Verantwortung gegenüber Umwelt, Klima und Ressourcen

Der größte Anteil der Umweltbelastung durch Elektronikprodukte entsteht während der Produktion und im Betrieb. Doch es bestehen auch im Handel vielfältige Möglichkeiten, die Belastung zu reduzieren. Media-Saturn hat sich das Ziel gesteckt, eine Vorreiterrolle im Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz einzunehmen. Dabei setzt die Unternehmensgruppe mit ihren Vertriebsmarken auf hohe Standards bei der Ressourcenschonung, minimiert die Abfallmengen und reduziert den Energieverbrauch der Standorte. Zudem setzt Media-Saturn auf nachhaltige Verpackungslösungen und erleichtert es den Kunden auch dadurch, nachhaltiger einzukaufen.

Recycelte Tragetaschen

Saturn Ingolstadt (Foto)

Anfang 2016 hat Media Markt und Saturn die kostenfreie Abgabe von Plastiktüten in Deutschland flächendeckend abgeschafft. Beide Vertriebsmarken bieten ihren Kunden wiederverwendbare PET-Taschen an – als umweltfreundlichere und kostenpflichtige Alternative. Die Taschen bestehen bis zu 85 Prozent aus recyceltem Material und können in jedem Media Markt oder Saturn kostenlos gegen neue eingetauscht werden. Die recycelten PET-Taschen von Media-Saturn sind nicht nur optisch ansprechend, sondern bieten auch deutliche Umweltvorteile verglichen mit herkömmlichen Einkaufstaschen. Im Gegensatz zu Papiertüten sind sie robust und nässeunempfindlich. Auch eine Baumwolltasche muss laut Deutscher Umwelthilfe zehnmal öfter verwendet werden als die Mehrwegtasche aus PET, damit sie hinsichtlich der CO2-Emissionen ebenso umweltfreundlich ist.

Konsequenterweise hat sich Media-Saturn Deutschland GmbH 2016 der Selbstverpflichtung des Handelsverbands Deutschland (HDE) angeschlossen. Diese beinhaltet, dass Tragetaschen nur noch kostenpflichtig an Kunden abgegeben werden. Durch die Umstellung konnten im Geschäftsjahr 2015/16 – verglichen mit 2013 – etwa 85 Prozent der zuvor ausgegebenen Tragetaschen eingespart werden. Das sind jährlich circa 60 Millionen bei Media Markt und Saturn Deutschland. Ziel der Media-Saturn Unternehmensgruppe ist es, den Gesamtverbrauch international an Plastiktüten bis Ende 2017 im Vergleich zum Referenzjahr 2014 um 70 Prozent zu reduzieren.

Papierverbrauch senken

Elektronische Preisschilder (Foto)

Im Geschäftsjahr 2015/16 hat Media-Saturn flächendeckend digitale Preisschilder eingeführt. Dadurch wird nicht nur die Preisauszeichnung deutlich effizienter. Die digitalen Schilder bieten zudem Vorzüge in Sachen Nachhaltigkeit, da die Märkte auf das tägliche Ausdrucken von Preisinformationen auf Papier verzichten können. Durch die Digitalisierung verbraucht Media-Saturn jährlich international rund 600 Tonnen weniger Papier. Das entspricht etwa der Lademenge von 60 Müllwagen.

Elektroschrott reduzieren

Auch am Ende des Produktlebenszyklus übernimmt Media-Saturn Verantwortung für elektronische Produkte. Rund zehn Millionen Tonnen Elektroschrott fallen pro Jahr allein in Europa an. Er ist zu großen Teilen ohne Qualitätsverlust und nahezu unendlich recycelbar, landet aber oftmals im Hausmüll.

Mit der europäischen WEEE-Richtlinie (Waste of Electrical and Electronic Equipment) wurden neue Sammelziele sowie erhöhte Recycling- und Verwertungsquoten eingeführt. So müssen ab 2016 in der Europäischen Union 45 Prozent und ab 2019 sogar 65 Prozent des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektrogeräte gesammelt werden. Deutschland liegt hier derzeit lediglich bei rund 40 Prozent.

Wir haben in der Vergangenheit bereits freiwillig, also ohne gesetzliche Verpflichtung, Altgeräte zurückgenommen. Darüber hinaus gibt es keine Beschränkungen der Geräte, die wir zurücknehmen. Allein bei Saturn in Deutschland wurden im Jahr 2015 mehr als 10.000 Tonnen Elektrogeräte abgegeben. Mehr als 50 Prozent davon waren Haushaltsgroßgeräte.

Mehr: Recyclingprozess

Bereits seit 2005 können Kunden in Deutschland in jedem Media Markt oder Saturn-Haus Elektroaltgeräte zurückgeben. Die abgegebenen Geräte werden gesammelt und zu einem zertifizierten Erstbehandlungsunternehmen transportiert. Dieses befreit die Altgeräte zuerst von Schadstoffen, zerlegt sie in ihre Bestandteile – wie Kondensatoren, Metalle, Glas und Kunststoffe – und sortiert anschließend die Materialien. Eine Waschmaschine hat zum Beispiel im Durchschnitt einen Metallanteil von mehr als 80 Prozent. Rund 16 Prozent der Maschine bestehen aus anderen Materialien wie Kunststoffen, darunter circa 14 Prozent Elastomere und Verbunde, und circa 1,5 Prozent aus Glas. Insgesamt hat eine Waschmaschine eine Verwertungsquote von 80 bis 85 Prozent.

Kooperation mit kaputt.de

Im Media-Saturn SPACELAB, Europas erstem Consumer-Electronics-Retail-Accelerator-Programm, geht die Unternehmensgruppe auf die Suche nach innovativen Gründern entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette. Dabei fungiert das SPACELAB wie eine Art Business School für die ausgewählten Start-up-Unternehmen und unterstützt diese mit finanziellen Investitionen sowie Know-how. Den Gründern stehen Top-Partnerunternehmen und fachkundige Mentoren aus Industrie und Beratung aus den Bereichen Marketingstrategie, Logistik und Vertrieb sowie Media-Saturn-Führungskräfte zur Seite.

Von Ende 2015 bis April 2016 war kaputt.de Teilnehmer der ersten Runde des SPACELAB. Kernidee des Berliner Start-ups ist es, das fragmentierte Reparaturangebot für defekte Smartphones zu konsolidieren. Das Portal kaputt.de zeigt Nutzern der Website verschiedene Möglichkeiten auf. Ist beispielsweise das Display des Smartphones defekt, kann der Kunde das Ersatzteil bestellen und nach Anleitung das Display selbst reparieren oder verfügbare Dienstleister für Reparaturen vor Ort miteinander vergleichen. Unter diesen Anbietern sind unter anderem mehr als 100 Standorte von Media Markt und Saturn aufgeführt. Auf diese Weise kann die Nutzungsphase von Smartphones verlängert und Abfall vermieden werden. Der Kunde hat darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich für den Neukauf eines Smartphones inklusive Verkauf oder Entsorgung des alten Geräts durch kaputt.de zu entscheiden.

Mehr zu kaputt.de finden Sie im Magazin.

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Effiziente Energienutzung

Energieverbrauch Markt (Foto)

Media-Saturn betreibt weltweit mehr als 1.000 Märkte, in denen Tausende Elektronikprodukte zum Ausprobieren zur Verfügung stehen. Um den Energieverbrauch der Standorte zu senken, setzt die Unternehmensgruppe auf effizientes Energiemanagement sowie die stetige Modernisierung der Märkte und Verwaltungsgebäude. Seit 2012 sind alle Märkte mit Monitoringsystemen ausgestattet, mit denen der Energieverbrauch permanent überwacht wird. Außer dem Stromverbrauch misst das System die Luftqualität, die Raumtemperatur und weitere Indikatoren. Die Daten werden den Facility-Managern der jeweiligen Länder online zur Verfügung gestellt. Seit der Einführung wurden die Verantwortlichen intensiv im Umgang mit dem Steuerungssystem geschult. Im Bedarfsfall setzen diese sich direkt mit dem betroffenen Markt in Verbindung und optimieren die technischen Anlagen.

Media-Saturn investiert darüber hinaus gezielt in eine energieeffizientere Beleuchtung der Standorte. Mittlerweile sind in mehr als 100 Märkten LED-Lichtbänder installiert. Im Vergleich zu herkömmlichen T8- und T5-Röhren benötigen LED-Lichtbandleuchten bis zu 50 Prozent weniger Strom. So konnte beispielsweise im Jahr 2015 in einem Referenzmarkt in Deutschland der Energieverbrauch der Beleuchtung um 38 Prozent beziehungsweise 68.400 Kilowattstunden pro Jahr gesenkt werden. Ziel der Unternehmensgruppe ist es, bis spätestens 2025 in allen Märkten international LED-Beleuchtungssysteme zu installieren. Durch diese und weitere Maßnahmen will Media-Saturn bis 2030 im Vergleich zu 2011 flächenbereinigt 30 Prozent an elektrischer Energie einsparen.

Darüber hinaus strebt die Unternehmensgruppe einen hohen Qualitätsstandard in Bezug auf nachhaltige Einrichtung und technische Ausstattung der Märkte an. Hierfür entwickelt Media-Saturn einen international einheitlichen Immobilienleitfaden, der sich am Gold-Standard des LEED-Klassifizierungssystems für energie- und umweltfreundliche Planung von Gebäuden orientiert.

Mehr: Mindestkriterien für Kühl- und Gefriergeräte nach EcoTopTen

Energieverbrauch:

  • Energieeffizienzklasse A+++
  • maximaler Verbrauch: 200 Kilowattstunden pro Jahr

Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (FKW):
Weder Kühlmittel noch die für die Isolationsmaterialien verwendeten Schäumungsmittel dürfen halogenorganische Stoffe enthalten oder mithilfe solcher Stoffe hergestellt worden sein.

Unterstützung der umweltschonenden und kostensparenden Nutzung:
Gefrierschränke und -truhen sowie Kühl-Gefrierkombinationen müssen ein Warnsignal entweder akustisch oder visuell bei zu hoher Temperatur oder geöffneter Tür (bei Kühl-Gefrierkombinationen: jeweils des Gefrierteils) abgeben.

Qualität:
Liegt ein Qualitätstest der Stiftung Warentest vor, so gilt als Mindestkriterium die Note „Gut“. Das Nicht-Vorhandensein eines Testergebnisses führt jedoch nicht zur Abwertung.

Klimarelevante Emissionen:
EcoTopTen weist für alle Geräte die mit der Herstellung und Nutzung verbundenen jährlichen Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten (CO2e) aus. Zur Bilanzierung der Treibhausgasemissionen, die bei der Herstellung eines Kühl- beziehungsweise Gefriergeräts anfallen, wurde auf Daten aus ecoinvent zurückgegriffen. Die Bilanzierung wurde mit Umberto, einer Software für Ökobilanzierungen durchgeführt und zeigt folgende Ergebnisse für die Herstellung eines Kühl- beziehungsweise Gefriergeräts (vgl. Tabelle 1). Bei der Berechnung des anteiligen jährlichen Treibhauspotenzials durch die Herstellung der Kühl- und Gefriergeräte spielt die zugrunde gelegte Lebensdauer eine wesentliche Rolle. Entsprechend den Daten der Gesellschaft für Konsumforschung wurde angenommen, dass Kühl- und Gefriergeräte eine Lebensdauer von 13,5 Jahren haben.

Tabelle 1: Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten (CO2e), die mit der Herstellung der Geräte verbunden sind – bezogen auf ihre angenommene Lebensdauer (EcoTopTen-Kriterien für Kühl- und Gefriergeräte).

Gerätetyp

CO2e in kg pro Gerät

Durchschnittliche Lebensdauer

CO2e in kg pro Gerät und Jahr

Quelle

Kühl- und Gefriergerät

257

13,5 Jahre

19,04

Eigene Berechnung des Öko-Instituts (7/2014)

Für die Nutzung wurde bei den Kühl- und Gefriergeräten der jährliche Stromverbrauch gemäß der Energieeffizienz-Verordnung 1060/2010 berücksichtigt. Für eine Kilowattstunde (kWh) Strom werden in Deutschland klimarelevante Emissionen in Höhe von durchschnittlich 637 g CO2-Äquivalenten frei (vgl. Tabelle 2).

Tabelle 2: Hintergrunddaten für die Berechnung der mit der Nutzung von Kühl- und Gefriergeräten verbundenen Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten (CO2e) (EcoTopTen-Kriterien für Kühl- und Gefriergeräte)

Nutzung

CO2e

Quelle

Strombereitstellung

0,637 kg/kWh

ecoinvent 3.2 (2015)

Kosten:

Die jährlichen Gesamtkosten ermöglichen den Verbrauchern, eine Übersicht über die realen produktbezogenen Kosten – die sogenannten Lebenszykluskosten – zu bekommen. Die bei EcoTopTen ausgewiesenen jährlichen Gesamtkosten setzen sich für Kühl- und Gefriergeräte wie folgt zusammen:

  • Kaufpreis beziehungsweise anteilige Anschaffungskosten: Der Kaufpreis entspricht dem Median aus bei idealo ermittelten Kaufpreisen des gelisteten Geräts. Der Kaufpreis wird durch die Lebensdauer (in Jahren) geteilt, so erhält man die Anschaffungskosten pro Jahr.
  • Jährliche Betriebskosten: Diese setzen sich in der Regel aus den Strom- und ggf. Wasserkosten, sowie den Kosten für weitere Betriebsmittel zusammen. Für Kühl- und Gefriergeräte ist nur der Stromverbrauch relevant. Zur Berechnung der jährlichen Stromkosten wird der Energieverbrauch des gelisteten Geräts gemäß Energieeffizienz Verordnung 1060/2010 zugrunde gelegt und mit dem durchschnittlichen Strompreis (in Euro pro Kilowattstunde) multipliziert.

Tabelle 3: Zusammensetzung und Quellen der bei EcoTopTen ausgewiesenen jährlichen Gesamtkosten für Kühl- und Gefriergeräte (EcoTopTen-Kriterien für Kühl- und Gefriergeräte)

Bestandteile der jährlichen Gesamtkosten

Berechnung

Annahmen

Quelle

*

Strompreis pro kWh

1

Aus Umweltbundesamt (Hg) (2015):
Prakash, S.; Dehoust, G.; Gsell, M.; Schleicher T.:
Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“

2

Aktuelle Preise für Kühl- und Gefrier-Geräte

3

Entspricht dem Preis für eine kWh Strom (Arbeitspreis inkl. Grundpreis) in einem Zweipersonenhaushalt in Deutschland.

4

BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.; BDEW
Strompreisanalyse Januar 2016, abgerufen am 12.2.2016.

Anteilige Anschaffungskosten

Kaufpreis/Lebensdauer

Kaufpreis: Median aus ermittelten Kaufpreisen

idealo1

Lebensdauer: 13,5 Jahre

GfK nach Umweltbundesamt (2015)2

Jährliche Stromkosten

Jährlicher Stromverbrauch*

Jährlicher Stromverbrauch: gemäß Angaben auf Energieetikett

 

Durchschnittlicher Strompreis: 0,287 €/kwH3

Strompreisanalyse 1/2016 des BDEW4

Verpackung reduzieren

Paketabholung (Foto)

Um unnötiges Verpackungsmaterial einzusparen, planen die Onlineshops mediamarkt.de und saturn.de, zukünftig Pick-up-Sendungen gebündelt an die Märkte zu versenden. Derzeit werden alle Aufträge einzeln gepackt und verschickt. Durch das Zusammenlegen von je zehn Aufträgen zu einem Gesamtpaket sollen bis Ende 2020 etwa 4.500 Tonnen Verpackung sowie rund 4.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 2.400 Autos 1.

Ausgehend von 12.000 gefahrenen Kilometern (Statista)