Lieferkette und Produkte

Der Kern unseres Geschäfts liegt im Handel mit Waren und Dienstleistungen. Verantwortlich zu wirtschaften bedeutet für uns dabei zweierlei: Als Gruppe von Unternehmen unterschiedlicher Handelsformate wollen wir für Kunden mit verschiedensten Einkaufsbedürfnissen Mehrwert schaffen. Gleichzeitig wollen wir bei der Gestaltung unserer Sortimente und Dienstleistungen umweltbezogene und gesellschaftlich-soziale Anforderungen berücksichtigen. Ziel ist es, Chancen und Risiken für unser Geschäft zu identifizieren und gezielt zu handeln.

Rückverfolgbarkeit in der Wertschöpfungskette

Für uns ist es essenziell, den Ursprung und die einzelnen Prozessschritte innerhalb der Wertschöpfungskette zu kennen. Denn nur so können wir Einfluss auf die Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit der Produkte in unserem Sortiment nehmen. Daher setzen wir uns gezielt für die Rückverfolgbarkeit der Waren ein. Unser Anspruch ist es, lückenlose Transparenz herzustellen hinsichtlich der genutzten Ressourcen und der Beschaffung von Produkten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Dabei gehen wir innovative Wege: Seit März 2013 arbeiten wir zusammen mit weiteren Händlern und namhaften Partnern in der Wertschöpfungskette an einer branchenübergreifenden internationalen Lösung, die bereits jetzt schon zukunftweisend ist. Unterstützt werden wir dabei von GS1, einem weltweiten Dienstleister, der globale Standards zur Verbesserung von Wertschöpfungsketten setzt. Kern des Ansatzes ist eine dezentrale Speicherung relevanter Daten, die den Zugriff auf diese Informationen deutlich vereinfacht, zuverlässiger ausgestaltet und so noch mehr Transparenz in der gesamten Kette schafft – bis hin zum Endverbraucher.

Im Frühjahr 2013 haben wir in einem ersten Schritt ein Pilotprojekt für die Warengruppe Fisch gestartet. Diese Warengruppe haben wir bewusst gewählt. Nur durch transparente Lieferketten sind wir in der Lage, illegale Fischerei zu stoppen und so eine Grundlage für die Ernährung der Weltbevölkerung für die Zukunft zu sichern.

In einem nächsten Schritt werden wir die Branchenlösung auf andere Produktgruppen wie beispielsweise Fleisch, Obst und Gemüse übertragen. Auch Nicht-Lebensmittelprodukte sollen künftig einbezogen werden.

Zielerreichungsgrad

Maßnahme noch nicht gestartet

Maßnahme gestartet

Maßnahme fortlaufend

Maßnahme beendet

Ziel neu implementiert

In Bearbeitung

Ziel erreicht

Ziel nicht erreicht

Thema

Ziele

Status
Zieler­reichung

Maßnahmen

Status
Maß­nahmen

 

 

 

 

 

RESSOURCEN­SCHUTZ/
NAHR­UNGS­SICH­ERUNG/
NACH­HALTIGE BESCHAFFUNG

Die METRO GROUP initiiert und fördert die Entwicklung einer internationalen, branchen-übergreifenden und produkt-umfassenden technischen Lösung zur Rückverfolgbarkeit.

Auf Basis der bereits umgesetzten Projektschritte erfolgt nun die Umsetzung eines Pilotprojekts in der Produktkategorie Fisch bis Mitte 2014.

Nachhaltigere Produkte durch nachhaltige Beschaffung

Am Beginn unserer Lieferkette stehen die Produktion beziehungsweise die Beschaffung, am Ende fragen unsere Kunden Waren nach. Sowohl für einige unserer Kunden als auch für uns spielen dabei neben der Qualität und Sicherheit auch die Sozial- und Umweltverträglichkeit der Produkte sowie des Herstellungsprozesses zunehmend eine Rolle. Um diese Themen systematisch und nachvollziehbar berücksichtigen zu können, hat die METRO GROUP im Berichtszeitraum eine konzernweite, produktübergreifende Einkaufspolitik erarbeitet. Diese schreibt die Basisanforderungen an ein nachhaltiges Lieferketten- und Beschaffungsmanagement fest. Gleichzeitig bildet sie das Dach für solche Richtlinien, die sich mit spezifischen Fragestellungen einzelner Produkt- beziehungsweise Rohstoffkategorien befassen. Darunter fallen beispielsweise die seit September 2011 bestehende Einkaufspolitik für Fisch sowie die im Rumpfgeschäftsjahr 2013 in Kraft getretenen Leitlinien für Palmöl und Verpackung. Indem wir solche Richtlinien für den nachhaltigen Einkauf erarbeiten und umsetzen sowie die Einhaltung von Sozial- und Qualitätsstandards kontrollieren, stärken wir unsere Beschaffungswege und tragen zur Verbesserung der Qualität und Nachhaltigkeit unserer Produkte bei.

Verschiedene Kennzeichnungen und Label informieren die Kunden über einzelne Nachhaltigkeitsaspekte von Produkten und unterstützen bei der Entscheidungsfindung. Im Sortiment unserer Vertriebslinien finden sich beispielsweise Artikel aus fairem Handel sowie Lebensmittel, die mit dem europäischen Biosiegel gekennzeichnet sind. Im Berichtszeitraum betrug der Umsatz unserer Vertriebslinien METRO Cash & Carry und Real mit nach EU-Bioverordnung zertifizierten Produkten insgesamt 85 Mio. €. Ebenso bietet unser Sortiment Erzeugnisse aus bestandserhaltender und umweltverträglicher Fischerei und Aquakultur. Dies erkennt der Kunde am Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) für Wildfisch beziehungsweise am Siegel des Aquaculture Stewardship Council (ASC) für Zuchtfisch. Mittlerweile bieten unsere Vertriebslinien METRO Cash & Carry und Real zusammen eine große Zahl MSC-zertifizierter Marken- und Eigenmarkenartikel. Im Rumpfgeschäftsjahr 2013 umfasste unser nachhaltiges Fischsortiment 64 MSC-zertifizierte Eigenmarkenartikel und 514 Markenartikel. Damit wurde ein Umsatz von rund 45 Mio. € erwirtschaftet. Daneben sind bereits 39 ASC-zertifizierte Produkte in unseren Märkten erhältlich.

Darüber hinaus bieten unsere Vertriebslinien ihren Kunden in vielen Warengruppen ein breites Angebot besonders umweltfreundlich und sozial verträglich hergestellter Produkte. Dazu zählen beispielsweise

  • effiziente Elektrogeräte mit Energielabel von A+ bis A+++,
  • Schreibwaren nach den Standards des Blauen Engels oder für nachhaltige Forstwirtschaft,
  • Naturkosmetik und
  • Textilien aus Biobaumwolle oder aus Baumwolle gemäß „Cotton made in Africa“-Standard.

Als Orientierungshilfe für ihre Kunden zeichnet unsere Vertriebslinie Galeria Kaufhof Produkte, die einem definierten Nachhaltigkeitsstandard entsprechen, zusätzlich mit dem Logo „natürlich GALERIA“ aus. Derzeit entsprechen knapp 9.400 Produkte aus dem Kaufhof-Sortiment diesem Standard.

Zielerreichungsgrad

Maßnahme noch nicht gestartet

Maßnahme gestartet

Maßnahme fortlaufend

Maßnahme beendet

Ziel neu implementiert

In Bearbeitung

Ziel erreicht

Ziel nicht erreicht

Thema

Ziele

Status
Zieler­reichung

Maßnahmen

Status
Maß­nahmen

 

 

 

 

 

RESSOURCEN­SCHUTZ/
NAHR­UNGS­SICH­ERUNG/
NACH­HALTIGE BESCHAFFUNG

Die METRO GROUP arbeitet an einer verantwortlichen Produkt- und Sortimentsgestaltung.

Bis 2015 werden wir Prozesse definiert haben, um die Nachhaltigkeitswirkung der Eigenmarkenprodukte der METRO GROUP Vertriebslinien zu bewerten. Über die kontinuierliche Umsetzung unserer METRO GROUP Einkaufspolitik „Nachhaltigkeit“ werden wir in Zukunft alle unter Nachhaltigkeitsaspekten relevanten Produktkategorien bearbeiten.

Faire und sozial gerechte Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

Ein wesentlicher Aspekt nachhaltiger Beschaffung ist neben der Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung die Sicherstellung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen. Um unserer unternehmerischen Verantwortung in diesem Bereich gerecht zu werden, wurde innerhalb des Handlungsfelds „Lieferkette und Produkte“ bereits 2011 die Projektgruppe „Sozialstandards“ gegründet. Diese Projektgruppe hat im Berichtszeitraum einen Prozess entwickelt, wie sämtliche Beschaffungskanäle sozialverträglich gestaltet werden können. Unser Ziel bis Ende 2014 ist es, alle Eigenmarkenlieferanten und -produzenten von Nicht-Lebensmitteln, die für uns Handelsware in sogenannten Risikoländern (definiert nach Business Social Compliance Initiative [BSCI]) wie beispielsweise Bangladesch oder der Türkei produzieren, in ein Sozialmanagementsystem zu überführen. Maßgeblich in diesem Prozess ist die enge Zusammenarbeit aller Parteien entlang einer transparenten Lieferkette. Nur so können die Herausforderungen bewältigt werden, die mit der Durchsetzung sozialverträglicher Arbeitsbedingungen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern als den klassischen Produktionsländern verbunden sind. Der Nachweis, dass eine Produktionsstätte unter fairen und sozial gerechten Arbeitsbedingungen produziert, erfolgt durch ein Audit der BSCI oder ein äquivalentes Sozialstandard-Audit. Die BSCI zielt darauf ab, die Wahrung grundlegender Menschenrechte in der Produktions- und Lieferkette sicherzustellen. Entscheidend für den Erfolg des Konzepts ist es, alle Mitarbeiter der Produktionsstätten auf dem Weg hin zu einer sozialverträglichen Arbeitsstätte durch spezielle Schulungen zu unterstützen. Maßgeblich für uns als Mitgliedsunternehmen der BSCI ist es, unsere Lieferanten beziehungsweise die Produktionsstätten beim Aufbau eines entsprechenden Managementprozesses zu begleiten. Dieser Prozess soll es unseren Geschäftspartnern fortan ermöglichen, sozial gerechte Arbeitsbedingungen systematisch zu implementieren.

Sozialaudits bezogen auf Eigenimporte durch MGB Hongkong

zum Stichtag

Lieferkette und Produkte – Sozialaudits bezogen auf Eigenimporte durch MGB Hong Kong (Balken- und Tortendiagramm)

Status der BSCI-Audits aktiver Lieferanten für Eigenimporte durch MGB Hongkong aus den von der BSCI bewerteten Risikoländern, die die METRO GROUP in dem jeweiligen Jahr zum Stichtag 31.12. bzw. zum 30.9.2013 mit Bekleidung, Schuhen, Spielwaren und Hartwaren für den EU-Markt beliefert haben. Aktive Lieferanten sind solche mit tatsächlichem Umsatz zum Stichtag 31.12. bzw. zum 30.9.2013 Lieferanten mit bestandenem Audit können die erfolgreiche Umsetzung des BSCI-Standards durch das Zertifikat unabhängiger Dritter nachweisen. Akzeptiert wird auch der Nachweis einer unabhängigen Drittpartei über die erfolgreiche Umsetzung eines äquivalenten Sozialstandardsystems.

Alle unsere Produzenten für Nicht-Lebensmittel, die über unsere Importgesellschaft MGB Hongkong in die EU liefern, werden nach BSCI-Standard oder äquivalenten Standards auditiert. Zum 30. September 2013 waren dies 853 Produzenten. Davon haben 65 Prozent das Audit mit „gut“ bestanden. Dieses weist zum Stichtag 30. September 2013 einen Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres, dem 31. Dezember 2012, auf. Produzenten mit einem nicht bestandenen Audit haben innerhalb von 18 Monaten nach dem Tag des Audits die Möglichkeit, eine Verbesserung nachzuweisen. Gelingt dies nicht, wird die Produktionsstätte für weitere Aufträge gesperrt, bis sie vorweisen kann, dass sie ihre Organisationsprozesse nachhaltig verbessert hat.

Wo erforderlich setzt sich die METRO GROUP nicht nur für sozial gerechte Arbeitsbedingungen, sondern auch für die Gebäudesicherheit von Textilfabriken in den Produktionsländern ein. Daher haben wir im Juni 2013 den „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ unterzeichnet. Das Abkommen entstand aus einer Multistakeholder-Initiative heraus, an der sich Unternehmensvertreter, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen beteiligen. Zusammen mit derzeit mehr als 100 europäischen Handels- und Markenunternehmen hat sich die METRO GROUP verpflichtet, das Abkommen organisatorisch und aktiv bei seiner Arbeit für mehr Gebäudesicherheit in Bangladesch zu unterstützen.

Zielerreichungsgrad

Maßnahme noch nicht gestartet

Maßnahme gestartet

Maßnahme fortlaufend

Maßnahme beendet

Ziel neu implementiert

In Bearbeitung

Ziel erreicht

Ziel nicht erreicht

Thema

Ziele

Status
Zieler­reichung

Maßnahmen

Status
Maß­nahmen

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Erfasst sind hiervon die Produzenten von Handelsware (Eigenmarken sowie Eigenimporte), die den letzten maßgeblichen und wertgebenden Produktionsschritt betreiben

 

 

 

 

 

INTER­NATIONALE ARBEITS­NORMEN/
SOZIAL­STANDARDS

Die METRO GROUP baut ihr Engagement für faire Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten aus.

Einbeziehung aller Nicht-Lebensmittel-Eigenmarken-Lieferanten1 in ein BSCI- oder äquivalentes Sozialstandardsystem bis Ende 2014, sofern das Produkt in einem Risikoland hergestellt wurde(Definition Risikoland nach BSCI)

Strategische Partnerschaft zur Harmonisierung von Standards

Seit vielen Jahren unterstützt die METRO GROUP Nachhaltigkeitsstandards und Zertifikate bei Fisch, wie beispielsweise das Marine Stewardship Council (MSC) oder das Aquaculture Stewardship Council (ASC), und trägt so zum Erhalt der Fischbestände bei. Jedoch können sich kleinere Produzenten die Zertifizierungen oft nicht leisten. Hinzu kommt, dass die mittlerweile große Zahl der Zertifikate die Kaufentscheidung der Kunden eher erschwert als erleichtert.

Deshalb setzt sich die METRO GROUP im Rahmen der Global Sustainable Seafood Initiative (GSSI) mit Partnern aus Industrie, Politik und nichtstaatlichen Organisationen dafür ein, eine Übersicht über alle weltweit verfügbaren Zertifizierungen für nachhaltigen Fisch zu erstellen und diese objektiv zu bewerten. Die im Februar 2013 gestartete GSSI wird den Verbrauchern den Kauf von nachhaltigen Fischprodukten erleichtern sowie den Zertifizierungsaufwand insbesondere für kleinere Produzenten verringern. Die METRO GROUP unterstützt das Projekt administrativ und repräsentiert die Industrie und den Handel gegenüber öffentlichen Partnern.