Künftige Branchensituation und Entwicklung der METRO GROUP

METRO Cash & Carry

Die Entwicklung im Selbstbedienungsgroßhandel steht im Zusammenhang mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für das Geschäftsjahr 2015/16 gehen wir weiterhin von einer uneinheitlichen wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Regionen aus. Wir rechnen damit, dass sich diese uneinheitliche Entwicklung auch in der Entwicklung des Selbstbedienungsgroßhandels in den verschiedenen Wirtschaftsräumen des METRO Cash & Carry Portfolios widerspiegeln wird.

In Deutschland und in Westeuropa erwarten wir angesichts eines anhaltend guten beziehungsweise zunehmend positiven gesamtwirtschaftlichen Umfelds ebenfalls eine solide Entwicklung im Selbstbedienungsgroßhandel. Dabei werden die Wachstumsraten voraussichtlich nur moderat ausfallen. Aufgrund der hohen Marktsättigung in den sehr weit entwickelten Volkswirtschaften Deutschlands und Westeuropas ist beim Nachfragevolumen kein merkliches Wachstum zu erwarten. Zudem wird die Inflation wegen der anhaltend niedrigen Rohstoffpreise und des starken Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel voraussichtlich auf moderatem Niveau bleiben. Positiv auf die Umsatzentwicklung wird sich nach unserer Einschätzung eine Verschiebung der Nachfrage zu höherwertigen Produkten aufgrund der besseren konjunkturellen Rahmenbedingungen auswirken. Aus dem gleichen Grund rechnen wir ebenfalls mit einer positiven Entwicklung bei Nichtlebensmitteln.

Für den Selbstbedienungsgroßhandel in Osteuropa erwarten wir in lokalen Währungen eine Fortsetzung des flächenbereinigten Umsatzwachstums. Obwohl die Entwicklung in der Region weiterhin unter dem Eindruck des Russland/Ukraine-Konflikts stehen wird, rechnen wir damit, dass sich die negative konjunkturelle Entwicklung Russlands im Geschäftsjahr 2015/16 abschwächen wird. Eine in diesem Zusammenhang nachlassende Inflation sollte sich positiv auf die Nachfrage nach Lebensmitteln, aber auch nach langlebigen Konsumgütern auswirken. Für die Türkei gehen wir von einem weiterhin positiven Wachstum aus. Voraussetzung dafür ist aber, dass der politische Konflikt in Syrien keine negativen Konsequenzen für die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei hat. Für die meisten übrigen Länder Osteuropas rechnen wir damit, dass positive Preisimpulse weiterhin nur schwach ausfallen. Aufgrund der weiter zunehmenden Verbreitung moderner Einzelhandelsformate in vielen Ländern der Region ist davon auszugehen, dass das Wachstum des Selbstbedienungsgroßhandels hinter den Steigerungsraten des modernen filialisierten Lebensmitteleinzelhandels zurückbleibt.

In der Region Asien erwarten wir für den Selbstbedienungsgroßhandel im kommenden Geschäftsjahr erneut die größten Zuwachsraten. Trotz einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik in China wächst die Wirtschaft hier weiterhin stärker als in den Ländern West- und Osteuropas. Auch in den übrigen Ländern der Region bilden die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gute Voraussetzungen für eine positive Entwicklung des Handels. Moderne Handelsstrukturen sind zum Beispiel in Indien immer noch nicht voll entwickelt. Der Wettbewerb durch moderne Formate nimmt zwar zu, dennoch stellen die traditionellen Händler auch künftig den wichtigsten Versorgungskanal für Lebensmittel dar. Die selbstständigen Einzelhändler bleiben somit nicht nur eine wesentliche Kundengruppe für METRO Cash & Carry, sondern bergen nach wie vor ein großes Wachstumspotenzial für den Selbstbedienungsgroßhandel. Entsprechend bilden insbesondere Indien und China Schwerpunkte für die Expansion mit Cash-and-Carry-Märkten in Asien. Neben dem traditionellen Handel entwickelt sich der Außer-Haus-Konsum in dieser Region mit hoher Dynamik. Hierzu trägt nicht nur der wachsende Wohlstand der Bevölkerung in der Region, sondern auch der internationale Tourismus erheblich bei. Im Hinblick auf unser dezidiert auf die Gastronomie und Hotellerie zugeschnittenes Belieferungsgeschäft (Classic Fine Foods Group) erwarten wir, dass sich die positive Entwicklung der Nachfrage von Hotels, Restaurants und Cateringunternehmen im Geschäftsjahr 2015/16 weiter fortsetzen wird.

Media-Saturn

Die stabile Entwicklung im Elektrofachhandel in Europa wird sich im Geschäftsjahr 2015/16 aufgrund der anhaltend soliden konjunkturellen Rahmenbedingungen fortsetzen.

In Deutschland rechnen wir für das Geschäftsjahr 2015/16 angesichts des erreichten hohen Ausgangsniveaus sowie des derzeitigen Innovationstempos mit Zuwachsraten von rund 1 Prozent.

Trendwarengruppen wie Health, Sports & Beauty, Home Comfort, Connected Home und App-gesteuerte Tools, die noch am Anfang ihrer Marktdiffusion stehen, verzeichnen teilweise hohe Wachstumsraten, ausgehend allerdings von einem noch niedrigen Umsatzniveau. Sie können künftig stärker zum Wachstum beitragen. Ebenso versprechen Virtual-Reality-Produkte wie beispielsweise Brillen, mit denen bei Computer- und Videospielen realistische Umgebungsszenarien simuliert werden, dynamische Impulse, auch wenn diese Produkte nicht direkt den Massenmarkt erobern werden.

Die gesättigten westeuropäischen Elektromärkte werden sich auch im nächsten Jahr auf einem relativ niedrigen Wachstumsniveau um die 1-Prozent-Marke positiv entwickeln. Für die Iberische Halbinsel stehen die Zeichen nach dem Durchschreiten der wirtschaftlichen Talsohle weiterhin auf Erholung mit Wachstumsraten im niedrigen einstelligen Bereich.

In Osteuropa entwickeln sich die lokalen Märkte heterogen. Die abseits des Russland/Ukraine-Konflikts gelegenen Länder Polen und Ungarn werden ihr Wachstum auch im kommenden Jahr mit Zuwachsraten um die 3 Prozent fortführen können. Russlands Elektromarkt wird sich vor dem Hintergrund des Russland/Ukraine-Konflikts und des damit verbundenen russischen Importverbots für westliche Produkte sowie wirtschaftlicher Probleme auf niedrigerem Niveau nur langsam stabilisieren.

Der griechische Markt wird aufgrund der umfassenden Reformen und Sparmaßnahmen ein negatives Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich verzeichnen. Auch die im Frühjahr 2015 subventionierten Käufe in den Bereichen Telekommunikation und IT werden zu diesem Rückgang im Jahr 2016 beitragen.

Real

Insgesamt bleiben die Rahmenbedingungen in Deutschland für den Handel weiter positiv. Davon kann der Lebensmitteleinzelhandel aber nur unterdurchschnittlich profitieren.

Für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland erwarten wir auch angesichts der weiter steigenden Verkaufsflächen bei stagnierender mengenmäßiger Nachfrage eine weitere Intensivierung des Verdrängungswettbewerbs. Die Zuwanderung in Deutschland wird tendenziell zwar eine leicht erhöhte Mengennachfrage fördern. Der hohe Preiswettbewerb für schnelldrehende Produkte (FMCG) wird die Spielräume für Preissteigerungen jedoch auch im Geschäftsjahr 2015/16 begrenzen, auch aufgrund zunehmender Listung von Markenprodukten durch Discounter sowie insgesamt sinkender Rohmaterialpreise.

Real wird in dem weiterhin starken stationären Verdrängungswettbewerb mit innovativen Ladenbau- und Sortimentskonzepten, der Senkung der Kosten in der Lieferkette, gezielten Investitionen in das Filialnetz und der systematischen Erweiterung der Multichannel-Aktivitäten seine Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken.