Künftige gesamtwirtschaftliche Situation

Im Berichtsjahr hat sich die Weltwirtschaft das zweite Jahr in Folge nur schwach entwickelt. Größter Belastungsfaktor war dabei weiterhin die andauernde Schulden- und Bankenkrise in der Eurozone. Erst im Verlauf des Jahres setzte eine allmähliche Erholung ein. Gleichzeitig gingen neue Unsicherheiten von einigen wichtigen Schwellenländern aus. Dabei hat sich das Wachstum insbesondere in den drei BRIC-Ländern Brasilien, Russland und Indien erheblich abgeschwächt. Dagegen zeigte China zuletzt wieder einen Aufwärtstrend.

Die Erholung im Euroraum wird sich im neuen Geschäftsjahr sehr wahrscheinlich langsam fortsetzen. Allerdings beeinträchtigt die andauernde Konsolidierung der Staatsverschuldung weiter den mittelfristigen Ausblick. Der langwierige Konsolidierungsprozess wird die Wirtschaftsentwicklung auch in den kommenden Jahren bremsen. Weitere Rückschläge sind nicht auszuschließen. Das Risiko, dass sich die Krise erneut verschärft, ist allerdings zurückgegangen. Für 2014 rechnen wir mit einem moderaten Wachstum in der Größenordnung von 1 Prozent.

Einhergehend mit einer allmählichen Erholung in den Ländern Westeuropas verbessert sich der Ausblick für Osteuropa. Die Region verfügt weiter über ein hohes Wachstumspotenzial. Ähnlich verhält es sich mit den Schwellenländern Asiens, die voraussichtlich auch mittelfristig weltweit das stärkste Wachstum aufweisen werden.

Insgesamt erwarten wir für die Weltwirtschaft 2014 wieder ein stärkeres Wachstum auf einem Niveau von knapp 3 Prozent – nach rund 2 Prozent im Berichtsjahr und 2,4 Prozent im Jahr 2012. Die Entwicklung wird jedoch maßgeblich vom weiteren Verlauf der Finanzkrise in Europa sowie vom Fortgang der schwierigen Situation in den Schwellenländern abhängen. Aufgrund der weiter unterdurchschnittlichen Wirtschaftsdynamik erwarten wir für 2014 keinen übermäßigen Inflationsdruck.

Deutschland

Die deutsche Wirtschaft nahm bereits im Verlauf des Berichtsjahres wieder Fahrt auf und entwickelte sich im westeuropäischen Vergleich ein weiteres Jahr überdurchschnittlich. Die Frühindikatoren für Deutschland zeigen nach oben und die Rahmenbedingungen sind ebenfalls besser als in den meisten anderen westeuropäischen Ländern. Die Arbeitslosigkeit ist während der wirtschaftlichen Schwächephase kaum angestiegen. Geschäfts- und Konsumklima hellen sich auf und die verfügbaren Einkommen entwickeln sich positiv. Für 2014 rechnen wir daher mit einem robusten Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 1,5 Prozent nach rund 0,5 Prozent im Jahr 2013.

Angesichts der positiven Rahmenbedingungen erwarten wir für 2014 für den privaten Konsum weiter ein robustes Wachstum in der Größenordnung von real 1 Prozent. Der Handel wächst dabei voraussichtlich mit nominal rund 1,5 Prozent. Preisbereinigt bedeutet dies allerdings ein weiteres Jahr der Stagnation. Damit entwickelt sich der Handel im Vergleich zum privaten Konsum aller Wahrscheinlichkeit nach weiter unterdurchschnittlich.

Die deutsche Wirtschaft steht gerade im europäischen Vergleich weiterhin ausgesprochen gut da. Sie profitiert nach wie vor von einer guten Verfassung und anhaltend hoher Wettbewerbsfähigkeit.

Westeuropa

Westeuropa bleibt trotz der Erholungstendenzen weiter von der Staatsschuldenkrise geprägt. Eine erhöhte Wirtschaftsdynamik ist vor diesem Hintergrund nicht zu erwarten. Erneute Rückschläge im Zuge der Konsolidierung der Staatsverschuldung sind nicht auszuschließen. Die konjunkturelle Entwicklung wird daher weiter belastet bleiben. Für den gesamten Wirtschaftsraum Westeuropa rechnen wir für 2014 mit einem leichten Wachstum in der Größenordnung von 1 Prozent. Dabei werden sich die stark von der Schuldenkrise betroffenen Peripherieländer und die robusteren Kernländer weiter uneinheitlich entwickeln. Für die Krisenländer Italien, Portugal und Spanien rechnen wir 2014 in erster Linie mit einer Stabilisierung der Wirtschaftsleistung. Gleiches gilt für die Niederlande. Für die meisten anderen Länder Westeuropas erwarten wir ein Wachstum leicht oberhalb von 1 Prozent.

Für den Handel bleiben die Rahmenbedingungen kurzfristig schwierig. Die Hauptbelastungsfaktoren sind die Sparpolitik sowie die Rekordarbeitslosigkeit in vielen Ländern. Daher erwarten wir im Durchschnitt nur ein kleines Plus, das preisbereinigt ein weiteres Mal in einen Rückgang der Handelsumsätze mündet. Die Inflation wird sich dabei angesichts des sehr moderaten Nachfragewachstums wahrscheinlich im Rahmen des von der Europäischen Zentralbank angestrebten Ziels von 2 Prozent bewegen. Die Lebensmittelpreise werden sich nach dem starken Anstieg im Berichtsjahr voraussichtlich langsam wieder beruhigen.

Osteuropa

Die allmähliche Erholung in Westeuropa kommt aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung mit Verzögerung auch in Osteuropa an. Dennoch bleiben die osteuropäischen Volkswirtschaften weiter hinter ihrem Wachstumspotenzial zurück.

Für die gesamte Region erwarten wir für 2014 einen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Größenordnung von real 2 Prozent, nachdem die Wirtschaften Osteuropas 2013 im Schnitt nur noch um rund 1 Prozent zulegen konnten. Damit wird das Wachstum weiter unter den Steigerungsraten der Vorkrisenjahre liegen. Ähnlich wie Asien weist die Region aber weiterhin hohes wirtschaftliches Potenzial auf. Daher erwarten wir, dass Osteuropa mittelfristig wieder eine höhere Wirtschaftsdynamik entfalten wird.

Insgesamt zeichnet sich auch die Entwicklung in Osteuropa durch große Heterogenität aus. Unter den großen Volkswirtschaften wird sehr wahrscheinlich die Türkei 2014 das höchste Wachstum in Osteuropa in der Größenordnung von 4 Prozent erzielen – trotz einiger Risiken aufgrund des hohen Leistungsbilanzdefizits und der damit verbundenen Abwertung der Türkischen Lira. Eine BIP-Zunahme oberhalb von 2 Prozent ist insbesondere für Russland, Polen und die Slowakei zu erwarten. Die Wachstumsraten für Bulgarien, Rumänien und die Ukraine werden voraussichtlich bei rund 2 Prozent liegen. Mit einer erwarteten Rate von unter 2 Prozent fällt die Steigerung in Ungarn und Tschechien ein weiteres Jahr unterdurchschnittlich aus. Ungarn weist dabei – abgesehen von Griechenland – nach wie vor die höchste Staatsverschuldung in Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung auf. Für Griechenland wiederum ist das siebte Jahr in Folge eine rückläufige Wirtschaftsleistung zu erwarten.

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft wächst die Verbrauchernachfrage in Osteuropa weiter überdurchschnittlich. Auch für 2014 erwarten wir, dass der private Konsum etwas stärker zulegen kann als die Gesamtwirtschaft. Das höchste nominale Handelswachstum erwarten wir für Russland und die Türkei. In diesen Ländern wird das Umsatzwachstum vermutlich wie im Berichtsjahr im knapp zweistelligen Bereich liegen. Dies ist teilweise auch auf die Inflation zurückzuführen, die in Osteuropa nach wie vor höher ausfällt als in Westeuropa: Die Verbraucherpreise werden 2014 voraussichtlich mit Raten im mittleren einstelligen Bereich zulegen.

Asien/Afrika

In den asiatischen Schwellenländern rechnen wir nach einer spürbaren Abschwächung im Verlauf des Berichtsjahres im neuen Geschäftsjahr mit einer höheren Wirtschaftsdynamik. Allerdings gibt es hierbei einige Unsicherheitsfaktoren. Hohe Leistungsbilanzdefizite, insbesondere in Indien, sowie starke Währungsabwertungen belasten die Volkswirtschaften. Hierbei gehen wir jedoch von einer vorübergehenden Schwächephase aus. Nach einem Wirtschaftswachstum von knapp 5 Prozent im Berichtsjahr rechnen wir für die asiatischen Schwellenländer 2014 mit Zuwachsraten oberhalb von 5 Prozent.

Mit einer Wachstumsrate oberhalb von 7 Prozent wird China wiederholt das höchste Wirtschaftswachstum aufweisen. In den anderen Schwellenländern wird sich die Zunahme voraussichtlich im mittleren einstelligen Bereich bewegen. Japan hat sein Wachstum im Berichtsjahr durch staatliche Maßnahmen massiv gestützt. Daher wird die BIP-Zunahme dort im kommenden Jahr vermutlich etwas schwächer ausfallen. Mittelfristig bleibt das Problem der massiven Staatsverschuldung bestehen, das durch die Maßnahmen im Jahr 2013 weiter verstärkt wurde.

In Ägypten sind die Wachstumsaussichten aufgrund der anhaltenden politischen Unsicherheit auch für das kommende Jahr verhalten.

Der private Konsum in den asiatischen Schwellenländern wird voraussichtlich in ähnlicher Größenordnung wachsen wie die Gesamtwirtschaft. Für das Handelsgeschäft rechnen wir für China, Indien und Vietnam für 2014 erneut mit nominalen Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Der Anstieg ist weiter auch inflationsbedingt: Die Zunahme der Verbraucherpreise bewegt sich in den Schwellenländern aufgrund von Leistungsbilanzdefiziten und Währungsabwertungen auf hohem Niveau. Im gesättigten japanischen Markt ist dagegen nach einer Stagnation im Berichtsjahr für das kommende Jahr allenfalls ein leichtes Handelswachstum zu erwarten.

Aufbauend auf unserem Ausblick zur Wirtschafts- und Handelsentwicklung gibt der folgende Abschnitt einen Überblick über die Folgen in einzelnen Branchen sowie für unsere Vertriebslinien.