Konsumgüterhandel weiterhin belastet

Die schwierige wirtschaftliche Situation und die hohe Arbeitslosigkeit belasten 2013 die Verbraucher und damit auch das Handelsgeschäft. Die Rahmenbedingungen für den Handel haben sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr noch einmal verschlechtert. Grund hierfür ist, dass sich die seit Ende 2011 anhaltend schwache Wirtschaftsentwicklung erst mit Verzögerung auf den Arbeitsmarkt sowie die verfügbaren Einkommen ausgewirkt hat. Gleichzeitig kommt auch die wirtschaftliche Erholung erst mit Verzögerung im Handel an.

Deutschland

Auch Deutschland konnte sich 2013 nicht von dem schwachen konjunkturellen Umfeld abgrenzen. Insbesondere im ersten Quartal ging die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Nach einer Erholung im weiteren Jahresverlauf kann die Wirtschaft immerhin noch um rund 0,5 Prozent (12M 2012: 0,7 Prozent) zulegen. Damit entwickelt sich Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone weiter relativ robust.

Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur geringfügig angestiegen. Die verfügbaren Einkommen entwickeln sich auch aufgrund der vergangenen wachstumsstarken Jahre positiv. Als Folge davon hellt sich auch das Konsumklima wieder auf. Dementsprechend fällt die Handelsentwicklung mit einem nominalen Wachstum von rund 1,5 Prozent insgesamt solide aus. Preisbereinigt stagniert der Handel im Berichtszeitraum allerdings ein weiteres Mal.

Westeuropa

In vielen Ländern Westeuropas setzte sich die Rezession zu Anfang des Berichtszeitraums weiter fort. Im zweiten Quartal schließlich konnten die Länder der Eurozone nach sechs Quartalen mit rückläufiger Wirtschaftsentwicklung erstmals wieder ein Wachstum erzielen. Insgesamt erholte sich dabei die Wirtschaft im Jahresverlauf.

Die Staatsschuldenkrise ist weiterhin der wesentliche Belastungsfaktor. Insgesamt trifft die Krise alle Länder Westeuropas; die Divergenz zwischen den besonders stark betroffenen Peripherieländern und den robusteren Kernländern besteht jedoch fort. Neben Deutschland verzeichnen auch Österreich, die Schweiz sowie die skandinavischen Länder 2013 ein leichtes Wachstum. Dagegen entwickeln sich neben den Krisenländern Italien, Portugal und Spanien auch die Niederlande rückläufig.

Die negativen Folgen für den Handel haben sich im Berichtszeitraum noch einmal verstärkt. Nach einer Stagnation im Jahr 2012 weisen die nominalen Handelsumsätze weiter eine rückläufige Tendenz auf und liegen im Berichtszeitraum rund 1 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus. Bereinigt um Preissteigerungen fällt das Minus sogar noch größer aus.

Für die Handelsentwicklung der Länder im Einzelnen ergibt sich ein ähnliches Bild wie für die wirtschaftliche Entwicklung: Ein nominales Umsatzwachstum erzielen insbesondere Belgien, Österreich, Schweden und die Schweiz. Die stärksten Rückgänge verzeichnen Spanien, Portugal, Italien und die Niederlande. Bereinigt um Preissteigerungen entwickeln sich nahezu alle westeuropäischen Länder rückläufig.

Osteuropa

Als Folge der Rezession in Westeuropa fällt auch das Wirtschaftswachstum in Osteuropa nur schwach aus. Einzeln betrachtet ist die konjunkturelle Entwicklung der Länder Osteuropas sehr unterschiedlich. Das höchste Wachstum verzeichnet voraussichtlich Kasachstan mit über 5 Prozent. Dahinter folgen Moldawien und die Türkei mit rund 4 Prozent. Die türkische Wirtschaft wächst damit wieder etwas stärker als im Jahr zuvor, bleibt aber weiter hinter den Wachstumsraten der Vorjahre zurück. Rumäniens Wirtschaft erzielt ein BIP-Wachstum von 2,0 Prozent, Russland liegt leicht darunter. Dabei schwächt sich Russlands Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr erheblich ab, während die rumänische Wirtschaft sich von der Stagnation des vergangenen Jahres leicht erholen kann. Erneut rückläufig entwickelt sich die Wirtschaftsleistung in Tschechien. Am stärksten fällt der Konjunkturrückgang in Griechenland aus: Bereits zum sechsten Mal in Folge sinkt dort 2013 die Wirtschaftskraft.

Analog zum Wirtschaftsverlauf fiel auch die Handelsdynamik sehr uneinheitlich aus. Ein gutes nominales Einzelhandelswachstum im knapp zweistelligen Bereich können vor allem Russland und die Türkei erzielen. Das Wachstum liegt allerdings unterhalb des Vorjahres und ist zu einem erheblichen Teil inflationsbedingt. Schwach verläuft das Einzelhandelsgeschäft dagegen in Bulgarien und Tschechien. Die Handelsentwicklung in Griechenland ist erneut rückläufig.

Asien/Afrika

Vor dem Hintergrund der insgesamt schwachen weltwirtschaftlichen Konjunktur weisen die asiatischen Schwellenländer im Berichtszeitraum erneut die höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten auf. Trotz wirtschaftlicher Abschwächung erreicht China mit rund 7,5 Prozent einmal mehr das stärkste Wachstum aller Länder, in denen die METRO GROUP vertreten ist. Ein robustes Wachstum in der Größenordnung von 5,0 Prozent verzeichnet Vietnam. Indiens Wirtschaft verlangsamte sich dagegen mit einem Wachstum unterhalb von 3 Prozent deutlich. Dagegen weist die reife Volkswirtschaft Japans mit knapp 2 Prozent ein vergleichsweise robustes Wachstum auf. Ursache hierfür sind in erster Linie von der Regierung beschlossene Konjunkturmaßnahmen.

Aufgrund der vergleichsweise robusten Wachstumsraten zeigt sich die private Nachfrage ebenfalls verhältnismäßig stabil. Asien erzielt daher auch 2013 die höchsten Einzelhandelszuwächse aller Regionen, in denen die METRO GROUP vertreten ist. Vorreiter ist erneut China mit weiter zweistelligen Wachstumsraten im Handel. Auch Indien und Vietnam können in ähnlicher Größenordnung zulegen, allerdings fällt auch die Inflation in beiden Ländern hoch aus, sodass das preisbereinigte Handelsvolumen nur ein geringfügiges Plus aufweist.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der METRO GROUP Länder

Veränderungen zum Vorjahr in Prozent

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20121

20132

1

Vorjahreswerte können gegenüber dem Geschäftsbericht 2012 abweichen, falls bei dessen Fertigstellung finale Zahlen noch nicht vorlagen

2

Prognose

China

7,8

7,5

Kasachstan

5,1

5,4

Vietnam

5,1

5,0

Moldawien

–0,8

4,1

Türkei

2,2

3,9

Pakistan

4,2

3,7

Indien

3,8

2,7

Serbien

–1,7

2,2

Rumänien

0,4

2,0

Japan

2,0

1,9

Schweiz

1,0

1,8

Russland

3,4

1,6

Ägypten

2,2

1,5

Slowakei

2,0

1,2

Polen

1,9

1,1

Schweden

1,0

0,9

Ukraine

0,2

0,7

Bulgarien

0,8

0,6

Ungarn

–1,7

0,5

Deutschland

0,7

0,5

Österreich

0,6

0,4

Luxemburg

0,3

0,3

Dänemark

–0,4

0,3

Belgien

–0,3

0,2

Frankreich

0,1

0,1

Kroatien

–2,0

–0,2

Niederlande

–1,3

–1,2

Tschechien

–1,0

–1,2

Spanien

–1,6

–1,3

Italien

–2,4

–1,8

Portugal

–3,2

–2,0

Griechenland

–6,4

–3,7