Handlungsfeld Geschäftsbetrieb

METRO Cash & Carry geht im eigenen Geschäftsbetrieb verantwortungsvoll mit begrenzten Ressourcen wie fossilen Energieträgern und anderen Rohstoffen um. Dadurch schafft das Unternehmen Investitionsspielräume für attraktive Kundenlösungen sowie neue Geschäftsfelder und wirkt den Folgen des Klimawandels entgegen.

Innerhalb des Handlungsfelds Geschäftsbetrieb fokussiert sich METRO Cash & Carry auf vier Schwerpunktthemen. Das Unternehmen

  • optimiert seinen Ressourcenverbrauch,
  • verbessert seine Energieeffizienz und spart Energie ein,
  • senkt seine Treibhausgasemissionen und
  • reduziert seine Abfälle.

Die Erfahrungen im Umgang mit diesen Themen können zukünftig auch in Lösungen für die Kunden von METRO Cash & Carry einfließen, beispielsweise im Rahmen der Beratung unabhängiger Unternehmer zu energieeffizienten Markteinrichtungen. Auf diese Weise können auch auf Kundenseite Kostenersparnisse erzielt und Umweltauswirkungen verringert werden.

Ziele im Handlungsfeld Geschäftsbetrieb

  • METRO Cash & Carry hat das Ziel, die spezifischen Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 2011 um 55 Prozent zu reduzieren. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf Emissionen, die bei der Nutzung von Energie und Kältemitteln, durch den Verbrauch von Papier sowie in der eigenen Logistik und durch Dienstreisen entstehen.
  • METRO Cash & Carry strebt an, Lebensmittelabfälle im eigenen Geschäftsbetrieb bis 2025 um 50 Prozent zu reduzieren. Dazu hat sich die METRO GROUP im Rahmen der Resolution zur Lebensmittelverschwendung des Consumer Goods Forum verpflichtet.

Durch vielfältige Aktivitäten konnte das Unternehmen die Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche im Geschäftsjahr 2015/16 gegenüber 2011 bereits um 20 Prozent senken. Einzelne Maßnahmen aus den METRO Cash & Carry Ländern werden im Folgenden exemplarisch vorgestellt.

Energieeffizienz und Energieeinsparungen

Die Themen Energieeinsparung sowie Energieeffizienz und damit zugleich die Optimierung des Ressourcenverbrauchs, verbunden mit dem Ziel, CO2-Emissionen zu reduzieren, sind für alle METRO Cash & Carry Länder gleichermaßen relevant. Die Landesgesellschaften haben spezifische Vorgaben und realisieren entsprechende Maßnahmen, die dazu beitragen, das Gesamtziel zu erreichen. Durch die Arbeit der Operation Directors in der Energy Federation von METRO Cash & Carry werden Erfolge und Gelerntes geteilt.

Im Zuge laufender Energieeinspar- und Energy-Awareness-Programme wurden im Berichtszeitraum weltweit Investitionsmaßnahmen in Höhe von knapp 25 Mio. € realisiert. Die Maßnahmen werden durch Energiemanager im Rahmen einzelner Projekte in den Großmärkten umgesetzt und sollen zu Einsparungen von jährlich mehr als 6 Mio. € beitragen.

Darüber hinaus setzt METRO Cash & Carry im Rahmen von Standortmodernisierungen und Neubauten weitere Maßnahmen um. Dabei werden drei Effizienzstufen unterschieden:

  • Der energieeffiziente Großmarkt, bei dem effiziente Technologien für die Einrichtung und Systeme für Energieeinsparungen sorgen, insbesondere bei der Beleuchtung und den geschlossenen Kühlmöbeln
  • Der Greenstore, der im Vergleich zum energieeffizienten Markt rund 50 Prozent weniger Energie benötigt
  • Der CO2-neutrale Großmarkt, bei dessen Betrieb keine CO2-Emissionen entstehen

Beispiele: Standortmodernisierungen und Neubauten

MCC Großmarkt Dongguan (Grafik)

Im September 2016 eröffnete METRO Cash & Carry China in Dongguan einen bestehenden Großmarkt nach umfassender Modernisierung als METRO-Greenstore neu. Ziel der Standorterneuerung ist es, den jährlichen Energieverbrauch des Großmarkts zu halbieren. Die Energie für den Großmarkt wird zu einem großen Teil aus erneuerbaren Energien erzeugt, vor allem über Solar- und Kleinwindkraftanlagen mit einer Leistung von 800 Kilowatt Peak. Weitere Maßnahmen wie die Wärmerückgewinnung aus Kühlsystemen, die Nutzung natürlichen Lichts über sogenannte Solar Tubes, die Installation von automatischen Schiebetüren, eine optimierte Ventilation und die gezielte Nutzung von Regenwasser steigern die Energieeffizienz und tragen zur Schonung wertvoller Ressourcen bei. Um die Kühlung effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten, wurde am Standort Dongguan zudem ein CO2-Kaskadensystem installiert: Durch den Einsatz von Kältemitteln mit geringerem Treibhauspotenzial senkt der Großmarkt den durch den etwaigen Austritt von Kühlmittel verursachten Ausstoß von Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten (CO2e) und verbraucht zugleich weniger Strom für die Kühlung.

Beispielhaft für ein integriertes Energiemanagement steht der METRO Cash & Carry Großmarkt Casa dell’Horeca in Baranzate, Italien. Hier werden Solarpaneele für die Strom- und Warmwassererzeugung eingesetzt, die begrünte Holzfassade des Großmarkts trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei und die Vertriebsmitarbeiter nutzen Elektrofahrzeuge.

Auch für die dezentrale Energieproduktion am Großmarkt gibt es Beispiele aus dem Berichtszeitraum: Zur emissionsfreien Stromerzeugung errichtete METRO Cash & Carry in China zusätzlich zu einer bereits bestehenden Anlage weitere acht Photovoltaikanlagen sowie in der Türkei die zweite Photovoltaikanlage. In Nischni Nowgorod, Russland, nahm das Unternehmen im September 2016 gemeinsam mit E.ON ein Erdgas-Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 2 x 400 Kilowatt zur Strom- und Warmwassererzeugung eines Großmarkts in Betrieb. Eine weitere baugleiche Anlage wird derzeit im russischen Iwanowo errichtet.

Senkung von Treibhausgasemissionen durch Elektromobilität

Mit dem Ziel, den eigenen Ausstoß an Treibhausgasen zu senken und auch Kunden entsprechende Lösungen anzubieten, setzen die METRO Cash & Carry Länder verschiedene Maßnahmen um. Beispielhaft hierfür steht ein Projekt aus Frankreich. Hier geht METRO Cash & Carry neue Wege, um Ressourcen zu schonen und CO2-Emissionen zu reduzieren: Das Unternehmen realisiert in Paris seit Dezember 2015 ein Pilotprojekt zur Elektromobilität und setzt mittlerweile bereits elf Elektrofahrzeuge im Kundendienst ein. Ab Ende 2016 sollen auch elektrobetriebene Belieferungsfahrzeuge mit Kühlsystem genutzt werden. Wie die ersten Resultate des Pilotversuchs zeigen, spart METRO Cash & Carry Frankreich durch den Einsatz der Elektrofahrzeugen 9,6 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Entsprechend den Ergebnissen des Pilotversuchs sollen im nächsten Schritt zukünftig weitere Regionen einbezogen werden.

In der Ukraine bietet METRO Cash & Carry in Partnerschaft mit dem Unternehmen Toka Elektrotankstellen für Kundenfahrzeuge an. Auf die erste Einrichtung 2015 in Kiew folgten bereits sieben weitere Stationen.

Abfallreduktion

Um das Ziel zu erreichen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, verfolgt METRO Cash & Carry einen ganzheitlichen Ansatz. Das Unternehmen arbeitet mit Partnern auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zusammen – vom Feld über die Logistik und die Abläufe im Markt bis hin zum Verbraucher. Im eigenen Geschäftsbetrieb hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, bis 2025 Lebensmittelabfälle um 50 Prozent zu reduzieren.

Im eigenen Geschäftsbetrieb

Dass sich durch gezielte Steuerung von Prozessen und sinnvolle Nutzung von Daten Lebensmittelverluste reduzieren lassen, zeigt exemplarisch eine Maßnahme von METRO International Supply. Die Servicegesellschaft betreibt ein Netzwerk regionaler Lagerstandorte in Italien und den Niederlanden. Durch die Auswertung von Abschreibungsdaten konnte das Unternehmen den Anteil an Lebensmittelverlusten sowie damit verbundene Entsorgungskosten beziffern und Potenziale für die Vermeidung identifizieren. Unverkäufliche Waren werden nun nicht mehr vernichtet, sondern rechtzeitig an lokale Food Banks gespendet. Auf diese Weise konnte METRO International Supply die Entsorgungskosten innerhalb eines Geschäftsjahres um 64 Prozent und die Lebensmittelverluste um beinahe 90 Prozent senken.

Um Lebensmittelverluste in den Großmärkten zu reduzieren, betreibt METRO Cash & Carry ein Mindesthalt­barkeitsdatums-Monitoring (MHD-Monitoring). Ziel ist es, die Regale unter Berücksichtigung des MHD zu bestücken und Produkte, deren Haltbarkeitsdatum abläuft, rechtzeitig gezielt anzubieten. Beispielhaft hierfür ist der Ansatz von METRO Cash & Carry Rumänien. Das Unternehmen setzt beim Wareneingang auf ein System, mit dem sich Warenbestellungen simulieren, analysieren sowie konkreter planen und bedarfsgerechter steuern lassen. Diese Optimierung erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass Güter, die nicht vollständig verkauft werden, in Abschriften enden. Am Warenausgang sorgt ein Preissenkungssystem dafür, dass Mitarbeiter schnell und einfach Reduzierungen für Produkte mit zeitnah ablaufendem Mindesthalt­barkeitsdatum vornehmen können.

Lösungen für den Kunden

METRO Cash & Carry nutzt zudem die Möglichkeit, durch die gezielte Ansprache der gewerblichen Kunden Lebensmittelabfälle zu verhindern. Auch der Endverbraucher wird dabei berücksichtigt. So hat das Unternehmen etwa in Italien, Frankreich und Deutschland gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern spezielle Boxen zur Mitnahme von nicht verzehrten Speiseresten für Restaurants und Caterer entwickelt.

METRO Cash & Carry Frankreich unterstützt beispielsweise die Initiative Gourmet Bag der Lebensmittelbehörde DRAAF Auvergne-Rhône-Alpes. Ein eigenes Label kennzeichnet Restaurants, die sich beteiligen, und ermuntert Gäste, gezielt nach den Boxen zu fragen. METRO Cash & Carry Frankreich hat für seine Kunden ein umfangreiches Einsteigerpaket entwickelt, das neben Hintergrundinformationen und Tipps zur Abfallvermeidung auch Gourmet Bag-Türaufkleber und wiederverwendbare Mitnahmeboxen beinhaltet.

In Italien startete METRO Cash & Carry im Rahmen der EXPO 2015 gemeinsam mit dem UN World Food Program (WFP) und der Food-Bank-Organisation ein ähnliches Projekt: „Schiscetta Reverse“. Schiscetta ist der mailändische Begriff für einen Behälter, in dem Berufstätige ihr Essen von zu Hause mit zur Arbeit nehmen. Das gleichnamige Projekt setzt auf den umgekehrten Prozess, indem es Verbraucher dazu anregt, nicht vollständig verzehrte Gerichte aus Restaurants einpacken zu lassen und mit nach Hause zu nehmen.

In Deutschland hat METRO Cash & Carry 2016 eine repräsentative Umfrage zum Thema Lebensmittelverschwendung durchgeführt. Zentrales Ergebnis der Studie: Für 98 Prozent der Gastronomen in Deutschland ist es sehr wichtig oder wichtig, keine Lebensmittel zu verschwenden. Knapp zwei Drittel der Restaurantbetreiber bieten ihren Gästen bereits an, nicht verzehrte Speisen mit nach Hause zu nehmen. METRO Cash & Carry trägt dieser Entwicklung Rechnung und unterstützt seine Kunden gezielt dabei, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren – nicht nur mit der Beste-Reste-Box, die seit 2016 in den Großmärkten erhältlich ist. Als offizieller Partner des Vereins United Against Waste bietet das Unternehmen zudem Seminare an, in denen Ideen und Ansätze zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen vermittelt werden. Mit einem Abfall-Analyse-Tool können Restaurants und Kantinen darüber hinaus herausfinden, an welchen Stellen sie in ihrem Betrieb die Ressourcennutzung optimieren können.

METRO Cash & Carry hat den Anspruch, nicht nur durch gezielte Informationen und Kampagnen für einen verantwortungsbewussten, nachhaltigen Konsum zu sensibilisieren. Das Unternehmen unterstützt zudem seine Kunden zudem mit gezielten Aktionen – unter anderem bei der Entsorgung von Abfall. So können Kunden in Paris beispielsweise mit ihrer METRO-Kundenkarte Plastikflaschen und Dosen am Großmarkt abgeben. Im Geschäftsjahr 2015/16 nahm METRO Cash & Carry Frankreich im Rahmen dieses Projekts, das sowohl Kunden als auch Produzenten und Entsorger einbezieht, rund 16.000 Dosen und 13.000 Plastikflaschen zurück.

In der Ukraine initiierte METRO Cash & Carry gemeinsam mit Carlsberg im Oktober 2015 ein Recyclingprojekt: Der Großhändler stellte auf seinem Parkplatz eine Rücknahmestelle auf, an der Kunden Bierflaschen zurückgeben können. Bis August 2016 konnten 92.000 Flaschen für die Wiederverwendung gesammelt und 384.000 Flaschen dem Recycling zugeführt werden.