Wesentlichkeitsanalyse 2016

Um wesentliche Themen, die Chancen oder Risiken für unser Geschäft bedeuten könnten, frühzeitig zu erkennen, unsere Handlungsfelder zu priorisieren und unsere Aktivitäten entsprechend zu fokussieren, haben wir 2016 erstmals eine Materialitätsanalyse mit umfangreicher Stakeholder-Befragung durchgeführt.

Die Auswahl der für die METRO GROUP wesentlichen Themen fand in einem mehrstufigen Prozess statt. Im ersten Schritt wurde eine vollumfängliche Liste mit sämtlichen für unser Unternehmen oder unsere Anspruchsgruppen relevanten Themen erstellt. Zentrale Quellen hierfür waren unter anderem:

  • Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI)
  • Anforderungen des Dow Jones Sustainability Index (DJSI) und von Oekom Research
  • Market-Research-Studien
  • Sustainable Development Goals
  • Bestehende Strategien, Verpflichtungen und Policies der METRO GROUP und ihrer Vertriebslinien
  • Wesentlichkeitsanalysen von Wettbewerbern

Die mehr als 200 Themen wurden im zweiten Schritt zu einer Liste mit 46 Themen zusammengefasst. Dabei wurde darauf geachtet, dass sich jeder Aspekt aus der vollständigen Übersicht in den Inhalten der komprimierten Liste wiederfand. Die Themen der Shortlist wurden anschließend in einem dritten Schritt in dreifacher Hinsicht bewertet: Im Rahmen einer internen Analyse wurde zunächst untersucht, wie häufig die Themen in intern und extern verfügbaren Dokumenten relevanter Organisationen, Initiativen und Stakeholder genannt wurden. Darüber hinaus haben wir im Zeitraum vom 4. Mai bis 31. August 2016 eine Online-Stakeholder-Umfrage auf der Website der METRO GROUP durchgeführt. Mehr als 370 Stakeholder beteiligten sich an dieser Befragung und benannten und bewerteten die für sie relevanten Themen. Zur internen Themenbewertung fanden zudem Befragungen von zehn Senior-Managern aus verschiedenen Bereichen und Vertriebslinien der METRO GROUP statt. Zu den Interviewpartnern zählten Führungskräfte aus den Bereichen Strategie, Einkauf, Kommunikation, Compliance, Target Group Management, Finanzen, Human Resources, Corporate Public Policy, Business Innovation und Investor Relations.

Die Ergebnisse der Bewertungen und Befragungen wurden abschließend in einer Wesentlichkeitsmatrix zusammengeführt. Sie zeigt die Einordnung aller Nachhaltigkeitsthemen. In dieser Darstellung werden die Bewertungen aller drei Schritte kombiniert und priorisiert. Themen gelten dann als wesentlich, wenn sie einen positiven oder negativen Effekt auf den Geschäftserfolg der METRO GROUP haben – zum Beispiel Auswirkungen auf Umsatz, Investitionen, Kosten oder die Reputation unseres Unternehmens – und/oder einen hohen Stellenwert für unsere Stakeholder besitzen (zum Beispiel bei Kauf- oder Investitionsentscheidungen).

Wesentlichkeitsmatrix (Grafik)Wesentlichkeitsmatrix (Grafik)

Als Themen von höchster Priorität wurden die Einhaltung der Menschenrechte sowie faire Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette, Rückverfolgbarkeit und Produktinformationen, Ausbildung und Beschäftigung, nachhaltige Produktsortimente, Optimierung der Produktverpackung, Engagement auf lokaler Ebene, Überfischung der Ozeane beziehungsweise Artenvielfalt in den Ozeanen, Compliance beziehungsweise Bekämpfung von Korruption sowie wirtschaftliche Nachhaltigkeit eingeschätzt. Diese Themen lassen sich den Verantwortungsbereichen sowie dem Nachhaltigkeitsansatz der METRO GROUP wie folgt zuordnen:

Verantwortungsbereich

Wesentliche Themen

Engagement für die Mitarbeiter

  • Menschenrechte/Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette
  • Ausbildung und Beschäftigung

Nachhaltige Beschaffung und Sortimentsgestaltung

  • Menschenrechte/Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette
  • Rückverfolgbarkeit und Produktinformationen
  • Optimierung der Produktverpackung
  • Überfischung der Ozeane beziehungsweise Artenvielfalt in den Ozeanen

Nachhaltiger Konsum

  • Nachhaltige Produktsortimente
  • Optimierung der Produktverpackung

Gesellschaftliches Engagement

  • Engagement auf lokaler Ebene

Nachhaltigkeitsansatz und verantwortliche Unternehmensführung

  • Compliance beziehungsweise Bekämpfung von Korruption
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Aus der Wesentlichkeitsanalyse ergaben sich keine Themen mit hoher Relevanz, die sich unserem Verantwortungsbereich Nachhaltiger Geschäftsbetrieb zuordnen lassen. Ein Grund hierfür ist möglicherweise, dass Maßnahmen in diesem Bereich von externen Anspruchsgruppen ähnlich wie eine hohe Produktqualität inzwischen als obligatorisch vorausgesetzt werden. Da wir diese Themen jedoch als wichtig erachten, haben wir uns entschlossen, auch weiterhin über unsere Ziele, Maßnahmen und Fortschritte im Ressourcen- und Klimaschutz zu berichten.

Ebenso verfahren wir mit weiteren Themen und Aspekten, die in der Materialitätsanalyse als weniger wesentlich identifiziert wurden, die wir jedoch aufgrund unseres Nachhaltigkeitsansatzes, der Fortschreibung von Zielen oder aufgrund begründeter Einzelinteressen für berichtenswert halten.

Die METRO GROUP wird auch künftig Stakeholder-Befragungen als Basis für die Wesentlichkeitsanalyse durchführen. Darüber hinaus setzen wir den Austausch mit unseren Anspruchsgruppen auf Ebene der Vertriebslinien fort und stehen über unsere Dialogmöglichkeiten im Internet sowie über unsere Mailadresse CR@metro.de für den Austausch zur Verfügung.