Energie- und Ressourcenmanagement

Um unser Kerngeschäft erfolgreich betreiben und die Bedürfnisse unserer Kunden erfüllen zu können, benötigen wir heute wie in Zukunft Energie und natürliche Ressourcen. Beides ist jedoch nicht unbegrenzt verfügbar.

Als Handelsunternehmen übernehmen wir Verantwortung für den Klima- und Ressourcenschutz in den Bereichen innerhalb der Wertschöpfungskette, auf die wir unmittelbar Einfluss nehmen können: angefangen bei der Lagerung und Kühlung von Produkten über den Transport bis hin zum Betrieb unserer Märkte und Verwaltungsstandorte. Dabei verfolgen wir zwei zentrale Ziele: Erstens wollen wir die klimarelevanten Emissionen in Verbindung mit unserem Geschäftsbetrieb verringern. Daher streben wir bis 2020 eine Reduktion ausgewählter Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche um 20 Prozent gegenüber 2011 an. Zweitens wollen wir unseren Ressourcenverbrauch reduzieren. Auf diese Weise tragen wir nicht nur zum Klima- und Umweltschutz bei, sondern senken auch unsere Betriebskosten.

Energieverbrauch reduziert

Der Großteil unseres Energiebedarfs entfällt auf die Beleuchtung sowie die Heiz- und Kühltechnik. Um den Verbrauch hier weiter zu reduzieren, haben wir unsere Energieeinsparprogramme im Berichtszeitraum fortgeführt und über alle vier Vertriebslinien hinweg in technische Maßnahmen mehr als 30 Mio. € investiert.

Media-Saturn hat fünf neue und einen bestehenden Media-Markt mit LED-Lichtbändern ausgestattet. Im Vergleich zur aktuell eingesetzten Beleuchtung (T5) lässt sich der Energieverbrauch hiermit um rund 40 Prozent reduzieren. Bei älteren Beleuchtungslösungen (T8) ist das Einsparpotenzial noch höher. Media-Saturn wird weitere Märkte mit LED-Lichtbändern ausstatten, um auch den richtigen Zeitpunkt für einen wirtschaftlich sinnvollen Einsatz der LED-Beleuchtung zu ermitteln.

Real Deutschland hat seinen Stromverbrauch pro Quadratmeter Verkaufsfläche im Rumpfgeschäftsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um mehr als 3 Prozent gesenkt. Erreicht hat unsere Vertriebslinie dies unter anderem durch die weitere Optimierung der Marktbeleuchtung, das Nachrüsten von Abdeckungen für Tiefkühltruhen und von Türen bei Möbeln für Wurst- und Molkereiprodukte, die Erneuerung von Backöfen und deren Umstellung von Strom auf Erdgas sowie den Aufbau eines Energiemanagements. Seit 2007 konnte Real den Energieverbrauch pro Quadratmeter Verbrauchsfläche, bereinigt um abgegebene Märkte, insgesamt um 7 Prozent reduzieren, trotz gestiegener Ansprüche an Warenpräsentation, Ausleuchtung und Gesamtkonzept.

Unternehmensleitung und Betriebsrat von Galeria Kaufhof haben 2013 den Grundstein dafür gelegt, in Zukunft Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs noch effizienter umsetzen zu können. Die beiden Gremien haben Regeln vereinbart für die Einführung von Systemen zur Messung und Steuerung von Raumparametern wie Temperatur, Luftqualität und -volumenstrom. Ziel ist es, die Heiz- und Lüftungsanlagen und ihren Einsatz zu optimieren, um den Energieverbrauch der Filialen weiter zu senken.

Strom- und Wärmeenergieverbrauch

in kWh je m2 Verkaufsfläche

Energie- und Ressourcenmanagement – Strom- und Wärmeenergieverbrauch (Balkendiagramm)

Um weniger abhängig von Energiepreisentwicklungen zu sein und unsere eigene Klimawirkung weiter zu verringern, setzen wir auch auf Projekte zur dezentralen Energieversorgung. Strom und Wärme oder Kälte dort zu erzeugen, wo sie unmittelbar gebraucht werden, ist für viele Anwendungen eine effiziente und klimaschonende Alternative. Daher haben wir 2013 mit Eon eine strategische Partnerschaft zur Energieerzeugung vereinbart. Der Energieversorger errichtet an Standorten von METRO Cash & Carry gasbetriebene Blockheizkraftwerke. Diese versorgen den jeweiligen Markt mit Strom und Wärme. In Deutschland sind im Düsseldorfer und in einem Berliner Großmarkt bereits die ersten beiden Blockheizkraftwerke in Betrieb gegangen. Beide produzieren jeweils mehr als 25 Prozent des im Großmarkt benötigten Stroms und die gesamte Wärme. Dies reduziert unsere Energiekosten um rund 5 Prozent je Standort und unsere spezifischen Treibhausgasemissionen jeweils um circa 300 Tonnen CO2 pro Jahr. Die Errichtung weiterer Blockheizkraftwerke ist vorgesehen, so befinden sich zwei bereits in der Planungsphase.

Maßnahmen zur Verhaltensänderung gestartet

Außer auf technische Investitionen setzen wir auf Änderungen im Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters. Denn durch umweltbewusstes Verhalten können unsere Mitarbeiter entscheidend dazu beitragen, Energie einzusparen. Aus diesem Grund hat METRO Cash & Carry im Rumpfgeschäftsjahr 2013 das sogenannte Energy Awareness Programme (EAP) gestartet. Es soll Mitarbeiter dazu motivieren, Energie effizienter einzusetzen. Wir fokussieren uns hierbei auf Ausleuchtung, Gewerbekälte, Klimatisierung und Wasser. So werden Schnelllaufrollos benutzt, um Temperaturzonen voneinander zu trennen. Beleuchtung wird nur so lange angeschaltet, wie sie benötigt wird, und anderenfalls auf sogenannte Drittelschaltung reduziert. Zudem erhält jeder Standort ein konkretes Reduktionsziel. Von Januar bis September 2013 konnte durch das EAP der spezifische Stromverbrauch aller METRO Cash & Carry Märkte weltweit um 9,5 Prozent gegenüber dem Zeitraum Januar bis September 2011 gesenkt werden. Insgesamt hat sich METRO Cash & Carry das Ziel gesetzt, den Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2015 um 18 Prozent und den Heizenergieverbrauch um 8 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2011 zu reduzieren. Dies entspräche beim heutigen Preisniveau einer Kosteneinsparung von insgesamt 36 Mio. € jährlich rein aus Verhaltensänderung.

In der METRO GROUP betrug der Energieverbrauch für Strom und Wärme im Rumpfgeschäftsjahr 303 kWh pro Quadratmeter Verkaufsfläche (1.1.–30.9.12: 307 kWh/m2; 1.10.12– 30.9.13: 413 kWh/m2; 1.1.–31.12.12: 417 kWh/m2).

Klimaschutzziel und Klimabilanz

Von Januar bis September 2013 verursachte die METRO GROUP pro Quadratmeter Verkaufsfläche 222 Kilogramm CO2-Äquivalente (1.1.12–30.9.12: 226 kg CO2/m2; 1.10.12–30.9.13: 295 kg CO2/m2; 1.1.12–31.12.12: 300 kg CO2/m2) in Bezug auf die Emissionsquellen des Klimaschutzziels. Damit sanken unsere Emissionen konzernweit um rund vier Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Verkaufsfläche gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das entspricht 1,8 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Maßnahmen zur Energieeinsparung zurückzuführen.

Der Nachhaltigkeitsrat der METRO GROUP hat 2012 beschlossen, die spezifischen Treibhausgasemissionen der METRO GROUP, die bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Wert von 2011 zu reduzieren. Das heißt, wir verringern die Emissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche von 309 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Jahr auf 247 Kilogramm. Die Abweichung gegenüber dem 2012 berichteten Wert resultiert aus einer Bereinigung der Klimabilanz und der Ziel- und Basisjahrwerte, die durch die Veräußerung des Real-Geschäfts in Osteuropa erforderlich geworden war. Unser Klimaschutzziel umfasst die Emissionen, die für uns als Handelsunternehmen wesentlich und vor allem direkt beeinflussbar sind. Dies sind die Emissionen aus

  • dem Verbrauch von Elektrizität und Wärmeenergie sowie deren Vorkettenemissionen und Netzverluste,
  • den Kühlmittelverlusten für Gewerbekälte und Klimatisierung,
  • dem Verbrauch von Papier,
  • dem Kraftstoffverbrauch der Dienstwagen und Notstromaggregate inklusive der Vorkette sowie
  • den Geschäftsreisen.

Emissionsquellen des Klimaschutzziels

9M 2013

Energie- und Ressourcenmanagement – Emissionsquellen des Klimaschutzziels (Tortendiagramm)

Diese Emissionen machen etwa 40 Prozent der Emissionen aus, die wir insgesamt über unsere Klimabilanz erfassen. In der Klimabilanz weisen wir außer den direkt beeinflussbaren Emissionen auch diejenigen aus, die wir nicht oder nur begrenzt steuern können. Damit liegen wir hinsichtlich der Transparenz unseres Beitrags zum Treibhauseffekt deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Basis für unsere Berichterstattung sind der Corporate Accounting and Reporting Standard und der Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard des Greenhouse Gas Protocol. Es werden die Emissionen aller Vertriebslinien und Servicegesellschaften sowie der Verwaltungen berücksichtigt. Insgesamt beziehen wir 19 verschiedene Emissionsquellen ein.

Mithilfe des 2011 eingeführten gruppenweiten Carbon Intelligence System erfassen wir den Energieverbrauch und andere wesentliche Umweltwirkungen in nahezu allen Märkten und Warenhäusern, den Verwaltungen und Lägern. Da mehr als 95 Prozent der Emissionen nach Scope 1 und Scope 2 auf erfassten Daten beruhen, ist die Qualität der ermittelten Angaben hoch. Weniger als 5 Prozent gehen auf Hochrechnungen zurück. Wir berichten die Gesamtwirkung aller wesentlichen Treibhausgasemissionen in Form von CO2-Äquivalenten.

Seit 2011 prüft und bescheinigt die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Korrektheit unserer Klimabilanz. Zudem informieren wir seit 2006 innerhalb des Carbon Disclosure Project (CDP) über unsere Klimaschutzstrategie und unsere Emissionen. Ziel der gleichnamigen unabhängigen Organisation ist es, Transparenz in der Unternehmensberichterstattung zu klimarelevanten Daten zu schaffen.

Zielerreichungsgrad

Maßnahme noch nicht gestartet

Maßnahme gestartet

Maßnahme fortlaufend

Maßnahme beendet

Ziel neu implementiert

In Bearbeitung

Ziel erreicht

Ziel nicht erreicht

Thema

Ziele

Status
Zieler­reichung

Maßnahmen

Status
Maß­nahmen

 

 

 

 

 

KLIMASCHUTZ/
RESSOURCEN-
MANAGEMENT

Die METRO GROUP reduziert ihre Treibhausgasemissionen um 20 Prozent von 309 kg/m2 im Jahr 2011 auf 247 kg/m2 im Jahr 2020.

Fortführung des „low-hanging fruit“-Programms als Energy Saving Programme; zusätzliches Programm zur Stärkung des Energiebewusstseins (Energy Awareness Programme – EAP) ab 2013.

Verringerung klimaschädlicher Kühlmittel initiiert

Optimierungsbedarf sehen wir vor allem bei Emissionen, die aus dem Verlust von Kühlmitteln (Gewerbe- und Klimakälte) entstehen. Hier stiegen die Emissionen von Januar bis September 2013 im Rumpfgeschäftsjahr um 4,4 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Verkaufsfläche gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1.1. – 30.9.13: 44,8 kg CO2/m2; 1.1. – 30.9.12: 40,4 kg CO2/m2; 1.10.12 – 30.9.13: 55,8 kg CO2/m2; 1.1. – 31.12.12: 51,3 kg CO2/m2).

Status Klimaschutzziel

Treibhausgas-Emissionen in kg CO2 (CO2-Äquivalent) je m2 Verkaufsfläche

Energie- und Ressourcenmanagement – Status Klimaschutzziel (Balkendiagramm)

Verluste bei Kühlmitteln durch Leckagen in Kühlsystemen sind nicht nur eine wesentliche Emissionsquelle für Treibhausgase, sie sind zudem ein bedeutender Kostenfaktor. Deshalb ist es unser Ziel, die Nachfüllrate bei Kühlmitteln zu verringern. Seit 2012 führen wir neben der Fernüberwachung der Kälteanlagen jährlich mindestens vier Dichtheitsprüfungen an allen Kühlsystemen in Deutschland bei Real und Galeria Kaufhof durch. Im Zeitraum Januar bis September 2013 beläuft sich die Nachfüllrate der Gewerbekälteanlagen auf 12,3 Prozent (1.1.–30.9.12: 11,0 Prozent; 1.10.12.–30.9.13: 15,4 Prozent; 1.1.– 31.12.12: 14,2 Prozent).

Wir haben uns im Rahmen des Consumer Goods Forum verpflichtet, ab 2015 bei jeder neuen Kälteanlage nur noch natürliche Kühlmittel wie Kohlendioxid einzusetzen. Diese Selbstverpflichtung wurde im Berichtszeitraum durch den Nachhaltigkeitsrat erweitert. Zusätzlich werden Kälteanlagen, die erneuert werden müssen, auf natürliche Kühlmittel umgestellt, soweit dies technisch möglich ist. Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 wurden bei METRO Cash & Carry, Real und Galeria Kaufhof an insgesamt 14 Standorten Gewerbekälteanlagen auf natürliche Kältemittel umgestellt.

Für Klimabilanz erfasste Emissionsquellen

9M 2013

Energie- und Ressourcenmanagement – Für Klimabilanz erfasste Emissionsquellen (Tortendiagramm)

Der Einsatz von natürlichen Kühlmitteln ist ein wesentlicher Baustein unserer Strategie zur Anpassung an regulatorische Änderungen bezüglich Kühlmitteln. Auf EU-Ebene erwarten wir in den nächsten Monaten eine überarbeitete Verordnung über fluorierte Treibhausgase. Diese wird aktuell vorbereitet und hat zum Ziel, das Treibhausgaspotenzial (GWP) der in der EU verwendeten Kühlmittel mittelfristig zu senken. Dies soll durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden, unter anderem durch das Verbot, hermetisch geschlossene gewerbliche Kühl- und Gefriergeräte, die ein Kühlmittel mit einem Treibhausgaspotenzial von mehr als 150 enthalten, auf den europäischen Markt zu bringen. Eine weitere Maßnahme ist die schrittweise Reduzierung der Mengen besonders klimaschädlicher Kühlmittel. Bestehende Kühlanlagen, die Kühlmittel mit einem Treibhausgaspotenzial von mehr als 2.500 verwenden, sollen ab 2020 nicht mehr nachgefüllt werden dürfen.

Vertiefende Informationen und weitere Kennzahlen zu unserer Klimabilanz finden sich auf unserer Website unter der Rubrik Nachhaltigkeit.