUP abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risikosituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risikosituation der METRO AG.

Prognose der METRO AG

Die Entwicklung der METRO AG ist in ihrer Funktion als Holding wesentlich von der Entwicklung und dem Ausschüttungsverhalten ihrer Beteiligungen abhängig. Aus der übernommenen Funktion als Franchise-Geber wird bei positiver Entwicklung der angeschlossenen Vertriebslinien mit einem Anstieg der Franchise-Gebühren gerechnet. Bei einem zukünftig wieder durch einen Zwölf-Monats-Zeitraum einschließlich Weihnachts- und Jahresendgeschäft unterlegten Beteiligungsergebnis und einem stabilen Finanzergebnis sowie einer weitgehend unveränderten Kostenstruktur gehen wir für das Geschäftsjahr 2013/14 davon aus, zumindest auf das Ergebnisniveau vergangener Geschäftsjahre zurückzukehren, das es uns ermöglicht, eine angemessene Dividende auszuschütten.

Geplante Investitionen der METRO AG

Im Rahmen der Durchführung von Investitionen der METRO GROUP wird die METRO AG die Konzerngesellschaften bei Bedarf durch Anteilserhöhungen oder Ausleihungen unterstützen. Darüber hinaus können sich im Rahmen von konzerninternen Anteilstransfers Investitionen in Anteile an verbundenen Unternehmen ergeben.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 a HGB ist auf der Website der Gesellschaft (www.metrogroup.de) unter der Rubrik Unternehmen – Corporate Governance öffentlich zugänglich.

Erklärung gemäß § 312 AktG

Der Vorstand der METRO AG hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 erstellt und am Schluss des Berichts folgende Erklärung abgegeben:

„Der Vorstand der METRO AG erklärt, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die ihm in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt wurde. Andere berichtspflichtige Maßnahmen haben im Geschäftsjahr nicht vorgelegen.“