Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen1

Die Weltwirtschaft entwickelt sich im Jahr 2013 das zweite Jahr in Folge äußerst schwach. Insgesamt bleibt die globale Wirtschaftsleistung mit voraussichtlich 2,1 Prozent sogar noch hinter der des Vorjahres (12M 2012: 2,4 Prozent) zurück. Viele Länder in Europa befanden sich gerade zu Jahresanfang noch in der Rezession. Im Euroraum ging die Konjunktur im ersten Quartal 2013 verglichen mit dem jeweiligen Vorquartal das sechste Mal in Folge zurück. Die staatlichen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung beeinflussen nach wie vor die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern Europas. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit in der Eurozone auf neue Rekordwerte an. Beides wirkt sich wiederum negativ auf die verfügbaren Einkommen und die Kaufkraft der Bevölkerung aus. Erst im Jahresverlauf konnte die Eurozone die bisher längste Rezession in ihrer Geschichte überwinden. Insgesamt bleibt die Erholung dabei verhalten und die Wirtschaft entwickelt sich im Jahr 2013 ein weiteres Jahr rückläufig.

Die insgesamt schwache Nachfrage aus Westeuropa beeinträchtigt auch das Wirtschaftswachstum in anderen Regionen. Osteuropa ist dabei aufgrund der starken Handelsverflechtungen besonders betroffen. Als Folge liegen die Exporte nach und die Direktinvestitionen aus Westeuropa weiter auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig dämpfen auch in den osteuropäischen Ländern staatliche Sparmaßnahmen die private Nachfrage. Das Wirtschaftswachstum in der Region bleibt 2013 daher noch hinter dem schwachen Wachstum des Vorjahres zurück.

Die asiatischen Länder können zwar insgesamt weiter hohe Wachstumsraten erzielen. Allerdings schwächt sich das Wirtschaftswachstum vor allem in China und Indien ab. In Indien kam es aufgrund des hohen Leistungsbilanzdefizits zu einer erheblichen Abwertung der Währung. Die meisten anderen asiatischen Länder, in denen die METRO GROUP tätig ist, erleben ebenfalls negative Währungsanpassungen. Trotzdem verzeichnet Asien im Jahr 2013 ein weiteres Mal das höchste Wachstum weltweit.

1 Die im Kapitel Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen genannten Zahlen zur BIP-Entwicklung beziehen sich jeweils auf die Gesamt- jahre 2012 und 2013, da die 9M-Zahlen nicht für alle Länder einheitlich verfügbar sind. Dementsprechend handelt es sich bei den 2013er-Werten um Prognosen. Die qualitativen Aussagen im Text beziehen sich hingegen auf den Berichtszeitraum des Rumpfgeschäftsjahres.

Als Folge der schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung fällt der Anstieg der Verbraucherpreise im Berichtszeitraum geringer aus als im Vorjahr. Dagegen legen die Nahrungsmittelpreise in vielen Ländern trotz der weltwirtschaftlichen Schwächephase erneut zu. Grund dafür ist das weiterhin hohe Preisniveau bei Nahrungsmittelrohstoffen. Teilweise steigen die Nahrungsmittelpreise 2013 sogar noch stärker als im Vorjahr. In der Eurozone beispielsweise beträgt die Preissteigerung bei Lebensmitteln rund 3 Prozent, wohingegen die Verbraucherpreise insgesamt nur um rund 1,5 Prozent zulegen.

In den Schwellenländern, in denen die Nahrungsmittelausgaben einen hohen Anteil am verfügbaren Einkommen ausmachen, führt diese Entwicklung erneut zu erheblichen Belastungen für die Verbraucher.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts wichtiger Weltregionen und Deutschlands

Veränderungen zum Vorjahr in Prozent

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20121

20132

Quelle: Feri

1

Vorjahreswerte können gegenüber dem Geschäftsbericht 2012 abweichen, falls bei dessen Fertigstellung finale Zahlen noch nicht vorlagen

2

Prognose

Welt

2,4

2,1

Deutschland

0,7

0,5

Westeuropa (ohne Deutschland)

–0,5

–0,3

Osteuropa

1,7

1,1

Asien

3,9

3,9