Wertorientiertes Management

Die Leistungsstärke der METRO GROUP zeigt sich unter anderem in ihrer Fähigkeit, den Unternehmenswert durch Wachstum und operative Effizienz kontinuierlich zu steigern und dabei das Geschäftsvermögen optimal einzusetzen. Um eine nachhaltige Wertsteigerung sicherzustellen, setzt die METRO GROUP daher seit dem Jahr 2000 auch wertorientierte Kennzahlen ein, die auf operativen Steuerungsgrößen aufbauen. Seit 2009 ermitteln wir den Wertbeitrag mit der Kennzahl EBITaC (EBIT after Cost of Capital). Ein positiver Wertbeitrag ist erreicht, wenn das Ergebnis vor Zinsen und Steuern über den Kapitalkosten, die für die Finanzierung des durchschnittlich gebundenen Geschäftsvermögens erforderlich sind, liegt.

EBITaC

= EBIT1 – Kapitalkosten
= EBIT1 – (Geschäftsvermögen x WACC2)

 

1 Sonderfaktoren grundsätzlich über vier Jahre periodisiert
2 WACC = Weighted Average Cost of Capital (gewichteter Kapitalkostensatz vor Steuern)

Die Verwendung der Kennzahl EBITaC ermöglicht generell, sich auf die wesentlichen und vom Management beeinflussbaren Treiber des operativen Geschäfts zu konzentrieren: wertsteigerndes Wachstum, Steigerung der operativen Effizienz und Optimierung der Kapitalbindung. Wertsteigerndes Wachstum wird durch die Strategie der METRO GROUP erreicht, sich in den bestehenden Märkten auf Umsatzsteigerungen auf vergleichbarer Fläche zu konzentrieren, das stationäre Geschäft durch neue Absatzkanäle wie Online-Handel und Belieferungsservice gezielt zu ergänzen sowie die Expansion in ausgewählten Ländern zu beschleunigen. In allen Fällen steht dabei der Kunde jeweils im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns. Ergänzend werden weiterhin Maßnahmen zur Sicherung der Effizienz im operativen und administrativen Bereich verfolgt und eine Optimierung des Kapitaleinsatzes wird vorangetrieben. Letztere spiegelt sich beispielhaft in der Überarbeitung der Nicht-Lebensmittel-Strategie im Großhandelsgeschäft wider, die eine umfassende Sortimentsoptimierung sowie eine noch stärkere Fokussierung auf die Anforderungen unserer Kunden vorsieht.

Die Kapitalkosten stellen die erwartete Entlohnung der Investoren für das zur Verfügung gestellte Kapital und das eingegangene Anlagerisiko vor Steuern dar. Sie werden ermittelt, indem das durchschnittlich gebundene Geschäftsvermögen mit dem gewichteten Kapitalkostensatz vor Steuern (WACC – Weighted Average Cost of Capital) multipliziert wird.

Der Kapitalkostensatz vor Steuern wird auf Basis von Kapitalmarktmodellen abgeleitet. Er stellt eine Maßgröße für die von den Kapitalgebern geforderte Mindestrendite auf das eingesetzte Kapital dar. Dabei spiegelt er die gesamten Kosten des eingesetzten Kapitals wider und setzt sich demnach aus dem Eigen- und dem Fremdkapitalkostensatz zusammen. Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 lag der Kapitalkostensatz der METRO GROUP vor Steuern bei 9,6 Prozent. Dieser ergibt sich grundsätzlich aus den segmentspezifischen Kapitalkostensätzen, die mit dem Geschäftsvermögen gewichtet werden.

Das Geschäftsvermögen stellt das zu verzinsende Vermögen dar. Es setzt sich aus dem Segmentvermögen zuzüglich der operativen Kasse und abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie weiterer operativer Verbindlichkeiten und passiver Rechnungsabgrenzungsposten zusammen. Dabei stellen wir auf Durchschnittswerte auf Basis von Quartalsbilanzen ab, um auch unterjährige Entwicklungen des Geschäftsvermögens in die Kalkulation einfließen zu lassen.

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Mio. €

2011/121

2012/13

Delta

1

Vorjahr vergleichbar gerechnet

2

Vorjahresanpassung (siehe Kapitel „Erläuterungen zu Grundlagen und Methoden des Konzernabschlusses“)

3

Wirkung der Sonderfaktoren über vier Jahre verteilt

EBIT vor Sonderfaktoren2

2.013

2.000

–13

EBIT nach Periodisierung von Sonderfaktoren2, 3

1.737

1.680

–57

 

 

 

 

Geschäftsvermögen

16.356

15.076

–1.280

Vorsteuer-WACC

9,6 %

9,6 %

 

Kapitalkosten

–1.568

–1.445

123

EBITaC2

169

235

66

Sonderfaktoren werden bei der Berechnung des EBITaC grundsätzlich linear über vier Jahre periodisiert im EBIT berücksichtigt. Da die entsprechenden positiven EBIT-Wirkungen zum großen Teil zeitverzögert zu den Aufwendungen entstehen, verbessert sich durch Periodisierung dieser Sonderfaktoren die Darstellung der operativen Performance. Kurzfristige Sondereinflüsse wirken sich dadurch nicht in vollem Umfang auf das Ergebnis der Periode des Auftretens aus. Die Berechnung des EBITaC erfolgt auch im Rumpfgeschäftsjahr 2013 auf Basis eines Zwölf-Monats-Zeitraums, da eine Beurteilung der Wertentwicklung nicht ohne die Berücksichtigung des für Handelsunternehmen zentralen Weihnachtsquartals sinnvoll möglich ist.

Das EBIT 2012/13 lag nach Periodisierung der Sonderfaktoren aus den Vorjahren (2009/10: 329 Mio. €; 2010/11: 177 Mio. €; 2011/12: 463 Mio. €) sowie nach Berücksichtigung der periodisierten Einmalaufwendungen aus dem Jahr 2012/13 in Höhe von 313 Mio. € bei 1.680 Mio. €. Bei einem durchschnittlichen Geschäftsvermögen in Höhe von 15.076 Mio. € betrugen die Kapitalkosten 1.445 Mio. €. Trotz der makroökonomischen Herausforderungen und verstärkter Preisinvestitionen setzte die METRO GROUP im Jahr 2012/13 ihr Geschäftsvermögen erfolgreich ein und erzielte ein positives EBITaC in Höhe von 235 Mio. €.

Neben dem EBITaC wird zur besseren Vergleichbarkeit der einzelnen Segmente die Renditekennzahl Return on Capital Employed (RoCE) herangezogen. Der RoCE misst die in der betrachteten Periode erzielte Rendite auf das eingesetzte Geschäftsvermögen. Das Geschäftsvermögen beinhaltet für diesen Vergleich der Segmente über die oben dargestellten Positionen hinaus Mietbarwerte, um den unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen am Immobilienvermögen Rechnung zu tragen. Bei der Berechnung des RoCE stellt die METRO GROUP auf das EBIT vor Sonderfaktoren ab, da dieses die operative Ertragskraft der Einheiten losgelöst von Einflüssen der Sonderfaktoren angemessen widerspiegelt.

RoCE = EBIT1 / Geschäftsvermögen inkl. Mietbarwerten

1 EBIT vor Sonderfaktoren

Der RoCE wird dem jeweiligen segmentspezifischen Kapitalkostensatz vor Steuern gegenübergestellt, da dieser eine auf Basis von Kapitalmarktmodellen abgeleitete marktgerechte Mindestverzinsung auf das eingesetzte Kapital darstellt.

Die Ergebnisse der Analyse des EBITaC und des RoCE werden unter anderem zur Steuerung des Portfolios der METRO GROUP sowie zur Allokation der Investitionsmittel eingesetzt. Entscheidend bei der Allokation ist die mittel- und langfristige Auswirkung auf die Wertschaffung. Das wesentliche Kriterium für alle Investitionen innerhalb der METRO GROUP ist daher der Barwert der zukünftigen Wertbeiträge. Um auch steuerliche Gesichtspunkte bei der Entscheidung über die zukünftige Expansion zu berücksichtigen, werden die Wertbeiträge nach Steuern kalkuliert. Als weitere Kriterien zur Beurteilung von Investitionsprojekten werden insbesondere der Discounted Cashflow sowie die Amortisationsdauer als liquiditätsorientierte Kennzahlen verwendet. Im Zuge der weiterhin starken Priorisierung bei der Zuteilung der Investitionsmittel werden neben der strategischen Relevanz insbesondere Rentabilitätskennziffern bezogen auf die eingesetzten Mittel zur Beurteilung alternativer Investitionsprojekte als zusätzliche Entscheidungsgrundlage herangezogen.