Überblick über das Geschäftsjahr 2014/15

Ertragslage

  • Umsatz der METRO GROUP stieg im Geschäftsjahr 2014/15 flächenbereinigt um 1,5 Prozent
  • Berichteter Umsatz sank im Geschäftsjahr 2014/15 aufgrund negativer Wechselkurs- und Portfolioeffekte um 1,2 Prozent auf 59,2 Mrd. € (in lokaler Währung: +0,5 Prozent)
  • EBIT aus fortgeführten Aktivitäten vor Sonderfaktoren: 1.511 Mio. € (2013/14: 1.531 Mio. €)
  • Periodenergebnis vor Sonderfaktoren: 688 Mio. € (2013/14: 673 Mio. €)
  • Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren verbesserte sich auf 1,91 € (2013/14: 1,84 €)

Finanz- und Vermögenslage

  • Nettoverschuldung sank um 2,2 Mrd. € auf 2,5 Mrd. € (30.9.2014: 4,7 Mrd. €)
  • Investitionen lagen bei 1,4 Mrd. € (2013/14: 1,0 Mrd. €)
  • Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit erreicht 1,8 Mrd. € (2013/14: 2,0 Mrd. €)
  • Bilanzsumme beträgt 27,7 Mrd. € (30.9.2014: 28,2 Mrd. €)
  • Eigenkapital: 5,2 Mrd. € (30.9.2014: 5,0 Mrd. €); Eigenkapitalquote: 18,7 Prozent (30.9.2014: 17,8 Prozent)
  • Langfristiges Rating: BBB– (Standard & Poor’s)

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Konzernumsatz METRO GROUP 2014/15

nach Regionen

Konzernumsatz METRO GROUP 2014/15 (Tortendiagramm)

Der Umsatz der METRO GROUP stieg im Geschäftsjahr 2014/15 flächenbereinigt um 1,5 Prozent. In lokaler Währung wuchs der Umsatz um 0,5 Prozent. Der berichtete Umsatz von 59,2 Mrd. € lag, bedingt durch negative Wechselkurs- und Portfolioeffekte, jedoch um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

In Deutschland erreichte der flächenbereinigte Umsatz das Niveau des Vorjahres. Insgesamt lag der Umsatz mit 22,5 Mrd. € leicht um 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dies ist durch Umsatzrückgänge bei METRO Cash & Carry und Real bedingt. Bei Real wirkten sich Standortschließungen negativ auf den berichteten Umsatz aus. Dagegen legte bei Media-Saturn der Umsatz zu.

Im internationalen Geschäft wuchs der flächenbereinigte Umsatz um 2,4 Prozent. In lokaler Währung stieg der internationale Umsatz um 1,0 Prozent. Der berichtete Umsatz sank um 1,7 Prozent auf 36,7 Mrd. €. Dies ist insbesondere auf Wechselkurseffekte sowie Standortabgaben und -schließungen zurückzuführen. Der internationale Anteil am Gesamtumsatz lag bei 62,0 Prozent (2013/14: 62,4 Prozent).

In Westeuropa (ohne Deutschland) stieg der Umsatz flächenbereinigt um 1,1 Prozent. In lokaler Währung wuchs der Umsatz um 0,7 Prozent. Der berichtete Umsatz verbesserte sich um 1,0 Prozent auf 19,1 Mrd. €. Dies ist vor allem auf die positive Entwicklung in Italien, Spanien und den Niederlanden zurückzuführen.

Der Umsatz in Osteuropa stieg flächenbereinigt deutlich um 5,3 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte verbesserte sich der Umsatz um 1,7 Prozent. Insbesondere das Geschäft in Russland und Ungarn trug dazu bei. Bedingt durch die negative Wechselkursentwicklung sowie aktive Portfoliomaßnahmen (Real Osteuropa und METRO Cash & Carry Griechenland) sank der berichtete Umsatz jedoch um 9,7 Prozent auf 13,3 Mrd. €.

In der Region Asien/Afrika sank der flächenbereinigte Umsatz leicht um 0,4 Prozent. Indien zeigte jedoch eine sehr positive Entwicklung. In lokaler Währung verbesserte sich der Umsatz um 0,5 Prozent. Der berichtete Umsatz stieg aufgrund einer positiven Wechselkursentwicklung um 16,1 Prozent auf 4,3 Mrd. €.

Das EBIT der METRO GROUP lag im Geschäftsjahr 2014/15 mit 711 Mio. € um 366 Mio. € unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (2013/14: 1.077 Mio. €). Darin enthalten sind jedoch Sonderfaktoren in Höhe von 800 Mio. € (2013/14: 454 Mio. €). Diese Sonderfaktoren lassen sich unterteilen in Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (betrifft insbesondere Real Deutschland mit 446 Mio. €), Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Höhe von 285 Mio. € (im Wesentlichen geplante Schließungen) sowie übrige Sonderfaktoren von 66 Mio. €. Außerdem ergab sich insgesamt saldiert ein positiver Sonderfaktor aus Portfoliomaßnahmen in Höhe von 23 Mio. €.

Darüber hinaus resultierte im nicht fortgeführten Bereich aus dem Veräußerungserlös von Galeria Kaufhof ein positiver Sonderfaktor in Höhe von 841 Mio. €.

Als Sonderfaktoren werden Geschäftsvorfälle klassifiziert, die nicht regelmäßig wiederkehrend sind, darunter zum Beispiel Restrukturierungen oder Änderungen im Konzernportfolio. Eine Darstellung vor Sonderfaktoren spiegelt die operative Entwicklung besser wider und erhöht somit die Aussagekraft der Ergebnisbetrachtung.

Vor Sonderfaktoren ging das EBIT der METRO GROUP im Geschäftsjahr 2014/15 von 1.531 Mio. € auf 1.511 Mio. € zurück. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass das Ergebnis mit negativen Wechselkurseffekten in Höhe von 117 Mio. € belastet wurde. In lokaler Währung ist das EBIT vor Sonderfaktoren somit angestiegen.

Umsatzentwicklung im Konzern

nach Vertriebslinien und nach Regionen

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Veränderung zum Vorjahreszeitraum in %

 

 

 

 

 

 

 

 

2013/141
Mio. €

2014/15
Mio. €

in €

Wechsel­kurs­effekte in Prozent­punkten

in lokaler Währung

flächen­bereinigt (lokale Währung)

1

Vorjahresanpassung aufgrund nicht fortgeführter Aktivitäten (siehe Geschäftsbericht 2014/15)

METRO Cash & Carry

30.513

29.690

−2,7

−2,7

0,0

0,9

Media-Saturn

20.981

21.737

3,6

−1,0

4,6

3,1

Real

8.432

7.735

−8,3

0,0

−8,3

−0,8

Sonstige

10

56

METRO GROUP

59.937

59.219

−1,2

−1,7

0,5

1,5

davon Deutschland

22.558

22.490

−0,3

0,0

−0,3

0,1

davon international

37.379

36.728

−1,7

−2,8

1,0

2,4

Westeuropa (ohne Deutschland)

18.902

19.090

1,0

0,3

0,7

1,1

Osteuropa

14.755

13.318

−9,7

−11,4

1,7

5,3

Asien/Afrika

3.722

4.319

16,1

15,5

0,5

−0,4

Entwicklung des Konzern-EBIT und des EBIT der Vertriebslinien

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EBIT1

 

 

 

Mio. €

2013/142

2014/15

1

Vor Sonderfaktoren

2

Vorjahresanpassung aufgrund nicht fortgeführter Aktivitäten (siehe Geschäftsbericht 2014/15)

METRO Cash & Carry

1.125

1.050

Media-Saturn

335

442

Real

81

88

Sonstige

−10

−63

Konsolidierung

0

−5

METRO GROUP

1.531

1.511

Finanzergebnis und Steuern

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Mio. €

2013/141

2014/15

1

Vorjahresanpassung aufgrund nicht fortgeführter Aktivitäten (siehe Geschäftsbericht 2014/15)

Betriebliches Ergebnis EBIT

1.077

711

Ergebnis aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen

9

2

Sonstiges Beteiligungsergebnis

78

0

Zinsertrag/-aufwand (Zinsergebnis)

−386

−282

Übriges Finanzergebnis

−242

−172

Finanzergebnis

−541

−452

Ergebnis vor Steuern EBT

536

259

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

−539

−480

Periodenergebnis aus fortgeführten Aktivitäten

−3

−221

Periodenergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Steuern

185

935

Periodenergebnis

182

714

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich im Wesentlichen aus dem Zinsergebnis in Höhe von −282 Mio. € (2013/14: −386 Mio. €) und dem übrigen Finanzergebnis in Höhe von −172 Mio. € (2013/14: −242 Mio. €) zusammen. Das Zinsergebnis verbesserte sich insbesondere durch das geringere Zinsniveau sowie die rückläufige Verschuldung. Die Veränderung des übrigen Finanzergebnisses um 70 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus negativen Währungseffekten vornehmlich in Russland und Kasachstan und dem gegenläufigen Wegfall der im Vorjahr erfolgswirksam aufgelösten Währungseffekte in Höhe von rund −122 Mio. € aus dem Abgang von Tochterunternehmen (Real Polen und Türkei). Im sonstigen Beteiligungsergebnis wirkte sich im Vorjahr der erfasste Ertrag in Höhe von 62 Mio. € aus der Veräußerung der Anteile von 9 Prozent an der Booker Group PLC aus.

Steuern

Der ausgewiesene Ertragsteueraufwand von 480 Mio. € (2013/14: 539 Mio. €) liegt um 59 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Dies ist auf eine Vielzahl von Einzeleffekten in diversen Einzelgesellschaften sowie auf Wechselkursschwankungen zurückzuführen.

Im Berichtszeitraum beträgt die Konzernsteuerquote aus fortgeführten Aktivitäten 185,5 Prozent (2013/14: 100,6 Prozent). Bereinigt um Sonderfaktoren liegt die Quote bei 48,6 Prozent (2013/14: 54,0 Prozent). Die Konzernsteuerquote bildet das Verhältnis zwischen dem ausgewiesenen Ertragsteueraufwand und dem Vorsteuerergebnis ab. Die große Abweichung zwischen der berichteten und der um Sonderfaktoren bereinigten Steuerquote liegt im Wesentlichen daran, dass die im Zusammenhang mit den Sonderfaktoren stehenden Aufwendungen zum größten Teil keinen korrespondierenden Steuereffekt aufweisen (insbesondere der Aufwand aus der Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert bei Real Deutschland). Unter Einbeziehung der nicht fortgeführten Aktivitäten ergibt sich aus Gesamtkonzernsicht eine Steuerquote von 42,0 Prozent (2013/14: 74,3 Prozent). Ohne Sonderfaktoren beträgt die Steuerquote unter Einbeziehung der nicht fortgeführten Aktivtäten aus Gesamtkonzernsicht 43,7 Prozent (2013/14: 45,4 Prozent). Ursächlich hierfür ist insbesondere der Ertrag aus der Entkonsolidierung des Warenhausgeschäfts der Galeria Kaufhof Gruppe sowie der Aufwand aus der Geschäfts- oder Firmenwertabschreibung bei Real Deutschland.

Periodenergebnis und Ergebnis je Aktie

Das Periodenergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2014/15 714 Mio. € und lag damit um 532 Mio. € höher als im Vorjahreszeitraum (2013/14: 182 Mio. €). Das Periodenergebnis enthält Sonderfaktoren in Höhe von −26 Mio. € (2013/14: 491 Mio. €). Das um diese Sonderfaktoren bereinigte Periodenergebnis beträgt somit 688 Mio. € (2013/14: 673 Mio. €).

Nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter verbleibt ein auf die Aktionäre der METRO AG entfallendes Periodenergebnis von 672 Mio. € (2013/14: 127 Mio. €). Dies entspricht einer deutlichen Verbesserung um 545 Mio. €.

Die METRO GROUP erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 ein verbessertes Ergebnis je Aktie von 2,06 € (2013/14: 0,39 €). Der Berechnung war im Berichtszeitraum unverändert eine gewichtete Anzahl von 326.787.529 Aktien zugrunde zu legen. Auf diese Aktienanzahl wurde das den Anteilseignern der METRO AG zuzurechnende Periodenergebnis von 672 Mio. € verteilt. Ein Verwässerungseffekt aus sogenannten potenziellen Aktien war weder im Geschäftsjahr 2014/15 noch im Vorjahr gegeben.

Das Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren lag bei 1,91 € (2013/14: 1,84 €). Dieses Ergebnis bildet die Basis für den Dividendenvorschlag.

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Veränderung

 

 

 

 

 

 

 

 

2013/141

2014/15

absolut

%

1

Vorjahresanpassung aufgrund nicht fortgeführter Aktivitäten (siehe Geschäftsbericht 2014/15)

2

Nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter

Periodenergebnis aus fortgeführten Aktivitäten

Mio. €

−3

−221

218

Periodenergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Steuern

Mio. €

185

935

−750

Periodenergebnis

Mio. €

182

714

532

Den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter zuzurechnendes Periodenergebnis

Mio. €

55

42

−13

−23,8

davon aus fortgeführten Aktivitäten

Mio. €

54

42

−12

−23,0

davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten

Mio. €

1

0

−1

Den Anteilseignern der METRO AG zuzurechnendes Periodenergebnis

Mio. €

127

672

545

davon aus fortgeführten Aktivitäten

Mio. €

−57

−263

−206

davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten

Mio. €

184

935

751

Ergebnis je Aktie (unverwässert = verwässert)2

0,39

2,06

1,67

davon aus fortgeführten Aktivitäten

−0,18

−0,80

−0,62

davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten

0,57

2,86

2,29

Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren2

1,84

1,91

0,07

4,1

davon aus fortgeführten Aktivitäten

1,27

1,48

0,21

16,9

davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten

0,57

0,43

−0,14

−24,6

Liquidität (Kapitalflussrechnung)

Die Liquidität der METRO GROUP wird anhand der Kapitalflussrechnung ermittelt. In dieser wird der Zahlungsmittelfluss berechnet und dargestellt, den die METRO GROUP im Geschäftsjahr aus der betrieblichen Tätigkeit sowie der Investitions- und Finanzierungstätigkeit erwirtschaftet oder verwendet hat. Außerdem beschreibt sie die Gesamtveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zwischen dem Beginn und dem Ende des Geschäftsjahres.

Aus der betrieblichen Tätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2014/15 ein Mittelzufluss von 1.846 Mio. € (2013/14: +2.008 Mio. €) generiert. Aus dem Bereich der Investitionstätigkeit ist ein Mittelzufluss von 785 Mio. € (2013/14: −715 Mio. €) zu verzeichnen. Daraus ergibt sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Steigerung des Cashflows vor Finanzierungstätigkeit um 1.338 Mio. € auf 2.631 Mio. €. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit weist einen Mittelabfluss von 597 Mio. € (2013/14: −1.448 Mio. €) aus.

Vertiefende Informationen finden sich im Geschäftsbericht 2014/15.