Die Klimabilanz der METRO GROUP

Warum sind Klimawandel und Klimaschutz relevant für die METRO GROUP?

Der Klimawandel bringt für uns als METRO GROUP Risiken wie Chancen mit sich. Physikalische Risiken können unser Geschäft direkt oder indirekt betreffen. Beispielsweise können sich Veränderungen bei Niederschlagsmengen oder ‑häufigkeiten auf Preise und Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Produkten auswirken. Ebenso kann der Betrieb unserer Märkte durch Wetterextreme wie Starkniederschläge mit Überschwemmung oder Stürme gefährdet sein.

Regulatorische Risiken können unser Geschäft direkt oder indirekt betreffen. So sind die Abgaben aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Deutschland wesentlich für uns bei der Beschaffung von Strom.

Diesen Risiken begegnen wir, indem wir beispielsweise durch unser Beschaffungs- und Supply-Chain-Management die erforderlichen Strukturen schaffen, um die Warenverfügbarkeit jederzeit sicherzustellen. Wir investieren unter anderem in technische Maßnahmen zur Energieeinsparung, in Energiemanagementsysteme nach ISO 50001, in die Umstellung auf weniger klimagefährdende Kühlmittel und in Programme für Änderungen im Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters.

Im Klimawandel sehen wir jedoch nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Nachhaltigkeit wird global weiter an Bedeutung gewinnen und die diesbezüglichen Erwartungen von Kunden, Mitarbeitern, Investoren, Politik und Gesellschaft werden zunehmen. Indem wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiter konsequent umsetzen, werden die METRO GROUP sowie ihre Vertriebslinien und Eigenmarken für diese Stakeholder-Gruppen attraktiver.

Die Einhaltung unseres Klimaschutzziels erfordert zwar Investitionen, die aber bedingt durch niedrigere Kosten, vor allem für Energie, mittel- und langfristig zu Einsparungen führen, die sowohl finanziell als auch ökologisch Vorteile und Verbesserungen bieten.

Seit 2006 informieren wir im Rahmen unserer Teilnahme am CDP Climate Change Survey öffentlich über unsere Klimaschutzstrategie, die Risiken und Chancen aus dem Klimawandel und das Management unserer Emissionen. Dafür wurden wir 2016 erneut als Sector Leader Consumer Staples und Index Leader MDAX ausgezeichnet.

Klimabilanz und Klimaschutzziel

Im Jahr 2015 hat sich die Weltgemeinschaft in Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine deutliche Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen notwendig. Die METRO GROUP leistet hierzu ihren Beitrag, indem sie ihre spezifischen Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2030 im Vergleich zu 2011 um 50 Prozent reduziert.

Dieses Klimaschutzziel bezieht sich auf die Emissionen, die für uns als Handelsunternehmen wesentlich und vor allem direkt beeinflussbar sind. Dies sind die Emissionen aus

  • dem Verbrauch von Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Elektrizität, Fernwärme/-kälte und Papier,
  • Kältemittelverlusten für Gewerbekälte und Klimatisierung,
  • dem Kraftstoffverbrauch der Dienstwagen und Notstromaggregate,
  • Vorketten und Netzverlusten für alle direkten und indirekten Energiequellen sowie
  • Geschäftsreisen.

Die METRO GROUP ermittelt bereits seit 2008 ihre Treibhausgasemissionen und veröffentlicht sie. Dabei berücksichtigen wir alle wesentlichen Treibhausgasemissionen, die wir im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit direkt und indirekt verursachen. Die detaillierte Erfassung ist Grundlage für unser Ziel, die eigene Klimawirkung so weit wie möglich zu reduzieren. Die im Hinblick auf das Klimaschutzziel aktiv gesteuerten Emissionen machen zusammen knapp 40 Prozent der gesamten Emissionen aus. In der Klimabilanz berichten wir darüber hinaus über folgende weitere Emissionsquellen:

  • Kraftstoffverbrauch des eigenen Lkw-Fuhrparks
  • Gesamte externe Logistik
  • Eingekaufte Waren und Dienstleistungen für den Eigenverbrauch (ohne Papier, da unter dem Klimaschutzziel erfasst)
  • Anlagegüter
  • Abfall
  • Mitarbeiterpendelaufkommen
  • Geleaste Vermögenswerte

Methodik und Berichtsgrenzen

Basis für unsere Berichterstattung sind der Corporate Accounting and Reporting Standard und der Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard des Greenhouse Gas Protocol. Dabei werden die Emissionen aller Vertriebslinien und Servicegesellschaften sowie der Verwaltungen berücksichtigt. Mithilfe des 2011 eingeführten gruppenweiten Carbon Intelligence System erfassen wir die Verbrauchsdaten für die genannten Emissionsquellen in nahezu allen Märkten und Warenhäusern, den Verwaltungen und Lägern. Wo eine Erfassung von Primärdaten sehr aufwendig oder nicht möglich ist, modellieren wir diese Emissionsquellen So leiten wir beispielsweise die Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen, Anlagegütern und geleasten Vermögenswerten aus den Kennzahlen zur wirtschaftlichen Wertschöpfung der METRO GROUP mittels eines sogenannten volkswirtschaftlichen Input-Output-Modells ab, das volkswirtschaftliche Waren- und Dienstleistungsströme zugrunde legt.

Wir berichten die Gesamtwirkung aller Treibhausgasemissionen in Form von CO2-Äquivalenten, um neben CO2 auch die Auswirkungen der anderen Treibhausgase zu bewerten.

Seit 2011 wird die Klimabilanz einer betriebswirtschaftlichen Prüfung durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen.

Entwicklungen der Treibhausgasemissionen

Von Oktober 2015 bis September 2016 verursachte die METRO GROUP insgesamt 6,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Vorjahresperiode 7,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente). Gegenüber dem Basisjahr 2011 haben wir die Emissionen damit um mehr als 2,8 Millionen Tonnen gesenkt. Die Klimabilanz zeigt die Aufteilung aller erfassten Emissionen auf direkt verursachte Emissionen (gemäß Scope 1), indirekte Emissionen (Scope 2) sowie weitere indirekte Emissionen (Scope 3).

Klimabilanz

Treibhausgasemissionen in Tonnen CO2 (CO2-Äquivalente)

 

Basisjahr 2011

2013/14

2014/15

2015/16

Scope 1 – direkte Treibhausgasemissionen

1.084.509

1.015.598

871.837

760.186

Scope 2 – indirekte Treibhausgasemissionen

2.432.102

1.786.594

1.495.710

1.416.418

Scope 3 – sonstige indirekte Treibhausgasemissionen

6.113.122

5.562.362

5.151.775

4.589.161

Treibhausgasemissionen gesamt

9.629.733

8.364.553

7.519.322

6.765.764

Die im Hinblick auf das Klimaschutzziel aktiv gesteuerten Emissionen liegen bei 250 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Quadratmeter Verkaufsfläche (Vorjahresperiode 265 Kilogramm CO2-Äquivalente). Gegenüber dem Basisjahr 2011 haben wir damit die Emissionen bereits um 24 Prozent reduziert.

Status Klimaschutzziel

Treibhausgasemissionen in Kilogramm CO2 (CO2-Äquivalente) je Quadratmeter Verkaufsfläche


 METRO GROUP

Status Klimaschutzziel – METRO GROUP (Grafik)Status Klimaschutzziel – METRO GROUP (Grafik)


 Deutschland

Status Klimaschutzziel – Deutschland (Grafik)Status Klimaschutzziel – Deutschland (Grafik)

Westeuropa
(ohne Deutschland)

Status Klimaschutzziel – Westeuropa (Grafik)Status Klimaschutzziel – Westeuropa (Grafik)


 Osteuropa

Status Klimaschutzziel – Osteuropa (Grafik)Status Klimaschutzziel – Osteuropa (Grafik)


 Asien/Afrika

Status Klimaschutzziel – Asien/Afrika (Grafik)Status Klimaschutzziel – Asien/Afrika (Grafik)

Der deutliche Rückgang der Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2011 lässt sich im Wesentlichen auf drei Gründe zurückführen:

  • Maßnahmen zur Senkung der Emissionen, insbesondere bei Energieverbrauch und Kältemittelverlusten (Rückgang um 15 Prozent)
  • Die allgemeine technische und wissenschaftliche Entwicklung, die sich in Anpassungen von Emissionsfaktoren für die Berechnung der CO2-Äquivalente niederschlägt (Rückgang um knapp 6 Prozent)
  • Veränderungen im Standortportfolio durch Abgänge und Zugänge. So wurden in Osteuropa und Asien besonders emissionsintensive Standorte verkauft. Andererseits gingen mit den Verkäufen in Deutschland und Westeuropa Standorte ab, deren Emissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche unter dem Gruppendurchschnitt lagen (Rückgang um etwa 3 Prozent).